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Kardinal muss Anklage fürchten
International 17.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Wegen Missbrauchsvorwürfen

Kardinal muss Anklage fürchten

Papst Benedikt XVI. wurde 2008 vom damaligen Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell (links), in Australien empfangen
Wegen Missbrauchsvorwürfen

Kardinal muss Anklage fürchten

Papst Benedikt XVI. wurde 2008 vom damaligen Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell (links), in Australien empfangen
AP
International 17.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Wegen Missbrauchsvorwürfen

Kardinal muss Anklage fürchten

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Der australische Kurienkardinal George Pell - einer der höchsten Würdenträger im Vatikan - muss wegen Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat mit einer Anklage rechnen.

(dpa) - Der australische Kurienkardinal George Pell - einer der höchsten Würdenträger im Vatikan - muss wegen Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat mit einer Anklage rechnen. Die Polizei im australischen Bundesstaat Victoria bestätigte am Mittwoch, dass eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft dazu geprüft werde.

Pell ist  im Vatikan für den Haushalt zuständig.
Pell ist im Vatikan für den Haushalt zuständig.
Quelle: Youtube

Der 75-Jährige war früher Erzbischof von Melbourne und Sydney. Heute ist Pell im Vatikan für den Haushalt zuständig und damit die inoffizielle Nummer drei der katholischen Hierarchie. Ihm wird zur Last gelegt, als junger Priester in den 1970er und 1980er Jahren mehrere Jungen sexuell belästigt zu haben.

Der Kardinal wies die Vorwürfe schon mehrfach als „völlig unwahr und komplett falsch“ zurück. Im vergangenen Jahr hatte er sich dazu im Vatikan auch vernehmen lassen.

Die Vorwürfe sind besonders heikel, weil Pell eingeräumt hatte, dass Australiens katholische Kirche über Jahre hinweg den Missbrauch von Kindern heruntergespielt habe. Mittlerweile hat die Kirche an mehrere tausend Opfer als Ausgleich umgerechnet mehr als 276 Millionen Euro gezahlt.


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