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Kämpfer für Menschenrechte: Ermordeter Erzbischof seliggesprochen
International 18 23.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Kämpfer für Menschenrechte: Ermordeter Erzbischof seliggesprochen

International 18 23.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Kämpfer für Menschenrechte: Ermordeter Erzbischof seliggesprochen

Er kämpfte für die Rechte der Unterdrückten und bezahlte mit seinem Leben: Erzbischof Óscar Romero wurde 1980 ermordet. Zu seiner Seligsprechung in San Salvador kamen mehr als 250.000 Menschen.


(KNA) - In einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte von El Salvador erhob Óscar Romero seine Stimme für die Armen und Unterdrückten. In seinen Predigten wetterte der Erzbischof gegen die korrupten Eliten und das brutale Militär. Dafür bezahlte er mit seinem Leben. 1980 wurde er erschossen.

Vor mehr als 250.000 Menschen ist Romero am Samstag in seiner Bischofsstadt San Salvador seliggesprochen worden. Papst Franziskus würdigte ihn in einer Grußbotschaft als einen der "besten Söhne der Kirche". Romero habe als Märtyrer den Glauben und die christliche Barmherzigkeit mit seinem Leben bis zum Extrem bezeugt. "In schwierigen Zeiten des Zusammenlebens hat es Monsignore Romero vermocht, seine Herde zu führen, zu verteidigen und zu schützen, treu im Glauben und in Gemeinschaft mit der Kirche", so der Papst.

Nach der Zeremonie unter Leitung des Präfekten der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, wurde ein überlebensgroßes Porträt Romeros enthüllt. Acht Geistliche trugen in einem Glasschrein das blutverschmierte Hemd Romeros über den Platz, das viele Menschen mit der Hand zu berühren versuchten. Trotz heftiger Regenfälle hatten bereits am Freitagabend in der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes tausende Menschen an einer Lichterprozession für Romero teilgenommen.

Erschossen mitten im Gottesdienst

Romero war am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes von Unbekannten erschossen worden. Durch seinen Einsatz für die Rechte der Armen hatte der Erzbischof den Hass reaktionärer Kreise auf sich gezogen. Als Auftraggeber des Mordes stehen Militärs im Verdacht; die Hintergründe der Tat wurden nie ganz aufgeklärt. Im anschließenden Bürgerkrieg zwischen Sicherheitskräften, rechten Todesschwadronen und linksgerichteten Guerillagruppen kamen bis 1992 rund 75.000 Menschen ums Leben.

Anfang Februar hatte Papst Franziskus Romero als Märtyrer anerkannt und damit den Weg für eine Seligsprechung freigemacht. Das Verfahren war 1990 in San Salvador eröffnet und später im Vatikan fortgesetzt worden. Es wurde mehrfach blockiert, weil Romero Beteiligten des Verfahrens als Repräsentant der Befreiungstheologie verdächtig erschien. Zudem war theologisch zu klären, ob Romero aufgrund seiner Glaubensüberzeugungen oder wegen seiner politischen Parteinahme gegen die damalige Regierung getötet wurde.

Papst Benedikt XVI. (2005-2013) gab den Prozess im Dezember 2012 wieder frei. Durch Papst Franziskus erhielt er kurz nach dessen Wahl im März 2013 einen neuen Anschub.