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Kabul unter IS-Beschuss: US-Außenminister trifft Taliban
International 4 2 Min. 22.11.2020

Kabul unter IS-Beschuss: US-Außenminister trifft Taliban

US-Außenminister Mike Pompeo trifft sich mit Afghanistans Friedensminister Sayed Sadat Mansoor Naderi.

Kabul unter IS-Beschuss: US-Außenminister trifft Taliban

US-Außenminister Mike Pompeo trifft sich mit Afghanistans Friedensminister Sayed Sadat Mansoor Naderi.
Foto: AFP
International 4 2 Min. 22.11.2020

Kabul unter IS-Beschuss: US-Außenminister trifft Taliban

Trotz Friedensgesprächen geht der Konflikt in Afghanistan weiter. Nun erschüttert eine IS-Attacke die Millionenstadt. US-Außenminister Pompeo macht auf einer Reise Druck auf die Taliban.

(dpa) - Beim Einschlag zahlreicher Geschosse in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es Dutzende Tote und Verletzte gegeben. Nach Angaben des Vizeministers Amrullah Saleh wurden bei dem Angriff am Samstag zehn Menschen getötet und 51 weitere verletzt. Rund zwei Dutzend Raketen und Mörsergranaten schlugen in Wohngebieten ein, wie das Innenministerium berichtete.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. „Soldaten des Kalifats“ hätten die sogenannte Grüne Zone in Kabul angegriffen, erklärten die Dschihadisten. Die Echtheit des Bekenntnisses ließ sich zunächst nicht prüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet.

US-Außenminister Mike Pompeo traf sich unterdessen mit führenden Vertretern der Taliban und forderte die Gruppe zu raschen Verhandlungen für einen permanenten Waffenstillstand in Afghanistan auf. Bei dem Treffen im Emirat Katar habe er zudem eine Reduzierung der Gewalt gefordert, wie ein Sprecher des Außenministeriums am Samstag mitteilte. Pompeo traf sich auch mit dem Verhandlungsteam der afghanischen Republik.

Beim IS-Angriff auf die schwer gesicherte Grüne Zone im Herzen Kabuls lösten Augenzeugen zufolge mehrere Botschaften Alarm aus. Der Staatssender RTA veröffentlichte am Samstag Fotos eines ausgebrannten Kleinlasters, von dem die Raketen abgefeuert worden sein sollen. Die militant-islamistischen Taliban dementierten, für die Attacke verantwortlich zu sein.

Trotz der Aufnahme innerafghanischer Friedensgespräche in Katar zwischen den Taliban und der Regierung geht der Konflikt im Land weiter. Auch der IS verübt regelmäßig Anschläge. Vizepräsident Amrullah Saleh hatte vor wenigen Wochen angekündigt, für mehr Sicherheit in der Hauptstadt zu sorgen. In einer Mitteilung gestand Saleh am Samstag ein, diese Ziele noch nicht erreicht zu haben.


(FILES) In this file photo US President Donald Trump gestures after speaking during election night in the East Room of the White House in Washington, DC, early on November 4, 2020. - Two months before he is due to leave office, President Donald Trump asked top aides about the possibility of striking Iran's nuclear facilities, The New York Times reported on November 16, 2020. During a meeting at the Oval Office last November 12, 2020, the outgoing Republican leader asked several top aides, including Vice President Mike Pence, Secretary of State Mike Pompeo and the chairman of the Joint Chiefs, General Mark Milley, "whether he had options to take action against Iran's main nuclear site in the coming weeks," the newspaper said. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)
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US-Außenminister Mike Pompeo reiste unterdessen in die Region und will in Katar Verhandlungsdelegationen der Konfliktparteien treffen. Die USA hatten mit den Taliban Ende Februar ein Abkommen unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan vorsieht. Im Gegenzug verpflichteten sich die Taliban unter anderem zu den Friedensgesprächen mit Kabul.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hatte jüngst angekündigt, den Truppenabzug zu beschleunigen. Mitte Januar sollen dann nur noch 2.500 US-Soldaten in dem Land sein. Es war ein Wahlversprechen Trumps, die „endlosen Kriege“ der USA zu beenden. Experten warnen vor einem überstürzten Abzug aus dem Land, der den Taliban in die Hände spielen könnte.


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