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Juncker zur BBC: "Wir sollten keinen Impfstoff-Krieg führen"
International 26.03.2021

Juncker zur BBC: "Wir sollten keinen Impfstoff-Krieg führen"

Juncker zur BBC: "Wir sollten keinen Impfstoff-Krieg führen"

Foto: Screenshot BBC
International 26.03.2021

Juncker zur BBC: "Wir sollten keinen Impfstoff-Krieg führen"

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Der ehemalige EU-Kommissionspräsident war zu Gast in der BBC-Sendung "Hard Talk". Juncker warnte vor einer Spaltung zwischen Großbritannien und der EU.

BBC-Moderator Stephen Sackur versuchte in seiner Sendung „Hardtalk“ alles, um Jean-Claude Juncker kritische Töne zu dessen Nachfolgerin Ursula von der Leyen zu entlocken. Doch der ehemalige EU-Kommissionspräsident tat dem britischen Journalisten den Gefallen nicht - Zwischentöne bot er aber an. Wie enttäuscht Juncker von der Kommission im Bezug auf das langsame Impftempo sei? Das sei ein Fehler aller Mitgliedstaaten und nicht der Kommission, so Juncker - dennoch müsse man jetzt schneller vorankommen und allen Bürgern der EU möglichst schnell Impfstoff zur Verfügung stellen.  


A health worker prepares a dose of the AstraZeneca/Oxford vaccine at a coronavirus vaccination centre at the Wizink Center in Madrid on May 12, 2021. - With nearly 79,000 deaths and more than 3.5 million infections, Spain has been badly hit by the pandemic. (Photo by GABRIEL BOUYS / AFP)
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Am Dienstag wurden 9045 Tests durchgeführt, 182 waren positiv. Alle Infos im Ticker.

Warum die EU so langsam und Großbritannien beim Impfen so schnell unterwegs sei? “Wir waren zu vorsichtig, Großbritannien war vielleicht nicht vorsichtig genug.“ Ob von der Leyen zurücktreten solle, bohrte Sackur nach? Ein trockenes „Nein“ von Juncker. Der dann allerdings etwas taktischer ausführte: Von der Leyen abzulösen würde schließlich auch nichts nützen, sondern den Prozess eher noch verlangsamen. Dass die EU bei Planung der Impfkampagne und Bestellung der Impfstoffe zu sehr aufs Geld geschaut habe, das immerhin sei die falsche Entscheidung gewesen, so Juncker: „In normalen Zeiten wird die EU-Kommission immer beschuldigt, zu viel Geld im 'Hubschrauber-Modus' auszugeben. Das war diesmal anders herum. Und das war ein Fehler, aber der ist nun mal passiert.“ 

Dialog und Diskussion

Angesprochen auf die durch die Impfsituation weiter belasteten Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien, wurde Juncker deutlich: Er sei „kein Fan“  davon, dass die EU-Kommission den Briten mit Exportstops für Impfstoffe drohe - das schade nicht zuletzt dem Ansehen der EU. „Wir müssen uns aus dem dummen Impfkrieg zurückziehen. Wir brauchen Dialog und Diskussion. Die kriegerische Atmosphäre gefällt mir nicht, wir brauchen Lösungen. Wir sind keine Feinde, sondern Verbündete.“  

Man müsse genau hinsehen, so Juncker. Es gebe ein Problem zwischen der EU und dem Hersteller AstraZeneca, aber im engeren Sinne keins zwischen EU und Großbritannien. Allerdings sei der Impfstopp für AstraZeneca-Produkte ein Fehler gewesen. „Die Experten haben festgestellt, dass der Impfstoff sicher ist. Man sollte bei Entscheidungen nicht der aufgeheizten öffentlichen Meinung folgen, sondern denen zuhören, die es besser wissen.“   


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