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Juncker relativiert: Nicht böse, sondern schlecht
International 26.05.2017

Juncker relativiert: Nicht böse, sondern schlecht

Donald Trump sorgte beim Nato-Gipfel in Brüssel für Aufregung.

Juncker relativiert: Nicht böse, sondern schlecht

Donald Trump sorgte beim Nato-Gipfel in Brüssel für Aufregung.
Foto: AFP
International 26.05.2017

Juncker relativiert: Nicht böse, sondern schlecht

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
EU-Kommissionspräsident Juncker hat die Worte Donald Trumps zu Ratspräsident Tusk bestätigt, findet allerdings die Übersetzung übertrieben: Dass die Deutschen "very bad" seien, habe Trump gesagt - dass sie "böse" seien aber nicht.

(dpa) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat bestätigt, dass sich US-Präsident Donald Trump über den deutschen Handelsüberschuss beschwert hat. Juncker gab am Freitag vor dem G7-Gipfel in Taormina auch indirekt wieder, dass dazu die Worte „bad, very bad“ gefallen seien. Allerdings sei das von Trump in keiner Weise aggressiv vorgetragen worden. „"Bad" heißt nicht böse“, sagte Juncker. Die Atmosphäre sei konstruktiv gewesen.

Der „Spiegel“ hatte unter Berufung auf Teilnehmer aus einem Gespräch berichtet, das Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk am Donnerstag in Brüssel mit Trump geführt hatte. Ein Zitat Trumps wurde in deutscher Übersetzung so wiedergegeben: „Die Deutschen sind böse, sehr böse.“

"Wir haben ein Problem"

Juncker bezeichnete diese Übersetzung als übertrieben. „Man muss das richtigstellen“, sagte er. „Ich bin kein Spezialist im Englischen, wie man weiß, aber: Bad heißt nicht böse, schlecht reicht.“ Juncker fügte hinzu: „Er hat nicht gesagt, die Deutschen benehmen sich schlecht. Er hat gesagt, wir haben ein Problem.“ Trump hat sich bereits mehrfach über den Handelsüberschuss beklagt.

Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn bestätigte am Freitag, dass die Worte „very bad“ über Deutschland gefallen seien. Laut Cohn sagte Trump: „Ich habe kein Problem mit Deutschland, ich habe ein Problem mit dem deutschen Handel.“ Trump habe auch auf seine deutschen Wurzeln verwiesen. Das von „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“ berichtete Zitat hatte auf deutscher Seite für schwere Irritationen gesorgt.

Pressesprecher Sean Spicer sagte vor Journalisten, Trump habe großen Respekt vor Deutschland. Berichte, der US-Präsident habe von „schlechten Deutschen“ gesprochen, seien falsch. Trump habe aber das „Ungleichgewicht“ in den deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen als „unfair“ bezeichnet.

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