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Juncker in einer Reihe mit Hitler und Mussolini
International 2 Min. 11.06.2014 Aus unserem online-Archiv
Diffamierung von Schweizer Magazin

Juncker in einer Reihe mit Hitler und Mussolini

 Das aktuelle Titelbild der "Weltwoche".
Diffamierung von Schweizer Magazin

Juncker in einer Reihe mit Hitler und Mussolini

Das aktuelle Titelbild der "Weltwoche".
International 2 Min. 11.06.2014 Aus unserem online-Archiv
Diffamierung von Schweizer Magazin

Juncker in einer Reihe mit Hitler und Mussolini

Die Angriffe euroskeptischer Zeitungen auf Jean-Claude Juncker hören nicht auf. Nach Diffamierungen der britischen „Sun“, die Juncker in die Nähe des Nazi-Regimes in Luxemburg bringen wollte, haut nun die Schweizer „Weltwoche“ in die gleiche Kerbe.

(vb) – Die Angriffe euroskeptischer Zeitungen auf Jean-Claude Juncker hören nicht auf. Nach Diffamierungen der britischen „Sun“, die Juncker in die Nähe des Nazi-Regimes in Luxemburg bringen wollte, haut nun die Schweizer „Weltwoche“ in die gleiche Kerbe.

Die Anfeindungen gegenüber dem konservativen Spitzenkandidaten bei der Europawahl sind zwar weniger plump vorgetragen, inhaltlich ähneln sich aber die Verunglimpfungen. Auf dem Titelbild ihrer aktuellen Ausgabe stellt die rechtskonservative „Weltwoche“ aus der Schweiz Juncker in eine Reihe mit Hitler und Mussolini. Die Titelzeile versucht ein Band zwischen zwei Jahrhunderten großeuropäischen Allmachtsphantasien und der heutigen EU zu knüpfen.

Kritik an "Deppenmagazin" und "schrecklicher Kampagne"

Im Innenteil deutet „Weltwoche“-Chefredakteur Roger Köppel das Erstarken der Rechtspopulisten als „Aufstand der Bürger gegen ihre Verächter“, zu denen er den jetzigen EU-Kommissionspräsidenten Barroso und eine machtbesessene, bürgerferne EU-Elite zählt.

Ein weiterer Bericht porträtiert Jean-Claude Juncker als „typischen Vertreter dessen, was in Brüssel falsch läuft“. Juncker wird dabei als Geheimniskrämer und Lügner dargestellt, der zusammen mit Ratspräsident Van Rompuy, Kommissionspräsident Barroso und EZB-Chef Draghi eine Jesuiten-Viererbande bilden würde. Die Zeitung greift dabei die These des flämischen Europaabgeordneten Derk Jan Eppink auf: „Sie erachten sich als Elite, die über den gewöhnlichen Leuten steht.“

Unter den Schweizer Lesern erhob sich aber auch Kritik gegen die Ausfälle der „Weltwoche“ gegen Juncker. Auf Twitter wurde die Zeitung als „Deppenmagazin“ und die Juncker-Geschichte als „schreckliche Kampagne“ gebrandmarkt.

Das Verhältnis zwischen Juncker und der Schweiz ist nicht unbelastet. Vor drei Jahren war seine Aussage „Es ist ein geostrategisches Unding, dass die Schweiz ein weißer Fleck auf der europäischen Landkarte bleibt“ bei den Eidgenossen auf Unmut gestoßen. Der Rechtsaußen-Politiker Christoph Blocher hatte Juncker anschließend mit Hitler verglichen. Eine gemeinsame Fernsehdebatte in Zürich hatte daraufhin die Wogen wieder geglättet.

CSV reagiert auf "bösartige Diffamierungen"

Die CSV reagiert in einer Pressemitteilung auf die "total absurde und perfide Fotomontage", durch die versucht werde, "Jean-Claude Juncker, aber auch Robert Schuman, mit dem Nationalsozialismus und dem Faschismus in Verbindung zu bringen".

"So werden zwei große Europäer, die sich unermüdlich um die Völkerverständigung und die friedliche Zusammenarbeit in Europa verdient gemacht haben, ohne Skrupel mit zwei der größten Schlächter der Geschichte, mit Hitler und Mussolini, in eine Reihe gestellt", schreibt die CSV. "Es wird versucht, die Europäische Union, welche auf den Werten des Rechtsstaats, der Demokratie und den Menschrechten beruht, mit den menschenverachtenden Verbrechen dieser Regimes gleichzusetzen."

"Die CSV kann erneut nur ihre Bestürzung gegenüber einem solchen Journalismus ausdrücken und diese bösartigen Diffamierungen aufs Schärfste verurteilen."