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Juncker: "Europa muss man lieben"
 Jean-Claude Juncker im Gespräch mit Michel Barnier, Chefunterhändler der Europäischen Union für den Brexit.

Juncker: "Europa muss man lieben"

Etienne Ansotte/European Commiss
Jean-Claude Juncker im Gespräch mit Michel Barnier, Chefunterhändler der Europäischen Union für den Brexit.
International 17.04.2019

Juncker: "Europa muss man lieben"

Das Europaparlament hat diese Woche seine letzte reguläre Sitzung vor der Wahl. Zeit für Reflexionen und Bilanzen - auch für den Präsidenten der EU-Kommission.

(dpa) - Mit einer Liebeserklärung an Europa hat sich der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vom Europaparlament verabschiedet. „Europa muss man lieben“, sagte Juncker am Mittwoch in Straßburg. „Wenn man es nicht liebt, ist man zur Liebe nicht fähig. Ich liebe Europa, es lebe Europa!“ So habe er es schon am ersten Tag seiner Amtszeit gesagt und so sei es geblieben.

Juncker stand am Mittwoch ein letztes Mal als Kommissionspräsident vor dem EU-Parlament.
Juncker stand am Mittwoch ein letztes Mal als Kommissionspräsident vor dem EU-Parlament.
AFP

Juncker war nach der Europawahl 2014 ins Amt gekommen. Sein Mandat endet offiziell Ende Oktober. Vom 23. bis 26. Mai wird ein neues Europaparlament gewählt, das dann auf Vorschlag der EU-Staats- und Regierungschefs Junckers Nachfolger bestimmt. Seine letzte Rede vor dem amtierenden Parlament nutzte der 64-Jährige für eine Bilanz seiner Amtszeit und einen wehmütigen Abschiedsgruß.

Schweren Herzens

„Mit schwerem Herzen sehe ich einige Kollegen sich aus der Politik oder aus dem Parlament zurückziehen“, sagte Juncker, der sich selbst gegen eine weitere Amtszeit entschieden hatte. „Ich habe die Arbeit hier mit Ihnen sehr gemocht, habe viel gelernt, habe viel gestritten. Aber wir haben auch einiges geschafft.“


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Während der vergangenen fünf Jahre seien 350 Vorschläge seiner EU-Kommission umgesetzt worden, darunter wichtige Verbesserungen im Alltag wie das kostenfreie Roaming beim Mobilfunk im EU-Ausland. Juncker bedauerte, dass in der Asylpolitik keine EU-Lösung gelungen sei. Ein Trost für ihn sei aber, dass die EU auf der sozialen Ebene vorankomme.

Der Brexit ist wichtig, aber das tägliche Leben der Bürger ist noch wichtiger“, sagte der Kommissionschef. Die Kommission habe 1600 Bürgerdialoge organisiert. Das zeige, dass sie sich nicht in ihrem Brüsseler Amtssitz verbunkere und „keine Bande von Putschisten“ sei, sondern täglich Kontakt zu den Bürgern habe.


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