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Julian Assange hofft wegen Corona-Virus auf Freilassung
International 24.03.2020

Julian Assange hofft wegen Corona-Virus auf Freilassung

Julian Assange sitzt seit April 2019 in Großbritannien in Haft.

Julian Assange hofft wegen Corona-Virus auf Freilassung

Julian Assange sitzt seit April 2019 in Großbritannien in Haft.
Foto: AFP/Daniel Leal-Olivas
International 24.03.2020

Julian Assange hofft wegen Corona-Virus auf Freilassung

Die angeschlagene Gesundheit des Wikileaks-Gründers macht ihn zum Covid-19-Risikofall.

(dpa) - Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hofft auf eine Freilassung unter Kautionsauflagen wegen der Coronavirus-Pandemie. Ein entsprechender Antrag solle noch in dieser Woche von seinen Anwälten bei einem Gericht in London gestellt werden, teilte Wikileaks mit. Assange sei wegen seiner angeschlagenen Gesundheit im Gefängnis besonders anfällig für die Lungenkrankheit Covid-19, die von dem neuartigen Coronavirus hervorgerufen wird, so die Begründung.

Der 48 Jahre alte gebürtige Australier sitzt derzeit im Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh im Südosten Londons. Ein Prozess über einen Auslieferungsantrag der USA soll am 18. Mai fortgesetzt werden. Assange soll aber an diesem Mittwoch zu einer Routineanhörung per Videoschalte vor Gericht erscheinen.


ARCHIV - 02.05.2018, Berlin: 02.05.2018, Berlin: Die US-amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning nimmt an der Internetkonferenz re:publica teil. Die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning hat nach Angaben ihrer Anwälte in einem Gefängnis in Alexandria (US-Bundesstaat Virginia) einen Selbstmordversuch unternommen. Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Gericht ordnet sofortige Freilassung von Chelsea Manning an
Seit Mai vergangenen Jahres sitzt Whistleblowerin Chelsea Manning in Beugehaft. Nun ordnet ein Gericht ihre Freilassung an - nach einem Selbstmordversuch.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning - damals Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen dem gebürtigen Australier bis zu 175 Jahre Haft.

Assange bestreitet die Vorwürfe. Seinen Anwälten zufolge sind die Anklagepunkte konstruiert, um an Assange ein Exempel zu statuieren. Sie sehen in dem Verfahren einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und fordern seine Freilassung. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten unter anderem zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt.


Für seinen Sohn Julian Assange hofft John Shipton auf Asyl in der Schweiz oder in Frankreich.
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John Shipton über seinen Sohn, den Wikileaks-Gründer Julian Assange, und dessen Enthüllungsplattform.

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden aber später eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt.


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(FILES) In this file photo taken on May 19, 2017 Wikileaks founder Julian Assange speaks on the balcony of the Embassy of Ecuador in London on May 19, 2017. - Julian Assange has been subjected to drawn-out "psychological torture", a UN rights expert said May 31, 2019, accusing the United States, Britain, Ecuador and Sweden of "collective persecution" of the WikiLeaks founder. The United Nations special rapporteur on torture and other cruel, inhuman or degrading treatment, Nils Melzer, also warned that if London agrees to an extradition request from Washington, Assange risked the death penalty. (Photo by Justin TALLIS / AFP)
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