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Jugendlichem in Saudi-Arabien droht die Todesstrafe
International 10.06.2019

Jugendlichem in Saudi-Arabien droht die Todesstrafe

Amnesty International kritisiert, dass den Verurteilungen oft unfaire Verhandlungen vorausgingen.

Jugendlichem in Saudi-Arabien droht die Todesstrafe

Amnesty International kritisiert, dass den Verurteilungen oft unfaire Verhandlungen vorausgingen.
Foto: AFP
International 10.06.2019

Jugendlichem in Saudi-Arabien droht die Todesstrafe

Er war gerade mal 13 Jahre, als er an einer Demonstration teilnahm. Jetzt droht Murtadscha Kwirairis in Saudi-Arabien die Todesstrafe.

(dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Behörden in Saudi-Arabien aufgefordert, die Todesstrafe gegen einen Jugendlichen fallen zu lassen. Murtadscha Kwirairis sei bei seiner Verhaftung erst 13 Jahre alt gewesen, kritisierte die Organisation. Bei einigen der ihm vorgeworfenen Verbrechen, für die er bereits im August vergangenen Jahres verurteilt worden sei, sei er sogar erst zehn Jahre gewesen.


Ein letztes Lächeln vor dem Tod
Singapur, dessen Drogengesetze zu den härtesten der Welt zählen, hat Medienberichten zufolge seit Oktober sieben zum Tod Verurteilte gehenkt, vier davon innerhalb von zwei Tagen.

Der US-Fernsehsender CNN hatte in der vergangenen Woche unter anderem ein Video von einer Fahrraddemonstration aus dem Jahr 2011 gezeigt. Zusammen mit etwa 30 anderen Kindern habe der damals 10-Jährige an Demonstrationen gegen die Regierung in der Ostprovinz des Königreichs teilgenommen. An den Protesten im Zuge des sogenannten „Arabischen Frühlings“ hatten 2011 vor allem Angehörige der schiitischen Minderheit im Osten Saudi-Arabiens teilgenommen.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Behörden in Saudi-Arabien alles dafür tun, um abweichende Meinungen ihrer eigenen Bürger niederzuschlagen“, sagte die Nahostdirektorin von Amnesty International, Lynn Maalouf. Die Todesstrafe gegen Personen, die zum Tatzeitpunkt unter 18 Jahren waren, sei international verboten.

Eine weitere Gerichtsverhandlung steht bevor

Dem inzwischen 18-Jährigen wird vorgeworfen, an Demonstrationen teilgenommen zu haben, Mitglied einer Terrororganisation zu sein und Brandsätze auf eine Polizeiwache geworfen zu haben. Derzeit warte Kwirairis auf eine weitere Gerichtsverhandlung.


A table in the execution room at the U.S. federal prison in Terre Haute, Indiana, is pictured in this undated handout photo. Timothy McVeigh was executed June 11, 2001 by lethal injection at the federal prison in Terre Haute for the April 19, 1995 truck bombing of Murrah Federal Building in Oklahoma City that killed 168 and injured hundreds.    REUTERS/HO/Federal Bureau of Prisons
Hinrichtungen auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren
Die Mehrzahl der Staaten in der Welt hat die Todesstrafe abgeschafft oder vollzieht sie nicht mehr. Der Trend zur Abschaffung sei nicht mehr umzukehren, meint Amnesty.

Saudi-Arabien steht für seinen Umgang mit der Todesstrafe international in der Kritik. Im vergangenen Oktober hatten mehrere UN-Experten in einem offenen Brief gefordert, die verhängte Todesstrafe gegen sechs Jugendliche aufzuheben. Drei der Verurteilten sollen nach Medienberichten inzwischen hingerichtet worden sein. Amnesty International kritisiert, dass den Verurteilungen oft unfaire Verhandlungen vorausgingen.


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