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Jugendliche randalieren wegen Corona-Maßnahmen
International 1 3 Min. 03.04.2021

Jugendliche randalieren wegen Corona-Maßnahmen

Ein Demonstrant geht am Freitag im Bois de la Cambre in Brüssel vor einem Polizeiwasserwerfer in Deckung.

Jugendliche randalieren wegen Corona-Maßnahmen

Ein Demonstrant geht am Freitag im Bois de la Cambre in Brüssel vor einem Polizeiwasserwerfer in Deckung.
Foto: AFP/John Thys
International 1 3 Min. 03.04.2021

Jugendliche randalieren wegen Corona-Maßnahmen

"Lassen uns nicht mehr einsperren": In Brüssel und St. Gallen lieferten sich Gruppen von Jugendlichen schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei.

(dpa/jt) - Von Osterruhe keine Spur: Bei Protesten Hunderter Jugendlicher gegen staatliche Corona-Beschränkungen sind in St. Gallen in der Schweiz Polizisten mit Molotow-Cocktails, Flaschen und anderen Gegenständen beworfen worden. Die Beamten hätten am Freitagabend „aus Notwehr“ mit Gummischrot zurückgeschossen, schrieb die Stadtpolizei auf Twitter. 

„Wir lassen uns nicht mehr einsperren - Corona und die Regierung können uns endgültig“, zitierte die Zeitung „Tagblatt“ eine Demonstrantin. Auf von der Zeitung veröffentlichten Videos war zu sehen, wie aus größeren Ansammlungen heraus Pyrotechnik gezündet wurde. Gegen 23.30 Uhr berichtete die Polizei, dass sie auch Reizgas gegen Randalierer eingesetzt habe - „infolge anhaltender Pyro-Würfe gegen die Polizei“ und weil diverse Gegenstände angezündet worden seien. Die Polizei schrieb auf Twitter: „Wir fordern die betroffenen Personen auf, sich friedlich zu verhalten. Die vielen Schaulustigen bitten wir, nach Hause zu gehen.“  

Erneute Krawalle in Brüssel

Auch in Brüssel herrschte am Karfreitag aggressive Stimmung: Den zweiten Tag in Folge löste die belgische Polizei in einem Brüsseler Park ein Treffen Hunderter Menschen wegen Verstößen gegen Corona-Regeln auf. Mit Wasserwerfern, Pferden und Tränengas wurden am Abend die letzten größeren Gruppen aus dem Bois de la Cambre gedrängt, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. 

Zuvor waren die Menschen per Lautsprecher aufgefordert worden, den Park wegen der Verstöße gegen die Hygienebestimmungen zu verlassen. In Belgien dürfen sich derzeit nur Gruppen von vier Menschen draußen treffen.

Proteste im Bois de la Cambre in Brüssel.
Proteste im Bois de la Cambre in Brüssel.
Foto: AFP/John Thys

In einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga war von elf Festnahmen die Rede. Verletzte habe es nicht gegeben, hieß es.

Zuvor waren Flaschen, Äste und Pyrotechnik auf die Polizistinnen und Polizisten geworfen worden, wie der dpa-Reporter beobachtete. Die letzten kleineren Gruppen wurden mit Tränengasgranaten und behelmten Einsatzkräften aus dem Unterholz im Park getrieben.


Bystanders and demonstrators gesture at the 'Bois de la Cambre' park, in Brussels, on April 2, 2021, a day after an unauthorised rally for a fake concert announced on social media as an April Fool's Day prank. - Riot police are deployed to a Brussels city park for a second evening, but are faced with much fewer people. Police on horseback and using water cannon charged a crowd of up to 2,000 people gathered in a Brussels park on April 1, 2021, for a fake concert announced on social media as an April Fool's Day prank. (Photo by JOHN THYS / AFP)
Wieder Wasserwerfer wegen Corona-Verstößen in Brüssel
Auch am Freitag hat die Polizei in einem Brüsseler Park ein Treffen Hunderter Menschen wegen Verstößen gegen Corona-Regeln aufgelöst.

Bereits am Donnerstag hatten sich nach einem Aufruf im Internet Polizeischätzungen zufolge rund 1.500 bis 2.000 Menschen in dem Park versammelt und gefeiert. In Interviews sagten einige, sie seien aus Protest gegen die Corona-Maßnahmen gekommen. Zahlreiche Polizisten wurden bei der Auflösung des Massentreffens verletzt. Mindestens ein Beamter sei am Kopf getroffen und ins Krankenhaus gebracht worden, berichte Belga unter Berufung auf die Polizei.

Die Corona-Infektionszahlen in Belgien waren in den vergangenen Wochen dramatisch angestiegen. Inzwischen liegt die 14-Tage-Inzidenz offiziellen Angaben zufolge bei knapp 550 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner. Schon im Herbst hatte das Land mit 11,5 Millionen Einwohnern zeitweise eine der höchsten Corona-Infektionsquoten in Europa verzeichnet. Strikte Beschränkungen bremsten die Ausbreitung des Virus jedoch vorübergehend.

Querdenker-Demo in Stuttgart

Indes sind in der südwestdeutschen Stadt Stuttgart tausende Menschen am Samstag zur zentralen Kundgebung der „Querdenken“-Bewegung auf den Cannstatter Wasen in Stuttgart geströmt, um gegen die Corona-Auflagen zu demonstrieren. Die Polizei war mit Hunderten Beamten an verschiedenen Orten aufgestellt, weil zehn teilweise unterschiedliche Kundgebungen angemeldet waren.   

Die Auflagen des Demonstrationszugs, der vom Marienplatz in der Stuttgarter Innenstadt zur zentralen Kundgebung auf dem Cannstatter Wasen unterwegs war, wurden laut Polizei größtenteils nicht eingehalten. Die Beamten wiesen die Menschen immer wieder darauf hin, Masken aufzusetzen und die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten. Polizeihubschrauber waren zur Dokumentation des Geschehens über dem Stadtgebiet im Einsatz.


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