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Johnson sorgt mit Gedicht für Eklat
International 1 01.10.2017 Aus unserem online-Archiv
In Myanmar

Johnson sorgt mit Gedicht für Eklat

Boris Johnson ist für seine verbalen Ausrutscher bekannt.
In Myanmar

Johnson sorgt mit Gedicht für Eklat

Boris Johnson ist für seine verbalen Ausrutscher bekannt.
Foto: AFP
International 1 01.10.2017 Aus unserem online-Archiv
In Myanmar

Johnson sorgt mit Gedicht für Eklat

Der britische Außenminister hat bei einem Besuch in Myanmar beinahe einen diplomatischen Eklat provoziert. Er trug ein sehr unpassendes Gedicht vor.

(dpa) - Der für verbale Ausrutscher bekannte britische Außenminister Boris Johnson hat im südostasiatischen Myanmar beinahe einen diplomatischen Eklat provoziert. Bei einem offiziellen Besuch in der ehemaligen britischen Kolonie im Januar zitierte der konservative Politiker ein Gedicht des Schriftstellers und Kolonialismus-Verfechters Rudyard Kipling (1865 bis 1936), wie ein am Samstag von der britischen Zeitung „The Guardian“ veröffentlichtes Video des Senders Channel 4 zeigt.

Bei dem Auftritt in der Shwedagon-Pagode in Rangun, dem religiösen Zentrum Myanmars, rezitierte Johnson die ersten Zeilen des Kipling-Gedichts „The Road to Mandalay“. In dem Text blickt ein früheres Mitglied der britischen Kolonialtruppen auf seine Zeit im ehemaligen Birma zurück und schwärmt von einem Mädchen.

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Der neben Johnson stehende britische Botschafter Andrew Patrick bremste seinen Chef allerdings aus. „Die Mikrofone sind an, wahrscheinlich ist das keine gute Idee“, sagte Patrick. Und weiter: „Nicht angemessen.“ Johnson entgegnete nur: „Nein? Gutes Zeug.“ Großbritannien hatte den Widerstand der Birmanen gegen die Unterwerfung zwischen 1824 und 1948 immer wieder blutig niedergeschlagen.

Die britische Kolonialzeit wird als Demütigung und Ehrenkränkung gesehen.

Johnson wird nun vorgeworfen, unsensibel aufgetreten zu sein. Der Direktor der Nichtregierungsorganisation Burma Campaign UK, Mark Farmaner, sagte dem „Guardian“: Es mache fassungslos, dass Johnson so etwas tue. „Die britische Kolonialzeit wird als Demütigung und Ehrenkränkung gesehen.“


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