Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Jean-Claude Hollerich begrüßt Fortschritte bei Seenotrettung
International 16.09.2019

Jean-Claude Hollerich begrüßt Fortschritte bei Seenotrettung

Erzbischof Jean-Claude Hollerich.

Jean-Claude Hollerich begrüßt Fortschritte bei Seenotrettung

Erzbischof Jean-Claude Hollerich.
Foto: Anouk Antony
International 16.09.2019

Jean-Claude Hollerich begrüßt Fortschritte bei Seenotrettung

Hollerich äußerte sich als Präsident der EU-Bischofskommission und forderte mehr Einsatz für Flüchtende in Libyen.

(KNA) - Der Präsident der EU-Bischofskommission COMECE, der luxemburgische Erzbischof Jean-Claude Hollerich, hat Fortschritte für eine Übergangsregelung zum Umgang mit von aus Seenot geretteten Migranten begrüßt. "Ich habe mich gefreut, weil die Situation auf den Schiffen unmöglich ist", sagte Hollerich der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag in Brüssel. Die derzeitige Lage gehe gegen die Menschenrechte, so der Erzbischof.

Am Wochenende hatte Deutschland angekündigt, ein Viertel der aus Seenot geretteten Migranten aufnehmen zu wollen, die vor Italien ankommen.

Zudem forderte Hollerich von den EU-Staaten mehr Einsatz für die Flüchtlinge und Migranten in den Lagern in Libyen. "Andauernde Vergewaltigungen, kein Trinkwasser, kein Wasser zum Waschen, Hautkrankheiten, Folter, Aufseher mit Maschinengewehren: Das geht nicht an der Pforte Europas", so Hollerich. "Da würde ich mir wünschen, dass der 'European Way of Life' zeigt, dass wir so etwas nicht hinnehmen können", so Hollerich.

Da würde ich mir wünschen, dass der 'European Way of Life' zeigt, dass wir so etwas nicht hinnehmen können. 

Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will das Migrationsressort "Schützen, was Europa ausmacht" (Protecting our European Way of Life) nennen. "Wenn 'Protecting our European Way of Life' heißt, dass wir Flüchtlinge und Migranten aufnehmen, bin ich ganz einverstanden", so Hollerich. "Wenn es aber bedeutet, die Festung Europa abzuschotten, dann kann ich nicht einverstanden sein", so der Erzbischof.


2018 sind insgesamt 2.277 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ertrunken, so die Zahlen des UNHCR. Bis Anfang August 2019 waren es 840.
Seenotrettung: Bisher 41 Menschen in Luxemburg aufgenommen
Außen-und Immigrationsminister Jean Asselborn hat in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage aus den Reihen der ADR neue Zahlen zur Beteiligung Luxemburgs an der Verteilung von Asylbewerbern gegeben.

Er forderte, dass auch eine Interpretation des Titels mitgeliefert werden müsse. "Wenn ich Studenten eine Aufgabe gebe und sie nur den Titel abgeben, genügt das nicht. Es braucht auch Inhalte", so der COMECE-Präsident.

Von der Leyen verteidigte den Titel unterdessen. Gemeint seien europäische Grundwerte wie Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, so die künftige Kommissionspräsidentin am Montag in der "Welt". Am 23. September wollen die Innenminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Maltas und Finnlands auf Malta über einen provisorischen Verteilungsmechanismus für im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge und Migranten beraten.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema