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Jägerfreunde hatten Wilderer in Verdacht
International 14.07.2022
Polizistenmord von Kusel

Jägerfreunde hatten Wilderer in Verdacht

Der Hauptangeklagte Andreas S. (r.) sitzt neben seinem Anwalt Leonhard Kaiser im Verhandlungssaal des Landgerichts Kaiserslautern.
Polizistenmord von Kusel

Jägerfreunde hatten Wilderer in Verdacht

Der Hauptangeklagte Andreas S. (r.) sitzt neben seinem Anwalt Leonhard Kaiser im Verhandlungssaal des Landgerichts Kaiserslautern.
Foto: Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa
International 14.07.2022
Polizistenmord von Kusel

Jägerfreunde hatten Wilderer in Verdacht

Unter saarländischen Jägern war wohlbekannt, wie der spätere mutmaßliche Polizistenmörder tickte. Das wollten Kollegen melden - konnten aber nicht.

(dpa) - Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten nahe Kusel in der Pfalz hatten einige Jäger im Saarland den Hauptangeklagten schnell als mutmaßlichen Täter in Verdacht. Im Mordprozess vor dem Landgericht Kaiserslautern berichtete am Donnerstag ein Jäger, er habe nach dem Austausch mit Bekannten die Polizei am Morgen nach der Tat vom 31. Januar gegen 9 Uhr angerufen und gesagt, dass es der jetzt angeklagte 39-Jährige gewesen sein könnte. Von der Tat hätten sie zuvor aus den Nachrichten gehört.


31.01.2022, Rheinland-Pfalz, Mayweilerhof: Polizeibeamte stehen an einer Absperrung an der Kreisstraße 22, rund einen Kilometer von dem Tatort entfernt,  an dem zwei Polizeibeamte durch Schüsse getötet wurden. Die tödlichen Schüsse fielen nach Polizei-Angaben bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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„Es war uns bekannt, dass er wildert“, sagte der 36-Jährige. Und viele hätten Angst vor ihm gehabt. Denn bei einer Jagd im Herbst 2021 habe er vor anderen gesagt, er würde sich den Weg frei schießen, wenn sich ihm jemand in den Weg stellen würde. Damit habe er Furcht verbreitet, sagte der Zeuge. 

Pikantes Detail der Aussage: Ende 2021 habe man seitens der Jäger schon Kontakt mit der Polizei aufnehmen wollen, aber der zuständige Beamte sei krank gewesen. Denn der Verdacht, dass der 39-Jährige saarlandweit bis in die angrenzende Pfalz wilderte, habe sich zuvor erhärtet.


02.02.2022, Rheinland-Pfalz, Kusel: Ein Kranz sowie Blumen und Kerzen liegen am Tatort an der Kreisstraße 22 bei Ulmet (Rheinland-Pfalz) zum Gedenken. Am Montag wurden in der Nähe bei Ulmet eine Polizistin und ein Polizist im Dienst getötet. Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Seit dem 21. Juni steht als Hauptangeklagter der 39-jährige als Wilderer bekannte Mann vor Gericht: Er soll laut Anklage Ende Januar bei einer nächtlichen Fahrzeugkontrolle eine Polizeianwärterin (24) und einen Polizeikommissar (29) mit Gewehrschüssen in den Kopf getötet haben, um Jagdwilderei zu verdecken. Die Gewalttat sorgte international für Entsetzen. Ein Komplize (33) ist wegen versuchter Strafvereitelung angeklagt. Er soll beim Spurenverwischen geholfen haben.

Einen besseren Schützen kenne ich nicht.

Zuvor hatte ein Freund den Hauptangeklagten als besonders guten Schützen beschrieben. „Einen besseren Schützen kenne ich nicht“, sagte der 67-Jährige aus Homburg, der in der Jagdausbildung tätig ist und den 39-Jährigen seit vielen Jahren kennt. Der Angeklagte sei „jagdlich äußerst passioniert“ gewesen und habe Abschusspläne gerne übererfüllt. „Er hat halt ein paar mehr PS als andere Menschen.“


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