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Italien isoliert 16 Millionen Menschen
International 2 Min. 08.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Italien isoliert 16 Millionen Menschen

Hamsterkäufe waren bereits am Samstag auf der Tagesordnung.

Italien isoliert 16 Millionen Menschen

Hamsterkäufe waren bereits am Samstag auf der Tagesordnung.
Foto: AFP
International 2 Min. 08.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Italien isoliert 16 Millionen Menschen

Italien ist in Europa am stärksten vom Coronavirus betroffen. Nun sperrt die Regierung große Teile im Norden ab. Auch Venedig und Mailand sind abgeriegelt.

 (dpa) - Die Lage in Italien spitzt sich dramatisch zu: Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt die Regierung die Bewegungsfreiheit von rund 16 Millionen Bürgern drastisch ein. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Sonntagmorgen, die wirtschaftsstarke Lombardei und 14 andere Gebiete würden weitgehend abgeriegelt. 


07.03.2020, Großbritannien, London: Passanten sind mit Mundschutz im Stadtzentrum unterwegs. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Er habe das entsprechende Dekret unterschrieben. Davon betroffen sind die Millionenstadt Mailand und die Touristenhochburg Venedig ebenso etwa wie Parma in der Region Emilia-Romagna. Außerdem bestätigte beziehungsweise verhängte die Regierung den Angaben nach Einschränkungen für ganz Italien wie den Stopp für Kinos, Theater, Museen, Demonstrationen und viele andere Veranstaltungen. Die neuen Sperrgebiete sollten von sofort bis zunächst zum 3. April gelten, schrieben Zeitungen.

Rom ist vorläufig noch nicht betroffen.
Rom ist vorläufig noch nicht betroffen.
Foto: AFP

Italien ist das Land in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen stetig an. Bis Samstag zählen die Behörden 5883 Menschen mit einer Infektion. 233 Menschen davon sind gestorben.

"Nationale Notlage"

Die neuen Ankündigungen der Regierung dürften den Alltag der insgesamt rund 60 Millionen Bürger weiter verändern, nachdem die bisher schon getroffenen Maßnahmen wie landesweite Schulschließungen bereits viele tagtäglich treffen. „Wir stehen vor einer nationalen Notlage“, sagte Conte, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. „Wir haben sie von Anfang an mit maximalen Vorsichtsmaßnahmen bekämpft“, ergänzte der Ministerpräsident. „Wir haben zwei Ziele: Die Ausweitung der Ansteckung einzudämmen und eine Überlastung der Krankenhauseinrichtungen zu vermeiden.“


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Die neuen Sperrgebiete dürften nur aus „ernsten und unvermeidlichen“ Anlässen betreten oder verlassen, etwa zum Zwecke der Arbeit oder aus familiären Gründen, hieß es. Betroffen von den Sperrmaßnahmen sind nach der Ankündigung außer der Region Lombardei 14 Provinzen unter anderem in der Emilia-Romagna und Venetien im Norden. Auch innerhalb der neuen Sperrzonen dürfen sich Bewohner nicht mehr völlig frei bewegen, wie der Premier ankündigte. „Es herrscht eine eingeschränkte Mobilität“, sagte er den Angaben zufolge. Nach den Entscheidungen in Italien wies auch das Auswärtige Amt auf die veränderte Situation hin.

Weltweite Bedrohung

China meldete am Sonntag, weitere 27 Menschen seien der Lungenkrankheit Covid-19 zum Opfer gefallen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, ging die Zahl neuer Infektionen deutlich zurück. Laut offiziellen Angaben kamen seit dem Vortag nur noch landesweit 44 Fälle hinzu - der geringste Wert seit Wochen. Seit Ausbruch des Coronavirus wurden in China über 80 000 Infektionen registriert, von denen bislang rund 57 000 geheilt wurden. 


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Weltweit sind inzwischen mehr als 100 000 Infektionen und rund 3500 Todesfälle registriert - die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle dürfte Experten zufolge noch weit darüber liegen.

Auch in den USA sorgt die Krankheit zunehmend für Probleme: Im US-Bundesstaat New York gilt nun der Notstand. Derzeit gebe es dort 76 bestätigte Fälle, sagte Gouverneur Andrew Cuomo in der Hauptstadt Albany. Auch in den Bundesstaaten Kalifornien, Maine und Washington an der Westküste der USA wurde bereits der Notstand verhängt.     

Venedig gleicht einer Geisterstadt.
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Foto: AFP



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