Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Istanbul: Fünf Tote bei Selbstmordanschlag
International 2 Min. 19.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Istanbul: Fünf Tote bei Selbstmordanschlag

Die Explosion soll sich inmitten von einigen Passanten ereignet haben.

Istanbul: Fünf Tote bei Selbstmordanschlag

Die Explosion soll sich inmitten von einigen Passanten ereignet haben.
Foto: Reuters
International 2 Min. 19.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Istanbul: Fünf Tote bei Selbstmordanschlag

Am Samstag sprengte sich ein Selbstmordattentäter in Istanbul in die Luft - mitten in einer zentralen Einkaufsstraße. Ein Ende der Gewalt in der Türkei ist nicht in Sicht.

(dpa) - Bei dem zweiten Selbstmordanschlag innerhalb einer Woche in der Türkei sind in Istanbul fünf Menschen getötet worden. 36 Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen schwer, teilte der türkische Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu am Samstag mit. Zwölf der Verletzten seien Ausländer. Wer hinter dem Anschlag steckte, blieb zunächst unklar.

„Reisenden in Istanbul wird geraten, öffentliche Plätze, auch touristische Attraktionen und allgemein Menschenansammlungen in den nächsten Tagen zu meiden“, hieß es am späten Samstagnachmittag in einem aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweis aus Deutschland.

Zum Hintergrund des erneuten Anschlags in Istanbul machte Minister Müezzinoglu keine Angaben. Es werde ermittelt. „Ich verurteile die, die Menschen und damit die Menschheit töten“, sagte er. Der Selbstmordattentäter zündete den Sprengsatz in der Nähe der zentralen Einkaufsstraße Istiklal. In der Nähe des Explosionsortes befindet sich ein Einkaufszentrum und das Bezirksamt.

Die Menschen flüchteten nach dem Attentat aus dem Shopping- und Touristenviertel.
Die Menschen flüchteten nach dem Attentat aus dem Shopping- und Touristenviertel.
Foto: Reuters

In der Türkei hatte es in den vergangenen Monaten mehrfach Anschläge gegeben. So wurden Sicherheitskräfte immer wieder Ziel von PKK-Angriffen. Die Sicherheitskräfte bekämpfen die PKK massiv im Südosten des Landes. Allerdings wurden in der Vergangenheit Anschläge auch dem IS oder linksterroristischen Gruppen angelastet.

Ein Video, das von einer Überwachungskamera vom Anschlagsort stammen soll, zeigt eine Explosion inmitten von einigen Passanten. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall. Hubschrauber kreisten am Samstag über dem Unglücksort, Rettungswagen rasten zur Detonationsstelle. Die Polizei sperrte die Einkaufsstraße Istiklal weiträumig ab, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Forensiker untersuchten am Nachmittag den Anschlagsort im Einkaufsviertel von Istanbul.
Forensiker untersuchten am Nachmittag den Anschlagsort im Einkaufsviertel von Istanbul.
Foto: Reuters

Am Donnerstag und Freitag waren das deutsche Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen bereits wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden. Das Konsulat in Istanbul hatte die Bundesbürger am Wochenende zu Achtsamkeit in der Stadt aufgerufen. Ebenso am Montag zum kurdischen Neujahrsfest Newroz.

Ein TV-Reporter berichtet am Samstagabend in der Nähe des Ortes, an dem der Anschlag verübt wurde.
Ein TV-Reporter berichtet am Samstagabend in der Nähe des Ortes, an dem der Anschlag verübt wurde.
Foto: Reuters

37 Tote vergangenen Sonntag in Ankara

Erst vergangenen Sonntag gab es einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit 37 Toten, zu dem sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannte. Die Tat sei eine Vergeltung für die „Massaker in Kurdistan“, hatte die Gruppe in ihrem Bekennerschreiben mitgeteilt und zugleich neue Anschläge angekündigt. Die türkische Armee geht seit Monaten in einer Militäroffensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Südosten der Türkei vor.

Die TAK ging 2004 aus der PKK hervor und verübt Anschläge in Städten. Die Gruppe hatte sich schon im Februar zu einem Anschlag auf einen Militärkonvoi mit 30 Toten in Ankara bekannt.

In der Türkei kommt es immer wieder zu Anschlägen. In Istanbul hatte im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugerechnet.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ankara: Explosion fordert mindestens 34 Tote
Bei einem erneuten Autobomben-Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens 27 Menschen getötet worden. 125 Menschen seien bei der Detonation am Sonntagabend verletzt worden.
Polizei und Rettungskräfte bergen eine verletzte Person, nachdem es zu einer Explosion im Zentrum von Ankara gekommen war.