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Israels Regierung beschließt erneuten Lockdown
International 13.09.2020

Israels Regierung beschließt erneuten Lockdown

Ein ultra-orthodoxer Jude Jewish trägt in den Straßen von Jerusalem eine Maske, um sich und andere vor einer Corona-Ansteckung zu schützen.

Israels Regierung beschließt erneuten Lockdown

Ein ultra-orthodoxer Jude Jewish trägt in den Straßen von Jerusalem eine Maske, um sich und andere vor einer Corona-Ansteckung zu schützen.
Foto: AFP
International 13.09.2020

Israels Regierung beschließt erneuten Lockdown

Das Kabinett von Benjamin Netanjahu stimmte am Sonntagabend gegen den Widerstand einiger Minister für neue drastische Ausgangsbeschränkungen.

Israels Regierung hat angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Corona-Virus die Verhängung eines zweiten landesweiten Lockdowns beschlossen. Das Kabinett stimmte am Sonntagabend gegen den Widerstand einiger Minister für neue drastische Ausgangsbeschränkungen. Diese sollen am Freitagnachmittag um 13.00 Uhr (MESZ) in Kraft treten, vor Beginn der jüdischen Feiertage, und zunächst für drei Wochen gelten.

EIn Priester vor den Mauern der alten Stadt in Jerusalem. Diese Lockdownmaßnahmen sollen am Freitagnachmittag um 13 Uhr (MESZ) in Kraft treten, vor Beginn der jüdischen Feiertage, und zunächst für drei Wochen gelten.
EIn Priester vor den Mauern der alten Stadt in Jerusalem. Diese Lockdownmaßnahmen sollen am Freitagnachmittag um 13 Uhr (MESZ) in Kraft treten, vor Beginn der jüdischen Feiertage, und zunächst für drei Wochen gelten.
Foto: AFP

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, angesichts steigender Infektionszahlen hätten Klinikleiter „die rote Fahne erhoben“. Es seien sofortige Maßnahmen notwendig. „Unser Ziel ist es, den Anstieg zu stoppen.“

Schulen und Kindergärten sollen den Angaben zufolge geschlossen werden. Die Menschen dürfen sich, außer in Ausnahmefällen, nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Auch Hotels, Restaurants und Einkaufszentren sowie Freizeiteinrichtungen sollen nach Medienberichten geschlossen bleiben. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Behörden und Privatunternehmen sollen unter Einschränkungen arbeiten. Außerdem gelten Versammlungsbeschränkungen: Bis zu 20 Menschen dürfen sich im Freien und bis zu zehn Menschen in Innenräumen versammeln.


Der strengreligiöse Wohnungsminister und frühere Gesundheitsminister Jakov Litzman (l.) von der Partei Vereinigtes Tora-Judentum erklärte aus Protest gegen die Lockdown-Maßnahmen seinen Rücktritt. Somit verliert Ministerpräsident Bejamin Netanjahu einen wichtigen Koalitionspartner.
Der strengreligiöse Wohnungsminister und frühere Gesundheitsminister Jakov Litzman (l.) von der Partei Vereinigtes Tora-Judentum erklärte aus Protest gegen die Lockdown-Maßnahmen seinen Rücktritt. Somit verliert Ministerpräsident Bejamin Netanjahu einen wichtigen Koalitionspartner.
Foto: AFP

Der strengreligiöse Wohnungsminister und frühere Gesundheitsminister Jakov Litzman von der Partei Vereinigtes Tora-Judentum erklärte aus Protest gegen die Maßnahmen seinen Rücktritt. Litzman ist ein wichtiger Koalitionspartner Netanjahus.

Die Anzahl der Neuinfektionen in Israel ist zuletzt dramatisch gestiegen. An vier Tagen in Folge wurden in der abgelaufenen Woche jeweils Rekordwerte verzeichnet. Die Zahl der Fälle seit Beginn der Pandemie hat inzwischen 150.000 überschritten, 1.108 Menschen sind nach einer Infektion gestorben.



TOPSHOT - An ultra-Orthodox Jewish man wearing a protective mask and shield against the coronavirus,  walks along a street in Jerusalem on September 11, 2020. - Israel this week imposed new restrictions on parts of the country to confront a resurgence of Covid-19 infections, with the Arab-Israeli community especially hard hit in a second wave. (Photo by EMMANUEL DUNAND / AFP)
Warum Israel vor einem zweiten Lockdown steht
Weil die Coronazahlen unkontrolliert steigen, will die Regierung in der nächsten Woche eine strenge Ausgangssperre beschliessen. Aber es gibt politische Hindernisse.

Es gab aus wirtschaftlichen Gründen starken Widerstand gegen neue Corona-Beschränkungen. Denn die Corona-Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent.


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