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Isländische Parteien streiten über Wahltermin
International 07.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Regierungschef zurückgetreten

Isländische Parteien streiten über Wahltermin

Sigurdur Ingi Johansson soll neuer Ministerpräsident werden.
Regierungschef zurückgetreten

Isländische Parteien streiten über Wahltermin

Sigurdur Ingi Johansson soll neuer Ministerpräsident werden.
Foto: Reuters
International 07.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Regierungschef zurückgetreten

Isländische Parteien streiten über Wahltermin

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
Nach vielem Hin und Her ist Islands Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson nun doch zurückgetreten. Ruhe kehrt im Land aber nicht ein, denn die Opposition will die Regierung stürzen.

(dpa) - Die Regierung in Island will ohne ihren durch die „Panama Papers“ in die Kritik geratenen Chef Sigmundur David Gunnlaugsson weitermachen. Gunnlaugsson sei zurückgetreten, teilte ein Sprecher der liberalen Fortschrittspartei am späten Mittwochabend nach ausführlichen Beratungen mit allen Parteien mit. Vizeparteichef Sigurdur Ingi Johansson werde neuer Ministerpräsident. Für den Herbst seien Neuwahlen geplant, ein halbes Jahr vor Ende der Legislaturperiode. 

Die Oppositionsparteien hingegen blieben bei ihrem Vorhaben, die Regierung mit einem Misstrauensvotum stürzen zu wollen und Neuwahlen innerhalb von 45 Tagen zu erreichen.

Die Regierungskrise in Island war durch die ersten Veröffentlichungen der “Panama Papers“ am Sonntag ausgelöst worden. Demnach haben der scheidende Ministerpräsident Gunnlaugsson und seine Frau Millionen in einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln geparkt. Gunnlaugsson soll seine Anteile inzwischen an seine Frau überragen haben. In einem Schreiben an die internationale Presse bestritt der Politiker am Dienstagabend, die Vermögenswerte den Finanzbehörden verheimlicht zu haben. Er weigerte sich zurückzutreten, obwohl seine Partei zuvor seinen Rückzug verkündet hatte.

Am Mittwochabend hatten den dritten Tag in Folge Tausende Isländer in Reykjavík demonstriert und das Parlamentsgebäude aus Ärger über die Politik mit Eiern und Bananen beworfen.

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