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IS reklamiert tödliche Messerattacke in Paris - Mann aus Luxemburg verletzt
Bis tief in die Nacht sicherten Forensiker Spuren.

IS reklamiert tödliche Messerattacke in Paris - Mann aus Luxemburg verletzt

AFP
Bis tief in die Nacht sicherten Forensiker Spuren.
International 3 Min. 13.05.2018

IS reklamiert tödliche Messerattacke in Paris - Mann aus Luxemburg verletzt

Bei der Messertattacke in Paris wurde ein Mann aus Luxemburg schwer verletzt. Der 34-Jährige ist aber nicht in Lebensgefahr. Überdies reklamiert die Terrorgruppe IS das Attentat für sich.

(dpa/TJ) - Bei der Messerattacke in Paris wurde am Samstagabend ein 34-jähriger Mann aus Tüntingen ernsthaft verletzt. Der Mann sei schwer, aber nicht lebensgefährlich verwundet worden. Dies teilt das Außenministerium am Sonntagmorgen mit. Er sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, sein Zustand sei stabil. Die französischen Behörden haben die Luxemburger Botschaft in Paris und das Ministerium während der Nacht hiervon in Kenntnis gesetzt.

Die Botschaft ist in Kontakt mit dem Opfer und dessen Angehörigen und steht diesen mit Rat und Tat bei. Die Luxemburger Regierung verurteilt den Angriff und steht den Opfern moralisch bei. Zudem bedankt man sich bei den Behörden in Frankreich für deren schnelles Eingreifen, so ein Schreiben des Außenministeriums von Sonntagmittag.

Ermittlungen laufen - IS bekennt sich

Nach einer tödlichen Messer-Attacke in Paris gehen die Ermittler einem Terrorverdacht nach. Ein Angreifer tötete am Samstagabend im Zentrum der französischen Hauptstadt einen Passanten und verletzte vier weitere Menschen, bevor die Polizei ihn erschoss. Staatspräsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich habe erneut „den Preis des Blutes“ bezahlt, werde aber vor den „Feinden der Freiheit“ keinen Zoll zurückweichen.

Das Attentat fand in der Rue de Monsigny statt.
Das Attentat fand in der Rue de Monsigny statt.
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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Die auf Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group meldete, dass das IS-Sprachrohr Amak den Angreifer als „Soldaten des Islamischen Staates“ bezeichnet habe.

Angreifer stammte aus Tschetschenien

Der Mann schlug in einem beliebten Theater- und Ausgehviertel zu. Eine Frau und ein Mann wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Der getötete Passant war 29 Jahre alt. Wegen der Vorgehensweise übernahmen Anti-Terror-Ermittler den Fall, ermittelt wird wegen Mordes und versuchten Mordes an Amtsträgern im Zusammenhang mit Terrorismus.

Staatsanwalt François Molins
Staatsanwalt François Molins
AFP

Laut Zeugenaussagen soll er „Gott ist groß“ auf Arabisch gerufen haben, wie der Pariser Staatsanwalt François Molins sagte. Wegen der Vorgehensweise übernahmen Anti-Terror-Ermittler den Fall, ermittelt wird wegen Mordes und versuchten Mordes an Amtsträgern im Zusammenhang mit Terrorismus. Zur Identität des Täters machte Molins zunächst keine Angaben. Zwei der Angegriffenen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen.

Macron teilte auf Twitter mit, seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. „Ich lobe im Namen aller Franzosen den Mut der Polizisten, die den Terroristen neutralisiert haben.“ Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, seit Anfang 2015 wurden dabei mehr als 240 Menschen ermordet.

Ein weiterer Zeuge erzählte BFMTV, als die Polizei kam, sei der Mann mit dem Messer auf die Beamten zugerannt. Auch Vertreter der Polizeigewerkschaft Alliance erklärten, der Angreifer habe sich gegen die Beamten gewandt. Demnach versuchte die Polizei zunächst ohne Erfolg, den Täter per Elektroschockgerät zu stoppen. Dann habe ein Polizist geschossen. Innenminister Gérard Collomb würdigte die „Reaktionsfähigkeit“ der Einsatzkräfte. Premierminister Édouard Philippe sagte, neun Minuten nach dem ersten Notruf sei der Täter „neutralisiert“ gewesen - das schnelle Eingreifen habe eine schlimmere Bilanz verhindert.

Neues Video in sozialen Medien

Am Sonntag tauchte ein Video in sozialen Medien auf, das ebenfalls von Amak ins Netz gestellt worden sein soll. Es soll den Angreifer zeigen. Darin schwört ein junger Mann mit halbverhülltem Gesicht auf Französisch dem IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi die Treue, begründet seine Tat mit französischen Luftangriffen auf Muslime und ruft Glaubensbrüder in Europa zu weiteren Angriffen auf. Die Aufnahme ähnelt in Aufmachung und Inhalt Videos, die nach früheren islamistischen Angriffen in die Öffentlichkeit gelangten. Die Echtheit konnte jedoch nicht überprüft werden.


Der Hintergrund des Vorfalls im Stadtzentrum war zunächst unklar.
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Der Tatverdächtige war den Sicherheitsbehörden bekannt und stand auf einer Liste radikalisierter Personen. Nach Informationen der Regionalzeitung „Le Parisien“ wurde sein Gefährdungspotenzial aber nicht als hoch eingestuft.

Die tschetschenische Herkunft des Angreifers wurde vom autoritären Republikchef Ramsan Kadyrow bestätigt. Aufgewachsen sei der Mann aber in Frankreich, teilte Kadyrow über den Chatdienst Telegram mit. Der Mann habe auch mit 14 Jahren, als er schon französischer Staatsbürger war, einen russischen Pass bekommen. Diesen habe er aber nicht verlängern lassen und habe daher keinen gültigen russischen Pass. Die tschetschenischen Behörden würden Angehörige befragen, meldete die Agentur Interfax.



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