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IS droht mit weiterer Gewalt
International 13 2 Min. 09.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach den Anschlägen in Ägypten

IS droht mit weiterer Gewalt

Die Kirche von Tanta nach dem Anschlag.
Nach den Anschlägen in Ägypten

IS droht mit weiterer Gewalt

Die Kirche von Tanta nach dem Anschlag.
Foto: AFP
International 13 2 Min. 09.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach den Anschlägen in Ägypten

IS droht mit weiterer Gewalt

Bei zwei Anschlägen auf christliche Kirchen in Ägypten hat es neusten Angaben zufolge 120 Verletzte und 41 Tote gegeben. Jetzt reklamiert der IS die Anschläge für sich.

(dpa) - Die Zahl der Todesopfer der Anschläge auf Christen in Ägypten ist auf 41 gestiegen. Etwa 120 Personen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Kairo am Sonntag mit.

Bei der durch einen Selbstmordattentäter ausgelösten Explosion außerhalb einer Kirche in der Mittelmeer-Hafenstadt Alexandria seien 16 Menschen getötet und 41 weitere verwundet worden. Die Detonation eines Sprengsatzes in der nordägyptischen Stadt Tanta forderte weitere 25 Menschenleben, 78 Gläubige wurden verletzt. Es handelt sich damit um die schwersten Anschläge auf die christliche Minderheit in Ägypten seit Jahren.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Anschläge in Ägypten für sich reklamiert und droht mit neuer Gewalt gegen Christen. Die „Kreuzzügler“ und „Ungläubigen“ würden mit dem Blut ihrer Söhne bezahlen, hieß es in einer Mitteilung im Namen des Islamischen Staates, die am Sonntag über IS-nahe Kanäle veröffentlicht wurde. Die Echtheit konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Die ägyptische Regierung sprach von Terror: „Der Terrorismus trifft Ägypten erneut, dieses Mal an Palmsonntag“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ahmed Abu Seid, auf Twitter. Es sei eine weitere widerwärtige Tat gegen alle Ägypter. Im Internet kursierende und im Fernsehen ausgestrahlte Videos zeigten einen blutverschmierten Boden.

Kurze Zeit später in Alexandria

Nach dem verheerenden Anschlag auf eine christliche Kirche in Ägypten hat es in der Hafenstadt Alexandria eine weitere Explosion gegeben. Außerhalb einer koptisch-christlichen Kirche in der Millionenstadt ist am Palmsonntag ein Sprengsatz explodiert, berichtete das Staatsfernsehen.

Die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ berichtete, die Explosion außerhalb des koptischen Gotteshauses St. Markus sei ebenfalls durch einen Selbstmordattentäter verursacht worden, der zuvor am Einlass in die Kirche gehindert worden sei.

Erinnerungen an Dezember 2016

Christen machen in Ägypten zehn Prozent der etwa 94 Millionen Einwohner aus. Sie können ihre Religion weitgehend frei ausüben und leben größtenteils friedlich mit der muslimischen Bevölkerungsmehrheit zusammen. Es gibt allerdings vereinzelte Spannungen, vor allem in den ländlichen Gebieten.

Bei einem schweren Bombenanschlag auf eine Kirche im Dezember waren fast 30 Menschen getötet worden. Damals bekannte sich die Terrormiliz IS zu der Tat. Ein Ableger des Islamischen Staates treibt im Nordsinai in Ägypten sein Unwesen und kündigte in Propagandavideos Angriffe auf Christen an.

Im Februar flohen Hunderte ägyptische Christen aus dem Norden der unruhigen Sinai-Halbinsel. Vorangegangen war eine Mordserie an Mitgliedern der religiösen Minderheit, hinter der die Terrormiliz IS vermutet wurde.

Für Ende April ist der Besuch von Papst Franziskus in Kairo angekündigt.

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