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Irans Präsident enttäuscht vom EU-Angebot
International 05.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Irans Präsident enttäuscht vom EU-Angebot

Hassan Ruhani (l), Präsident des Iran, schüttelt die Hand von Sebastian Kurz (r), Bundeskanzler von Österreich, nach einer gemeinsamen Presseerklärung in der Wiener Bundeskanzlei.

Irans Präsident enttäuscht vom EU-Angebot

Hassan Ruhani (l), Präsident des Iran, schüttelt die Hand von Sebastian Kurz (r), Bundeskanzler von Österreich, nach einer gemeinsamen Presseerklärung in der Wiener Bundeskanzlei.
Foto: Arman/Iranian President Press Office/dpa
International 05.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Irans Präsident enttäuscht vom EU-Angebot

Hassan Ruhani findet das Kompromissangebot Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zur Rettung des Atomabkommens nicht zufriedenstellend. Er will stärkere Garantien, was wirtschaftliche Gegenleistungen betrifft.

(dpa) - Der iranische Präsident Hassan Ruhani ist enttäuscht von Vorschlägen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zur Rettung des Wiener Atomabkommens von 2015. „Das Paket ist enttäuschend und enthält keine konkreten und praktischen Lösungsvorschläge“, sagte er nach iranischen Angaben in einem Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend.

Ruhani äußerte sich vor einem neuen Versuch der internationalen Gemeinschaft, den von den USA bekämpften Atom-Deal mit dem Iran doch noch zu retten. Die Außenminister von Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland treffen sich dazu am Freitag in Wien mit dem iranischen Chefdiplomaten. Dort sollte dem Iran auch ein Rettungspaket des EU-Trios überreicht werden, das Teheran auch nach dem Ausstieg der USA und den neuen Sanktionen eine internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit ermöglicht.


Iranian President Mahmoud Ahmadinejad, speaks at a ceremony in Iran's nuclear enrichment facility in Natanz, 300 kms 186 (miles) south of capital Tehran, Iran, Monday April, 9, 2007.   Iran announced Monday that it has begun enriching uranium with 3,000 centrifuges, a dramatic expansion of a nuclear program that has drawn U.N. sanctions and condemnation from the West. President Mahmoud Ahmadinejad said Monday at a ceremony at the enrichment facility at Natanz that Iran was now capable of enriching nuclear fuel "on an industrial scale."  Asked if Iran has begun injecting uranium gas into 3,000 centrifuges for enrichment, top nuclear negotiator Ali Larijani replied, "Yes." He did not elaborate, but it was the first confirmation that Iran had installed the larger set of centrifuges after months of saying it intends to do so. (AP Photo/Hasan Sarbakhshian)
Iran bereitet sich auf Ende des Atomdeals vor
Innerhalb eines Monats, so der Atomchef des Landes, könnte man in Natans eine effiziente Zentrifugenfabrik zur Uran-Anreicherung in Betrieb nehmen, sollte der Deal scheitern.

In dem Abkommen verpflichtet sich der Iran, sein Atomprogramm überprüfbar zu begrenzen. Dafür sollten Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben werden. Die USA wollen jedoch den Iran auch zur Veränderung seiner Außenpolitik zwingen und haben das Abkommen aufgekündigt, um das Land mit Sanktionen belegen zu können.

Ruhani sagte, er habe zu den Verhandlungen ein klares Programm bezüglich der wirtschaftlichen Forderungen des Iran erwartet. Ein ähnliches Telefonat führte Ruhani am Donnerstagabend auch mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron.

Ruhani hatte während seines Staatsbesuchs in der Schweiz und Österreich mehrmals betont, dass der Iran zwar in dem Deal bleiben wolle - aber nur, wenn das Land auch von den wirtschaftlichen Vorteilen profitiere. Besonders der iranische Ölexport, die Haupteinnahmequelle des Landes, sollte geschützt werden.


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