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Iran verhaftet 40 Ausländer in Zusammenhang mit Protesten
International 22.11.2022
Teheran

Iran verhaftet 40 Ausländer in Zusammenhang mit Protesten

Der Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini löste die Protestwelle aus – mittlerweile gehen die Menschen weltweit auf die Straßen, um gegen das Regime zu protestieren.
Teheran

Iran verhaftet 40 Ausländer in Zusammenhang mit Protesten

Der Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini löste die Protestwelle aus – mittlerweile gehen die Menschen weltweit auf die Straßen, um gegen das Regime zu protestieren.
Foto: AFP
International 22.11.2022
Teheran

Iran verhaftet 40 Ausländer in Zusammenhang mit Protesten

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die Proteste gegen das islamische System sind in den vergangenen Tagen Berichten zufolge immer gewaltsamer geworden.

(dpa) – In Zusammenhang mit den Protesten im Iran sind nach Angaben der Justiz 40 Ausländer inhaftiert worden. Ihnen werde unter anderem Spionage vorgeworfen, sagte Justizsprecher Massud Setajeschi am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Die Prozesse der Beschuldigten sollen demnach nach islamischem Strafrecht verhandelt werden. Der Sprecher sagte, Irans Feinde wünschten sich ein „schwarzes und bitteres“ Bild des Landes „voller Chaos und Unsicherheit“.

Gegen 1.118 Demonstranten wurde unterdessen Anklage erhoben, sagte der Sprecher weiter. Ihnen wird die Gefährdung der nationalen Sicherheit vorgeworfen. Mindestens sechs Protestteilnehmer wurden bisher zum Tode verurteilt. Die Justiz betonte, dass die Angeklagten Berufung einlegen könnten.

Gewalt nimmt zu

Die Proteste gegen das islamische System sind in den vergangenen Tagen Berichten zufolge immer gewaltsamer geworden. In den Kurdengebieten im Westen und Nordwesten spielten sich laut Augenzeugen bürgerkriegsähnliche Szenen ab. Dort sollen Dutzende Menschen getötet, verletzt und verhaftet worden sein. Auch in anderen Landesteilen soll es Tote und zahlreiche Festnahmen gegeben haben.


Luxembourg's Prime Minister Xavier Bettel arrives for the second day of a EU leaders Summit at The European Council Building in Brussels on October 21, 2022. (Photo by Kenzo TRIBOUILLARD / AFP)
Bettel zu den Iran-Protesten: „Die Leute werden umgebracht“
Der Premierminister wählte klare Worte gegen die iranischen Sicherheitskräfte, die bei Protesten immer wieder Protestierende tödlich verletzen.

Der Justizsprecher wies staatliche Gewalt gegenüber Protestierenden erneut zurück. Demonstranten wiederum berichten von einer gänzlich anderen Lage. Ihnen zufolge schössen Sicherheitskräfte wahllos auf Protestierende oder gar Autofahrer. In sozialen Medien werden Videos geteilt, die derartige Vorfälle zeigen sollen.

Über 400 Tote

Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden seit Beginn der systemkritischen Demonstrationen Mitte September über 430 Menschen getötet und rund 17.500 Demonstranten verhaftet. Auslöser der landesweiten Proteste war der Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini. Sie starb am 16. September im Polizeigewahrsam, nachdem sie von der Sittenpolizei wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden war.    

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