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Iran hofft im Atomstreit auf „Europas Widerstand“
International 15.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach Trump-Aussagen

Iran hofft im Atomstreit auf „Europas Widerstand“

Auch in Teheran sind die Menschen beunruhigt.
Nach Trump-Aussagen

Iran hofft im Atomstreit auf „Europas Widerstand“

Auch in Teheran sind die Menschen beunruhigt.
AFP
International 15.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Nach Trump-Aussagen

Iran hofft im Atomstreit auf „Europas Widerstand“

Teddy JAANS
Teddy JAANS
„Der Widerstand der Europäer wird zeigen, ob das Atomabkommen weitergeführt werden kann oder nicht“, sagte dr iranische Außenminister Mohamed Dschawad Sari am Sonntag.

(dpa/TJ) – Im Atomstreit mit den USA hofft der Iran auf „Europas Widerstand“ gegen US-Präsident Donald Trump. „Der Widerstand der Europäer wird zeigen, ob das Atomabkommen weitergeführt werden kann oder nicht“, sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif laut iranischen Medienberichten am Sonntag. Der Iran wolle am Abkommen festhalten, solange auch die europäischen Verhandlungspartner dies tun, sagte Sarif. 

Trump hatte am Freitag angekündigt, einen härteren Kurs gegenüber dem Iran zu fahren. Er erkannte ausdrücklich nicht an, dass Teheran das Atomabkommen einhält. Nun muss der US-Kongress innerhalb von 60 Tagen entscheiden, ob die ausgesetzten Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt werden sollen.

Die Europäer hätten die Kritik Trumps am Wiener Atomabkommen von 2015 bislang zurückgewiesen, so der iranische Chefdiplomat. Dies sei auch logisch, da sie sowohl geopolitisch als auch wirtschaftlich mehr Interessen im Iran haben als die Amerikaner. „Das Atomabkommen ist aber auch ein Test für die Europäer, ob sie unabhängig von den USA eine eigenständige Rolle in der politischen Weltszene spielen können oder nicht“, sagte Sarif. Auch Präsident Hassan Ruhani hatte betont, der Iran werde am Deal festhalten, solange dies die anderen Verhandlungspartner tun.

Asselborn bedauert Schritt von Trump

Der luxemburgische Außenminister hatte den Schritt der USA am Samstag in einem Interview auf RTL bedauert. Damit werde man die ohnehin komplizierte Situation noch weiter verschlimmern, so der Diplomatiechef. Zudem würden die Vereinigten Staaten sich weiter isolieren.

Das Abkommen basiere auf einer Resolution des UN-Sicherheitsrates und somit sei es ohnehin nicht möglich, dass ein Land aus dem Abkommen "aussteige", so Asselborn weiter.

Das Atomabkommen wurde vom Iran, den UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland geschlossen. Danach verzichtet der Iran auf die Entwicklung von Nuklearwaffen. Im Gegenzug wurden Sanktionen aufgehoben.

Außenministerrat am Montag in Luxemburg

Am Montag tagen die EU-Außenminister in Luxemburg, um über die gemeinschaftliche Iran-Strategie zu beraten. Asselborn betonte bereits, man wolle an dem Atomabkommen festhalten.


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