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Interview zu Epstein-Skandal: Kritik an Prinz Andrew nimmt zu
International 1 18.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Interview zu Epstein-Skandal: Kritik an Prinz Andrew nimmt zu

Der britische Prinz Andrew beim ASEAN Business and Investment Summit in Bangkok am 3. November.

Interview zu Epstein-Skandal: Kritik an Prinz Andrew nimmt zu

Der britische Prinz Andrew beim ASEAN Business and Investment Summit in Bangkok am 3. November.
Foto: AFP
International 1 18.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Interview zu Epstein-Skandal: Kritik an Prinz Andrew nimmt zu

Am Samstagabend strahlte die britische BBC ein einmaliges Interview aus: Prinz Andrew äußerte sich erstmals öffentlich zu seiner Freundschaft mit Jeffrey Epstein. Nun gerät der Prinz immer mehr in die Kritik.

(dpa) - Der britische Prinz Andrew (59) gerät nach seinem Interview zum Missbrauchsskandal um den toten US-Multimillionär Jeffrey Epstein immer stärker unter Druck.

Rechtsanwälte von Frauen, die Epstein Missbrauch vorwerfen, forderten vom Prinzen, eine Erklärung bei der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde FBI abzugeben. "Er scheint überhaupt kein Mitleid für die Opfer zu haben und er scheint seine lange Freundschaft mit Jeffrey Epstein nicht zu bereuen", sagte die Anwältin Lisa Bloom, die einige der Frauen vertritt, dem britischen Nachrichtensender Sky News.

Royal-Experten halten es für möglich, dass Andrew künftig mit seinen Aufgaben nicht mehr zum Kern des Königshauses gehören wird. Sie gehen davon aus, dass nach dem Tode von Queen Elizabeth II. (93) Thronfolger Prinz Charles ohnehin die Zahl der Repräsentanten des Königshauses reduzieren wird. 

"Wenn es eine verschlankte Monarchie gibt, dann dürfte Andrew wohl keine große Rolle mehr dabei spielen", sagte die Chefredakteurin des "Majesty Magazine", Ingrid Seward, im BBC-Interview. Prinz Andrew ist auf Platz Acht der Thronfolge. Britische Medien verpassten ihm in den 1980er Jahren wegen seiner Liebschaften den Spitznamen "Randy Andy" (etwa: "Geiler Andy").


(FILES) In this file photo taken on November 03, 2019, Britain's Prince Andrew, Duke of York arrives for the ASEAN Business and Investment Summit in Bangkok on November 3, 2019. - Britain's Prince Andrew has said he does not remember meeting Virginia Roberts, one of disgraced US financier Jeffrey Epstein's alleged victims, who claims she was forced to have sex with the royal. But Andrew admitted in an interview with the BBC due to be broadcast on November 16, 2019, that his decision to remain friends with Epstein after he was convicted of soliciting prostitution from a minor was a serious error of judgement. (Photo by Lillian SUWANRUMPHA / AFP)
"Es ist nie passiert": Prinz Andrew bestreitet Missbrauchsvorwürfe
Der Missbrauchsskandal um Multimillionär Epstein lässt den britischen Prinz Andrew nicht los. Mit einem Interview wollte der Royal eine klare Ansage machen – hat aber womöglich alles nur noch schlimmer gemacht.

Unklar ist, inwiefern die Königin vorab von dem Interview ihres zweitältesten Sohnes wusste und es womöglich billigte. Hierzu gab es widersprüchliche Berichte am Montag in den britischen Medien. Der Buckingham-Palast machte dazu auf Anfrage zunächst keine Angaben. Einhellig hatten Kommentatoren in Großbritannien das BBC-Interview mit Andrew als "enttäuschend" oder sogar "katastrophal" bezeichnet.

Das komplette BBC-Interview vom Samstagabend:

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Der Prinz war jahrelang mit dem Geschäftsmann Epstein befreundet. Der vorbestrafte US-Amerikaner wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Zudem baute Epstein laut Anklageschrift zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring auf. Epstein wurde im Jahr 2008 zu einer 18-monatigen Gefängnisstrafe wegen sexueller Ausbeutung einer Minderjährigen verurteilt, doch auch nach seiner Haftentlassung traf sich Prinz Andrew noch ein Mal mit dem verurteilten Sexualstraftäter.

Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal weist dies strikt zurück. Epstein hatte sich am 10. August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen.


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