Internationale Reaktionen: "Ein langer Krieg"
Von Diego Velasquez und dpa
EU-Kommission
"Wir machen weiter"... so in etwa lautete am Dienstag die Botschaft der EU-Kommission nach den Anschlägen in Brüssel. Einer der Anschläge traf die U-Bahn Stationen von Maelbeek und Schumann, mitten im Brüsseler Europaviertel.
Prompt wurden die EU-Institutionen geschlossen. Das bereits eingetroffene Personal wurde gebeten, die EU-Gebäude aus Sicherheitsgründen nicht zu verlassen. Um halb Zwölf kommunizierte die EU-Kommission aber überraschend, dass das tägliche Mittagsbriefring stattfinden würde.
Die Botschaft um Punkt Zwölf war klar: "Wir arbeiten weiter". Obwohl es keine substanzielle Nachricht zu kommunizieren gab, außer sich solidarisch mit den Familien der Opfer zu zeigen, fand die Pressekonferenz – wie gewohnt – statt.
Kommissionschef Jean-Claude Juncker sei im Gebäude und im ständigen Kontakt mit den EU-Regierungschef, so der Chefsprecher der Kommission. Die erste Nachricht bestätigte sich sofort, als man feststellte, dass Juncker heute gezwungen war, in der Kantine der Kommission zu essen.
Auf die Frage, ob dieser Anschlag, nur wenige Meter neben der EU-Kommission, ein Angriff auf die EU-Institutionen sei, wollte der Chefsprecher der Kommission jedoch nicht so richtig antworten. Das Europaviertel ist im Augenblick geschlossen.
Offizielle Mitteilung des Kommsisionspräsidenten
Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat am Nachmittag eine offizielle Mitteilung verschickt. Lesen Sie hier den Wortlaut:
Je désire présenter mes sincères condoléances à la population de Bruxelles, aux nombreux blessés, aux familles et proches des personnes injustement touchées ce matin lors des différentes explosions à l'aéroport international de Zaventem et dans la station de Métro Maelbeek.
Je souhaite apporter aussi mon soutien et ma solidarité aux autorités belges. Je désire saluer les forces de sécurité, les services d'urgence et toutes les personnes qui ont porté secours aux victimes et qui pour beaucoup sont encore actives sur le terrain. Je désire également rassurer le personnel de la Commission européenne et des autres Institutions et leur dire que leur sécurité reste pour moi une priorité.
Toutes les mesures possibles seront prises de concert avec les autorités belges. Ces attaques touchent aujourd'hui Bruxelles. L'Europe dans son entièreté est visée. L'Union européenne et les Institutions doivent et resteront unies face à la terreur.
Ces évènements nous touchent mais ne nous effrayent pas. Nous continuons notre travail pour faire face ensemble à la menace terroriste et pour apporter des solutions européennes aux questions qui nous concernent tous.
Barack Obama
US-Präsident Barack Obama hat die Terroranschläge von Brüssel verurteilt. „Die Gedanken und Gebete der amerikanischen Bevölkerung sind mit den Menschen in Belgien“, sagte er am Dienstagmorgen in Havanna. „Wir werden alles tun, was notwendig ist, um unseren Freund und Verbündeten Belgien dabei zu unterstützen, diejenigen vor Gericht zu bringen, die dafür verantwortlich sind.“
Die Taten seien eine Erinnerung daran, dass die Welt zusammenstehen müsse, fügte er hinzu. Nach Angaben des Weißen Hauses hatte Obama zuvor mit dem belgischen Premierminister Charles Michel telefoniert und ihm seine Unterstützung versichert.
Großherzog Henri
Der Großherzog hat dem Belgischen König im Namen des Luxemburger Volkes seine Anteilnahme per Telegramm mitgeteilt:
Sire,
Profondément bouleversés par le malheur qui frappe votre pays, la Grande-Duchesse et moi-même vous exprimons au nom du peuple luxembourgeois notre entière compassion.
En ces heures très sombres, nous pensons avec recueillement aux victimes des attentats perpétrés à Bruxelles et à leurs familles. Soyez assuré de notre solidarité inconditionnelle dans la défense de nos valeurs communes.
Henri Grand-Duc de Luxembourg
EU-Gipfelchef Donald Tusk
EU-Gipfelchef Donald Tusk hat die blutigen Anschläge von Brüssel mit mindestens 26 Toten scharf verurteilt. Die EU werde der Stadt Brüssel, Belgien und den europäischen Staaten im Kampf gegen den Terrorismus helfen, teilte der EU-Ratspräsident am Dienstag in Brüssel mit. Die Metrostation Maelbeek, wo 15 Menschen starben, liegt an der derselben Straße wie das EU-Ministerratsgebäude.
François Hollande
Für Frankreichs Staatspräsident François Hollande sind Belgien und Frankreich nun im Grauen des Terrorismus verbunden. Hier einige seiner Aussagen:
- „Wir stehen vor einer globalen Bedrohung, die es erfordert, dass wir global darauf antworten.“
- „Der Krieg gegen den Terrorismus muss in ganz Europa geführt werden und mit den notwendigen Mitteln, insbesondere im Bereich der Nachrichtendienste.“
- „Dieser Krieg gegen den Terrorismus muss mit Beherrschung geführt werden, mit Hellsichtigkeit, mit Entschlossenheit, denn er wird lang sein.“
Israels Premier Netanjahu
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat angesichts der neuen Terroranschläge in Brüssel zum Zusammenhalt aufgerufen. „Der einzige Weg, diese Terroristen zu besiegen, ist es, zusammenzustehen und gemeinsam zu kämpfen“, sagte Netanjahu am Dienstag bei der Jahresversammlung der amerikanisch-israelischen Lobbyorganisation Aipac.
Ahmet Davutoglu
Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Anschläge in Brüssel verurteilt. Sie zeigten einmal mehr das „globale Gesicht des Terrors“, sagte Davutoglu am Dienstag bei einer Versammlung vor Mitgliedern der islamisch-konservativen Regierungspartei in Ankara. „Ich bekunde der belgischen Regierung und seinem Volk mein Beileid und teile im Namen unseres Volkes das Gefühl der Solidarität.“
Ban Ki Moon
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Terroranschläge von Brüssel scharf verurteilt. „Er drückt den Opfern und ihren Familien sein tiefes Beileid aus und spricht den Bürgern und der Regierung Belgiens seine Solidarität aus“, teilte Bans Sprecher Farhan Haq am Dienstag in New York mit.
Der deutsche Bundespräsident aus Shanghai
Der deutsche Bundespräsident hält sich derzeit für einen offiziellen Aufenthalt in China auf. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, seine Bestürzung und Trauer auszudrücken: „Das ist schrecklich, was dort gerade passiert, und es trifft uns alle, weil es die Hauptstadt Europas getroffen hat.“
Die belgische Fußballnationalmannschaft
Der Terror hat den Fußball vor der Rückkehr von EM-Gastgeber Frankreich ins Stade de France wieder eingeholt. Der Weltranglistenerste Belgien sagte am Dienstag unmittelbar nach den Anschlägen in Brüssel seine erste Trainingseinheit seit der Zusammenkunft in der belgischen Hauptstadt ab. Die Behörden gingen insgesamt von mindestens 26 Toten und Dutzenden Verletzten aus. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern», twitterte die belgische Nationalmannschaft: «Der Fußball ist heute nicht wichtig.» Der verletzte Nationalspieler Jan Vertonghen twitterte: «Ich kann nicht glauben, dass ich diese Dinge wieder lese ...».
Gedenkzeremonie
Die Protestantische Kirche im Großherzogtum Luxemburg lädt am Dienstagabend zu einem Moment der Besinnung und Andacht an die Opfer der heutigen Anschläge in Brüssel ein. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche (5, rue de la Congrégation). Die Dauer beträgt etwa 30’.
