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Internationale Razzia gegen italienische Mafia - Schwerpunkt in Deutschland
Im Fokus der Ermittler stehen auch Gastronomiebetriebe, wie dieses Eiscafé im Citypalais in der Duisburger Innenstadt.

Internationale Razzia gegen italienische Mafia - Schwerpunkt in Deutschland

Foto: Christoph Reichwein/dpa
Im Fokus der Ermittler stehen auch Gastronomiebetriebe, wie dieses Eiscafé im Citypalais in der Duisburger Innenstadt.
International 2 Min. 05.12.2018

Internationale Razzia gegen italienische Mafia - Schwerpunkt in Deutschland

Schlag gegen die organisierte Kriminalität: In mehreren Ländern gehen Ermittler gegen die italienische Mafia vor. In Deutschland gibt es Einsätze in Nordrhein-Westfalen und Bayern - auch Pizzerien sollen im Fokus sein.

(dpa) - Mit einer großangelegten Razzia sind Ermittler in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien gegen Mitglieder der italienischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta vorgegangen. Es gab am Mittwochmorgen mehrere Festnahmen und Durchsuchungen, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte. In Deutschland gab es Einsätze in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Der Schwerpunkt sei in NRW, sagte eine BKA-Sprecherin am Morgen. „Die Maßnahmen dauern derzeit noch an.“


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Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordinierte die internationale Aktion mit dem Codenamen „Pollino“. International habe es zahlreiche Festnahmen und Beschlagnahmungen gegeben. Das sei das Ergebnis „einer intensiven gemeinsamen Ermittlungsarbeit, die im Jahr 2016 begann und europaweit koordiniert wurde“, hieß es in einer Pressemitteilung von Eurojust.

Laut „Bild.de“ wurden bundesweit mehr als 100 Objekte durchsucht, darunter auch Pizzerien. Einsätze gab es demnach etwa im Rheinland und im Ruhrgebiet. Dem Bericht zufolge soll einer der Haupttäter ein italienischer Gastwirt aus Pulheim sein. Das BKA wollte sich dazu nicht äußern. Berichte, wonach es auch Durchsuchungen in Thüringen und Berlin gegeben haben soll, dementierte die Behörde.


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In Bayern durchsuchten die Ermittler zwei Objekte. Sie liegen im Osten des Großraums München, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Ermittlerkreisen erfuhr. Festgenommen wurde dort niemand.

Eurojust will um 12 Uhr am Mittwoch in Den Haag über die Ermittlungen informieren. Das BKA will am Nachmittag (15 Uhr) auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden Details bekanntgeben. Wie viele Verdächtige festgenommen wurden und wo genau die Durchsuchungen waren, wurde zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa gab es auch in Südamerika Einsätze.


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