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Internationale Besorgnis nach Unruhen im Gazastreifen
International 2 Min. 31.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Internationale Besorgnis nach Unruhen im Gazastreifen

Tränengas in den Straßen Betlehems.

Internationale Besorgnis nach Unruhen im Gazastreifen

Tränengas in den Straßen Betlehems.
Foto: AFP
International 2 Min. 31.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Internationale Besorgnis nach Unruhen im Gazastreifen

Die Palästinenser haben die Toten der blutigen Unruhen von Freitag im Gazastreifen beerdigt. Doch wie es weitergeht, ist unklar. Abbas macht Israel für die Eskalation verantwortlich - die Armee spricht dagegen von einer Provokation der Hamas.

(dpa) - Die Unruhen im Gazastreifen schüren international Sorgen vor einer neuen Eskalation der Gewalt im Heiligen Land. UN-Generalsekretär António Guterres forderte „unabhängige und transparente Ermittlungen“ zu den Vorfällen vom Freitag. Bei Massenprotesten der Palästinenser an der Grenze zu Israel waren 15 Menschen von israelischen Soldaten getötet und Hunderte verletzt worden. Nach Angaben der radikal-islamischen Hamas sind fünf der Toten Mitglieder des militärischen Arms der Organisation gewesen.

Noch am Samstag wurden die Toten zu Grabe getragen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief einen Tag der Trauer aus. In den Palästinensergebieten und in Ost-Jerusalem blieben die Läden geschlossen. Der Generalstreik bezog sich auch auf Privatschulen, die samstags offen sind.


Mehr als 1 400 Menschen wurden bei den Zusammenstößen an der Grenze zu Israel verletzt.
Israel wirft Hamas gezielte Provokation vor
Nach den blutigen Unruhen im Gazastreifen sind am Samstag in den Palästinensergebieten und in Ost-Jerusalem die Läden geschlossen geblieben. Für Israel waren die Proteste indessen ein "organisierter Terrorakt".

Bei erneuten Zusammenstößen mit israelischen Soldaten wurden wieder Palästinenser verletzt. Drei Männer hätten Schussverletzungen an der Grenze zu Israel erlitten, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Israels Armee wollte die Aussagen überprüfen.

Nach Angaben des palästinensischen Ministeriums waren am Freitag mindestens 15 Palästinenser während des „Marschs der Rückkehr“ von israelischen Soldaten erschossen oder durch Panzergranaten getötet worden. Mehr als 1400 wurden verletzt, die meisten durch Tränengas.

Nach palästinensischen Medienberichten waren mehr als 20.000 Menschen zu dem Marsch an der Grenze zu Israel gekommen. Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein „Recht auf Rückkehr“ für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

UN-Sicherheitsrat tagt in der Nacht

Der UN-Sicherheitsrat trat wegen der Gewalteskalation in der Nacht zum Karsamstag in New York zusammen. UN-Chef Guterres betonte, die Tragödie vom Freitag zeige die Dringlichkeit, mit der der Friedensprozess im Nahen Osten wiederbelebt werden müsse, um es Palästinensern und Israelis zu ermöglichen, in Frieden und Sicherheit als Nachbarn zu leben. Deutschland rief am Samstag alle Beteiligten zu Besonnenheit auf.

Ägypten und Iran kritisierten das Vorgehen Israels scharf. Iran unterstützt die radikal-islamische Hamas in Gaza und betrachtet Israel als seinen Erzfeind.


An injured Palestinian woman is carried by protesters as they run for cover during clashes with Israeli security forces following a demonstration commemorating Land Day near the border with Israel, east of Khan Yunis, in the southern Gaza Strip on March 30, 2018. / AFP PHOTO / SAID KHATIB
Tote und Hunderte Verletzte bei „Marsch der Rückkehr“ in Gaza
Rund 600 Demonstranten wurden beim sogenannten „Marsch der Rückkehr“ verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Gaza am Freitag mitteilte. Die meisten wurden durch Tränengas verletzt.

Palästinenserpräsident Abbas machte allein Israel für die blutigen Zusammenstöße verantwortlich. Er habe die Vereinten Nationen zum Schutz der Palästinenser aufgefordert, sagte er im Fernsehen.

Israel warf, der im Gazastreifen herrschenden Hamas, dagegen eine gezielte Provokation vor. „Was wir gestern gesehen haben, war ein organisierter Terrorakt“, sagte der israelische Armeesprecher Ronen Manelis. Nach seinen Angaben waren alle Todesopfer Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren. „Die große Mehrheit von ihnen kennen wir als Terroraktivisten“, sagte Manelis. Insgesamt hätten an dem Marsch rund 30 000 Palästinenser teilgenommen, die große Mehrheit davon Frauen und Kinder. Doch nur wenige Tausend seien bis zum Grenzzaun vorgedrungen.


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Tausende Palästinenser strömen im Gazastreifen an den Grenzzaun und attackieren Soldaten. Die Armee schießt scharf. Noch bevor die US-Botschaft in Jerusalem eröffnet ist, gibt es viele Tote. Es ist der blutigste Tag seit dem Gaza-Krieg 2014.
A Palestinian boy holding his national flag looks at clashes with Israeli security forces near the border between the Gaza Strip and Israel east of Gaza City on May 14, 2018, as Palestinians protest over the inauguration of the US embassy following its controversial move to Jerusalem.
Dozens of Palestinians were killed by Israeli fire on May 14 as tens of thousands protested and clashes erupted along the Gaza border against the US transfer of its embassy to Jerusalem, after months of global outcry, Palestinian anger and exuberant praise from Israelis over President Donald Trump's decision tossing aside decades of precedent. / AFP PHOTO / MAHMUD HAMS
Mit dem „Marsch der Rückkehr“ wollte die radikal-islamische Hamas den Anspruch palästinensischer Flüchtlinge auf eine Heimkehr in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Die israelische Armee reagierte mit Gewalt. Die UN fürchten eine Verschlimmerung der Lage.
Die Demonstranten wurden aus der Luft mit Tränengas beschossen.