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Insgesamt 44 Tote bei Attentat auf Atatürk-Flughafen: Istanbul: 13 Ausländer unter den Todesopfern
International 19 1 3 Min. 29.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Insgesamt 44 Tote bei Attentat auf Atatürk-Flughafen: Istanbul: 13 Ausländer unter den Todesopfern

Polizisten sperren Eingang des Atatürk-Flughafens in Istanbul ab.

Insgesamt 44 Tote bei Attentat auf Atatürk-Flughafen: Istanbul: 13 Ausländer unter den Todesopfern

Polizisten sperren Eingang des Atatürk-Flughafens in Istanbul ab.
Foto: REUTERS
International 19 1 3 Min. 29.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Insgesamt 44 Tote bei Attentat auf Atatürk-Flughafen: Istanbul: 13 Ausländer unter den Todesopfern

Bei einem Selbstmordanschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul sind 44 Menschen - darunter 13 Ausländer - getötet worden. Die türkische Regierung glaubt, dass die Terrormiliz IS für die Tat verantwortlich ist.

(dpa/mz) - Nach dem Terrorangriff auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen verdächtigt die türkische Regierung die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Erste Hinweise deuteten auf den IS als Urheber hin, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am frühen Mittwochmorgen bei einem Besuch am Atatürk-Flughafen.

44 Menschen seien getötet worden, hinzu kämen die drei getöteten Selbstmordattentäter. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Angreifer zunächst das Feuer eröffnet und sich dann in die Luft gesprengt.

Unter den Toten  sind mindestens 13 Ausländer. Die anderen Todesopfer seien türkische Staatsbürger, hieß es am Mittwoch aus Regierungskreisen in Ankara.

Zufällig filmten Youtuber den Moment der Explosion von einem angrenzenden Gebäude aus:

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Yildirim sagte, sowohl Türken als auch Ausländer seien unter den Opfern. Es gebe eine Vielzahl an Verletzten. Justizminister Bekir Bozdag hatte kurz zuvor von 147 Verletzten gesprochen.

Angaben über die Nationalitäten der Opfer lagen zunächst nicht vor. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am späten Dienstagabend, bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen seien.

Drei Attentäter haben sich in die Luft gesprengt

Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Angreifer zunächst das Feuer eröffnet und sich dann in die Luft gesprengt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am späten Dienstagabend, bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen seien.

Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, keiner der drei Selbstmordattentäter habe die Sicherheitsschleusen am Eingang des internationalen Terminals passiert. Augenzeugenberichte und Videos in sozialen Medien deuteten dagegen darauf hin, dass einer oder mehrere Angreifer in den Innenbereich des Terminals gelangten.

Aus Regierungskreisen hieß es weiter, zwei der Angreifer hätten sich vor dem Ankunftsbereich des Internationalen Terminals in die Luft gesprengt, ein weiterer auf dem angrenzenden Parkplatz. Einer der Angreifer sei von der Polizei beschossen worden, bevor er seine Sprengstoffweste gezündet habe.

Chaos und Verwüstung am Flughafen

Der Flugverkehr wurde vorübergehend komplett eingestellt. Seit Mittwochmorgen hat der Flugverkehr wieder begonnen. Der Atatürk-Flughafen - der in etwa ein Passagieraufkommen wie der Airport Frankfurt/Main hat - liegt auf der europäischen Seite Istanbuls. Auf der asiatischen Seite der Millionenmetropole liegt der kleinere Flughafen Sabiha Gökcen.

Die Polizei sperrte den Atatürk-Flughafen weiträumig ab. Fotos vom Anschlagsort zeigten ein Bild der Verwüstung außerhalb des Ankunftsterminals, wo Passagiere normalerweise auf Taxis warten. Auf einem Foto war ein auf dem Boden liegendes Schnellfeuergewehr zu sehen.

Erdogan will durchgreifen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kam in Ankara zu einem Krisentreffen mit Ministerpräsident Yildirim und Armeechef Hulusi Akar zusammen. In einer Mitteilung rief Erdogan die Welt zum entschlossenen Handeln gegen die Terrorbedrohung auf. „Jeder soll wissen, dass die Terrororganisationen nicht unterscheiden zwischen Istanbul und London, Ankara und Berlin, Izmir und Chicago, Antalya und Rom.“

Vor drei Wochen waren bei einem Anschlag in Istanbuls Stadtmitte zwölf Menschen getötet worden. Zu dieser Tat bekannte sich die TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Es war der dritte schwere Anschlag seit Jahresbeginn im Zentrum Istanbuls. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt in türkischen Metropolen Anschläge.

Die TAK hat auch ausländische Urlauber vor Türkeibesuchen gewarnt. Im vergangenen Dezember hatte die Gruppierung einen Mörserangriff auf den Flughafen Sabiha Gökcen verübt.

Keine Flüge von Luxemburg nach Istanbul

Türkish Airlines hat ihren Flug am Mittwochnachmittag von Luxemburg nach Istanbul gestrichen. Ab wann sie Istanbul wieder anfliegen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

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