Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Influenza und Covid-19 im Vergleich
International 2 Min. 07.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Influenza und Covid-19 im Vergleich

Gelten Kinder bei der Grippe als Übermittler, ist dies beim Corona-Virus weniger der Fall.

Influenza und Covid-19 im Vergleich

Gelten Kinder bei der Grippe als Übermittler, ist dies beim Corona-Virus weniger der Fall.
AFP
International 2 Min. 07.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Influenza und Covid-19 im Vergleich

Bei der Diskussion um Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie wird oft die Grippe zum Vergleich herangezogen. Die WHO nennt wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

 (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation hat die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Corona-Virus und der klassischen Grippe genannt.

Gemeinsamkeiten


Die Behörden ergreifen die notwendigen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen.
Dritter Corona-Fall in Luxemburg bestätigt
Eine weitere Person wurde am Freitag positiv auf den Virus getestet. Der Person geht es gut.

Ähnlich ist demnach die Ausprägung der Infektionskrankheiten: Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich. Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen etwa beim Sprechen oder Husten oder auch direkten Kontakt übertragen. Darum greifen bei beiden auch die gleichen Vorsichtsmaßnahmen: gute Handhygiene, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden.

Unterschiede

Unterschiede gibt es laut WHO bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit: Influenza habe eine kürzere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome, zudem erfolgten die Ansteckungen in den Infektionsketten rascher aufeinander. Bei Covid-19 liege dieses Intervall bei etwa 5 bis 6 Tagen, bei Influenza bei 3 Tagen. Das bedeute, dass sich Influenza rascher verbreiten kann als Covid-19.

Gründlich Hände waschen wird zur Vorbeugung dringend ampfohlen.
Gründlich Hände waschen wird zur Vorbeugung dringend ampfohlen.
Foto: AFP

Hinzu komme, dass bei Influenza oft schon vor der Ausprägung von Symptomen weitere Menschen angesteckt würden. Bei Covid-19 seien zwar Übertragungen 24 bis 48 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen bekannt, sie seien aber nach derzeitigem Kenntnisstand anders als bei der Grippe selten und spielten für die Weiterverbreitung kaum eine Rolle.

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen ist die Ansteckungsrate. Das neue Corona-Virus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben - und damit an mehr als bei Influenza. Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich, heißt es von der WHO.

Kinder als Virenträger


Dupont Tyvek Schutzanzug Bakterien Labor
Corona-Virus: Tyvek aus Contern hoch im Kurs
Mit dem grassierenden Corona-Virus ist die Nachfrage nach Schutzanzügen sprunghaft gestiegen. Auch in Luxemburg wird bis zum Anschlag produziert.

Erhebliche Unterschiede gibt es im Bezug auf Kinder: „Kinder sind bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft“, so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken - Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.

Gefährlicher als Grippe


Start zur 24. Ausgabe des Postlaf.
Postlaf wegen Corona abgesagt
Der Postlaf findet dieses Jahr nicht statt - wegen der Corona-Epidemie.

Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Der WHO zufolge ist der Verlauf bei 15 Prozent der Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. Bei 5 Prozent der Infizierten ist demnach künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate liegt wohl höher als bei der normalen saisonalen Grippewelle - exakte Angaben lassen sich dazu aber derzeit kaum machen.

Risikogruppen

Masken sollen vor einer Ansteckung schützen - ihre Wirkung ist aber umstritten.
Masken sollen vor einer Ansteckung schützen - ihre Wirkung ist aber umstritten.
Foto: AFP

Als besonders von schweren Verläufen betroffene Risikogruppen gelten bei Influenza Kinder, Schwangere, Ältere sowie Menschen mit chronischen Krankheiten oder geschwächtem Immunsystem. Bei Covid-19 gehören Kinder und Schwangere nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den Risikogruppen.

Zu beachten ist auch der Unterschied bei den Möglichkeiten für Behandlung und Vorsorge. „Zwar gibt es bereits eine Reihe klinischer Tests von Medikamenten in China, und es sind mehr als 20 Impfstoffe gegen Covid-19 in der Entwicklung, bisher aber gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien für Covid-19“, so die WHO. Bei Influenza hingegen gebe es sowohl schützende Impfungen als auch zugelassene antivirale Medikamente.    

Die Sterberate bei COVID-19 ist ersten Erkenntnissen zufolge  höher als bei Influenza.
Die Sterberate bei COVID-19 ist ersten Erkenntnissen zufolge höher als bei Influenza.
Foto: AFP



Lesen Sie mehr zu diesem Thema