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Indonesien nimmt Bootsflüchtlinge auf
International 2 Min. 21.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Migration in Südostasien

Indonesien nimmt Bootsflüchtlinge auf

Ein Flüchtling aus Myanmar hat es nach Indonesien geschafft. Ob er dort bleiben kann, ist mehr als ungewiss.
Migration in Südostasien

Indonesien nimmt Bootsflüchtlinge auf

Ein Flüchtling aus Myanmar hat es nach Indonesien geschafft. Ob er dort bleiben kann, ist mehr als ungewiss.
AFP
International 2 Min. 21.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Migration in Südostasien

Indonesien nimmt Bootsflüchtlinge auf

Indonesien ist ebenso wie Malaysia bereit, Flüchtlinge, die sich teils seit Wochen auf dem Meer befinden, zu retten. Myanmar, aus dem die meisten Migranten stammen, nimmt sich nur zögerlich des Problems an.

(dpa) - Nach Malaysia hat sich auch Indonesien bereiterklärt, die teils seit Wochen im Meer driftenden Flüchtlinge aus Myanmar und Bangladesch zu retten. „Wir werden nach ihnen Ausschau halten“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag. Gleiches Vorgehen hatte Malaysia zuvor angekündigt.

Unter scharfer internationaler Kritik hatten die Küstenwachen dieser Länder und Thailands in den vergangenen Wochen Flüchtlingsboote aus Küstennähe aufs offene Meer zurückgeschleppt. Niemand wollte die Menschen aufnehmen, die auf völlig überfüllten Booten vor sich hin vegetierten. Es handelt sich mehrheitlich um muslimische Rohingya, die in ihrer Heimat Myanmar verfolgt werden. Am Mittwoch gaben Malaysia und Indonesien ihre Blockadepolitik auf.

Nach Angaben des Sprechers kommen 40 Prozent der 1700 Flüchtlinge, die in Indonesien in den vergangenen Tagen bereits an Land kamen, aus Bangladesch. Sie sollen zügig zurückgeschickt werden.

Überwiegend Rohingya unter den Migranten

Myanmar will nach anfänglichem Widerstand doch an der internationalen Konferenz zur Flüchtlingskrise kommende Woche in Thailand teilnehmen. Das sagte ein ranghoher Beamter des Außenministeriums der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. „Einige Beamte des Außenministeriums werden zu dem Treffen reisen und über das Thema der Bootsflüchtlinge diskutieren“, sagte er. Bedingungen sei, dass Myanmar nicht für das Flüchtlingsdrama verantwortlich gemacht werde, und dass die Flüchtlinge nicht als „Rohingya“ bezeichnet werden.

Tatsächlich handelt es sich aber fast ausnahmslos um Rohingya, eine muslimische Minderheit, die im überwiegend buddhistischen Myanmar verfolgt wird. Die einstige Militärdiktatur nennt sie „Bengalen“, illegale Migranten aus dem Nachbarland Bangladesch. Dabei sind viele schon mehr als 150 Jahre im heutigen Myanmar ansässig.

Myanmar stellt Bedingung für Aufnahme

Menschenrechtler vermuten noch tausende Flüchtlinge auf dem Meer zwischen Myanmar, Thailand, Malaysia und Indonesien. Fischer haben in den vergangenen zwei Wochen bereits mehr als 2000 gerettet. Sie berichten von Horrorzuständen auf den völlig überfüllten Booten. Viele waren teils mehr als drei Monate auf See.

Myanmar sei bereit, Flüchtlinge zurückzunehmen, sagte der Beamte. „Wenn sie beweisen können, dass sie zu unserem Land gehören, nehmen wir sie zurück.“ Das ist aber der Knackpunkt: Laut Gesetz können Rohingya nur Bürgerrechte bekommen, wenn sie oder ihre Vorfahren vor 1948 Anträge auf Staatsbürgerschaft bestellt haben. Das ist bei den meisten der bitterarmen Wanderarbeiter nicht der Fall, sagen Menschenrechtler.


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