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Indianer an der Grenze kritisieren Mauerpläne
International 1 22.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Zwischen USA und Mexiko

Indianer an der Grenze kritisieren Mauerpläne

International 1 22.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Zwischen USA und Mexiko

Indianer an der Grenze kritisieren Mauerpläne

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Das Stammesgebiet der Tohono O'odham liegt teils in Mexiko, teils in den USA. Eine Mauer würde ihren Alltag massiv erschweren. Und nötig sei sie auch nicht, sagen die Indianer.

(dpa) - Der Indianerstamm Tohono O'odham hat die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump an der Grenze zwischen den USA und Mexiko kritisiert. „Wir unterstützen keine Mauer“, sagte der Vorsitzende des Stamms, Edward Manuel, in einem am Dienstag veröffentlichten Video mit dem Titel „Es gibt kein Wort auf O'odham für Mauer“. Ein etwa 120 Kilometer langer Abschnitt der Grenze wird von dem Indianerstamm verwaltet. Nur der Kongress könnte das Gebiet aus dem Trust herauslösen - das gilt als so gut wie unmöglich.

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Trump hat den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko angekündigt, um illegale Einwanderung und Drogenschmuggel zu stoppen. Anfang Februar verabschiedete die Stammesversammlung der Tohono O'odham eine Resolution, in der sie sich klar gegen den Bau einer Mauer auf ihrem Gebiet ausspricht.

Die Tohono O'odham leben im US-Bundesstaat Arizona und im mexikanischen Bundesstaat Sonora. Der Stamm hat rund 34 000 Mitglieder, mehr als 2000 von ihnen leben in Mexiko. „Wir überqueren die Grenze jeden Tag, um unsere Verwandten zu besuchen“, sagte Vize-Vorsitzender Verlon Jose. „Eine Mauer wäre ein großer Schlag für unsere Mitglieder.“ Die Tohono O'odham betonten, dass sie eng mit den US-Behörden zusammenarbeiten, um die Grenze zu sichern.


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