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Kanzlerin im Katastrophengebiet: "Gespenstische Situation"
International 3 1 18.07.2021
In Rheinland-Pfalz

Kanzlerin im Katastrophengebiet: "Gespenstische Situation"

Angela Merkel im Gespräch mit Helfern des Roten Kreuzes.
In Rheinland-Pfalz

Kanzlerin im Katastrophengebiet: "Gespenstische Situation"

Angela Merkel im Gespräch mit Helfern des Roten Kreuzes.
Foto: AFP
International 3 1 18.07.2021
In Rheinland-Pfalz

Kanzlerin im Katastrophengebiet: "Gespenstische Situation"

Die deutsche Sprache kenne kaum Worte für die angerichtete Verwüstung, sagte die Bundeskanzlerin beim Besuch in den Überschwemmungsgebieten.

(dpa) - Bei einem Besuch des weitgehend zerstörten Eifeldorfs Schuld hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Katastrophenregion umfassende Hilfe zugesagt. Die Regierungschefin sprach am Sonntag mit Bewohnern zerstörter Häuser und mit Einsatzkräften. Sie zeigte sich betroffen vom Ausmaß der Schäden im Kreis Ahrweiler und kündigte für August einen weiteren Besuch an.

„Wir müssen schneller werden im Kampf gegen den Klimawandel“, sagte Merkel. „Wir müssen auch der Anpassung noch größere Aufmerksamkeit zuwenden.“ Die Mitigation, also die Anpassung an Auswirkungen von Klimawandel wie Dürre und Extremregen, sei nicht nur für Afrika ein Thema, sondern auch für Deutschland.

„Schuld wird nie wieder der Ort sein, der er mal war“, sagte Ortsbürgermeister Helmut Lussi unter Tränen. Die Schäden allein in seinem Dorf habe ein Sachverständiger auf 31 bis 48 Millionen Euro beziffert.


TOPSHOT - A rescue boat patrols next to submerged vehicles on the federal highway B265 in Erftstadt, western Germany, on July 17, 2021. - Devastating floods in Germany and other parts of western Europe have been described as a "catastrophe", a "war zone" and "unprecedented", with more than 150 people dead and the toll still climbing on July 17, 2021 (Photo by SEBASTIEN BOZON / AFP)
150 Tote nach Unwettern, Merkel besucht Katastrophengebiet
Die massiven Regenfälle hören nicht auf – diesmal trafen Unwetter Teile Bayerns und Österreich. Kanzlerin Merkel reist am Sonntag in die Eifel.

„Wir stehen an Ihrer Seite“, versprach Merkel an die Adresse der anwesenden Bürgermeister und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). „Bund und Land werden gemeinsam handeln, um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend.“ Es gehe darum, schnell zu handeln, aber mit langem Atem. Am Mittwoch werde die Bundesregierung ein Programm verabschieden für schnelle Hilfen, mittelfristige Aufgaben und die Wiederherstellung der Infrastruktur.

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Gegenseitige Hilfe hervorgehoben

Sie sei stellvertretend für alle betroffenen Gemeinden nach Schuld gekommen, sagte Merkel später vor dem Rathaus der Verbandsgemeinde Adenau, zu der das tiefer gelegene Schuld gehört. Sie habe sich an der Seite der Ministerpräsidentin „ein reales Bild von der surrealen, gespenstischen Situation“ machen wollen. Die deutsche Sprache kenne kaum ein Wort für die dort angerichteten Verwüstungen.

Beruhigend sei die tatkräftige gegenseitige Hilfe, sagte Merkel. Deutschland sei ein starkes Land, das die jetzt anstehenden Aufgaben stemmen könne. Aber „ganz kurzfristig wird das hier nicht wieder alles in Ordnung sein“.

Über 150 Todesopfer

Der Wiederaufbau werde Monate dauern, sagte Verbandsbürgermeister Guido Nisius (CDU). Aber: „Uns Eifeler im Adenauer Land zeichnet aus: Wir schwätzen nicht, wir packen an.“ Nisius rief dazu auf, keine weiteren Sachspenden abzugeben. „Wenn Sie uns zielgerichtet helfen wollen, spenden Sie Geld!“

Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt. Zudem wurden in Nordrhein-Westfalen nach derzeitigem Stand 46 Todesopfer registriert.    

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