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In New York: Musical-Darsteller reden US-Vizepräsident ins Gewissen
International 19.11.2016 Aus unserem online-Archiv

In New York: Musical-Darsteller reden US-Vizepräsident ins Gewissen

Diesen Theaterbesuch wird Mike Pence so schnell nicht vergessen.

In New York: Musical-Darsteller reden US-Vizepräsident ins Gewissen

Diesen Theaterbesuch wird Mike Pence so schnell nicht vergessen.
Foto: AFP
International 19.11.2016 Aus unserem online-Archiv

In New York: Musical-Darsteller reden US-Vizepräsident ins Gewissen

Laurent SCHÜSSLER
Laurent SCHÜSSLER
Der künftige US-Vize Mike Pence kommt an den Broadway, um sich das Hitmusical „Hamilton“ anzuschauen. Er verlässt das Theater nach ungewöhnlichen Schauspiel - im wahrsten Sinne des Wortes.

(dpa) - So hat sich der künftige US-Vizepräsident Mike Pence seinen jüngsten Theater-Besuch in New York sicher nicht vorgestellt. Zuerst wurde der 57-jährige Republikaner im Saal teils mit Buhrufen empfangen, dann richteten die Darsteller auf der Bühne direkt eine mahnende Botschaft an ihn. So etwas hat es bisher noch nicht gegeben. „Rüde“, twitterte denn auch prompt Pences Chef, der designierte Präsident Donald Trump und forderte vom Ensemble: „Entschuldigen Sie sich!“

Pence hatte sich am Freitagabend (Ortszeit) im Richard-Rodgers-Theater am Broadway das Erfolgsmusical „Hamilton“ angeschaut. Nach dem Ende wollte Pence in Begleitung seiner Personenschützer vom Secret Service den Saal verlassen, wurde aber dann von einer kraftvollen Stimme auf der Bühne aufgehalten. „Wir haben eine Botschaft für Sie, und wir hoffen, dass Sie uns anhören“, rief Brandon Victor Dixon, der im Musical den Hamilton-Rivalen Aaron Burr verkörpert, Amerikas künftigem „Vize“ zu.

Mit dem versammelten Ensemble im Rücken redete er dann dem Republikaner ins Gewissen. „Wir sind das vielfältige Amerika - jene, die beunruhigt und ängstlich sind, dass Ihre neue Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und unsere Eltern nicht beschützen, uns nicht verteidigen und unsere unabänderlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird“, sagte Dixon. „Wir hoffen, dass diese Aufführung Sie dazu inspiriert hat, unsere amerikanischen Werte aufrechtzuerhalten und für uns alle zu arbeiten.“

Das Hip-Hop-Musical um Alexander Hamilton, den ersten Finanzminister der Vereinigten Staaten, ist ein riesengroßer Hit in den USA. Es gewann elf Musicalpreise „Tony“, einen Grammy sowie den Pulitzerpreis und spielt pro Woche etwa zwei Millionen Dollar ein. Das Stück gilt auch als revolutionär, weil die Geschichte der US-Gründerväter nahezu ausschließlich mit farbigen Darstellern erzählt wird.