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Immer weniger Amerikaner sind Mitglied einer Kirchengemeinde
International 30.03.2021

Immer weniger Amerikaner sind Mitglied einer Kirchengemeinde

US-Präsident Joe Biden ist bekennender Katholik.

Immer weniger Amerikaner sind Mitglied einer Kirchengemeinde

US-Präsident Joe Biden ist bekennender Katholik.
Foto: AFP
International 30.03.2021

Immer weniger Amerikaner sind Mitglied einer Kirchengemeinde

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Die USA sind ein religiöser Staat. Aber 2020 war weniger als die Hälfte der Amerikaner Teil einer organisierten Religionsgemeinschaft.

Immer weniger Amerikaner sind offiziell Mitglied einer Religionsgemeinschaft. Das geht aus einer Studie des Umfrageinstituts Gallup hervor, die Anfang der Woche veröffentlicht wurde. Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung im Jahr 1937 fällt der Anteil unter 50% der Befragten. 

Laut Umfrageergebnis gaben 47% der befragten Amerikaner an, Mitglied einer Kirchengemeinde, Moschee oder Synagoge zu sein. 2018 waren es noch 50% gewesen. Zwischen 1937 und 1999 lag der Anteil stabil bei 70% oder mehr, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg waren es 76%. 

Laut dem Gallup-Institut geben immer mehr Amerikaner an, generell keine religiöse Präferenz zu haben; diese Gruppe gehört demnach auch nur in Ausnahmefällen zu einer Kirchengemeinde. Aber auch von den Befragten, die von sich sagen, religiös zu sein, sind immer weniger Teil einer organisierten Kirche - in dieser Gruppe liegt der Schnitt aktuell bei 60%, um die Jahrtausendwende waren es noch 73%. 


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Gallup stellt Korrelationen zum Alter der Befragten her, die Jüngeren sind seltener Gemeindemitglieder. Das allein sei aber nicht der Grund, so das Institut. Unter Katholiken ist der Rückgang deutlich größer als unter Protestanten, sie verlieren 18 Prozentpunkte und fallen auf 58%, bei den Protestanten sind es nur neun Punkte (von 73% auf 64%).

Das Gallup-Institut fasst zusammen: „Die Vereinigten Staaten bleiben eine religiöse Nation, mehr als 70% zeigen sich verbunden ('affiliating') mit organisierten Religionsgemeinschaften. Aber weniger als die Hälfte hält noch eine Mitgliedschaft zu einer bestimmten Gemeinde.“ Dieser Rückgang könne temporär auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sein, die Tendenz unter den jüngeren Befragten lasse aber auf einen weiteren Rückgang in der Zukunft schließen.  

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