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Im Kampf gegen das Virus: Außenminister werden Ebola-Koordinator ernennen
International 2 Min. 20.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Im Kampf gegen das Virus: Außenminister werden Ebola-Koordinator ernennen

An dem Treffen nahm auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn teil.

Im Kampf gegen das Virus: Außenminister werden Ebola-Koordinator ernennen

An dem Treffen nahm auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn teil.
AFP
International 2 Min. 20.10.2014 Aus unserem online-Archiv

Im Kampf gegen das Virus: Außenminister werden Ebola-Koordinator ernennen

Bei einem Treffen in Luxemburg haben die EU-Außenminister beschlossen, die Funktion eines Ebola-Koordinators zu schaffen. Wer den Posten übernimmt, ist noch unklar.

(KNA/dpa) - Die europäischen Hilfen für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika sollen in Kürze von einem speziellen Koordinator gesteuert werden. Die EU-Außenminister einigten sich am Montag in Luxemburg darauf, eine solche Funktion zu schaffen, wie die französische Delegation berichtete. „Das ist ein sehr wichtiger Schritt“, kommentierte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius. Der Koordinator soll die europäischen Hilfen steuern. Wer den Posten übernimmt, solle in den nächsten Tagen entschieden werden.

Der EU-Ministerrat will zudem die Evakuierung von erkrankten Ebola-Helfer aus Westafrika bündeln. Erkrankungen europäischer Helfer sollen dem EU Emergency Response Coordination Centre (ERCC), einem Koordinationszentrum für dringende Notfälle, gemeldet werden, das die Ausreise mit speziell ausgestatteten Flugzeugen koordiniere, wie aus dem Beschluss des Treffens hervorgeht.

Der EU-Ministerrat teilte mit, es seien gemeinsame, koordinierte und verstärkte Anstrengungen notwendig, um eine weitere Ausbreitung von Ebola zu verhindern. Alle helfenden Akteure in Westafrika müssten unter dem Dach der Vereinten Nationen zusammenarbeiten.

Cameron fordert mehr Mittel

Zudem müsse die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Effektivität der Screenings an den westafrikanischen Flughäfen überprüfen. Passagiere seien bei der Einreise in die betroffenen Länder Sierra Leone, Guinea und Liberia über die Gefahren des Virus und den Krankheitsverlauf zu informieren.

Am Wochenende hatte Großbritanniens Premierminister David Cameron die EU dazu aufgerufen, die Finanzmittel für die Seuchenbekämpfung auf eine Milliarde Euro zu erhöhen. Bisher haben die EU und ihre Mitgliedsstaaten etwa die Hälfte davon zugesagt.

Ebola-Ausbruch in Nigeria beendet

Gute Nachrichten kamen am Montag von der WHO, die den Ebola-Ausbruch in Nigeria für beendet erklärte. „Das ist eine spektakuläre Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass Ebola eingedämmt werden kann“, hieß es in Genf. Der nigerianischen Regierung und den WHO-Vertretern vor Ort sei aber bewusst, dass das westafrikanische Land weiter gefährdet sei, solange die Krankheit in anderen Staaten der Region weiter wüte.

In Nigeria hatte es 20 Erkrankte gegeben, 8 davon starben. Ein Ebola-Ausbruch gilt nach den WHO-Richtlinien als beendet, wenn 42 Tage lang kein Fall aufgetreten ist. 42 Tage entsprechen der doppelten maximalen Inkubationszeit, also dem Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen. Bereits am Freitag hatte die WHO Senegal für ebolafrei erklärt.


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