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Im belgischen Lüttich: Staatschefs erinnern an Ersten Weltkrieg
International 9 04.08.2014

Im belgischen Lüttich: Staatschefs erinnern an Ersten Weltkrieg

International 9 04.08.2014

Im belgischen Lüttich: Staatschefs erinnern an Ersten Weltkrieg

Bei einer Gedenkfeier in Lüttich haben Staats- und Regierungschefs aus Europa an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert. Zugegen war auch Erbgroßherzog Guillaume.

(dpa/afp) - Bei einer großen Gedenkfeier im belgischen Lüttich haben Repräsentanten 80 verschiedener Staaten an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert. Am 4. August 1914 hatten deutsche Truppen das neutrale Belgien überfallen.

Belgiens Königspaar Philippe und Mathilde begrüßte am Montag den luxemburgischen Erbgroßherzog Guillaume in der ostbelgischen Stadt. Zugegen waren auch der britische Thronfolger William mit seiner Frau Kate, der spanische König Felipe und Frankreichs Präsident François Hollande.

Zu den Rednern zählte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck. Er erinnerte an die deutschen Verbrechen im Ersten Weltkrieg. „Der Nationalismus hat beinahe alle Herzen und Hirne“ verblendet, sagte er. Es sei auch heute noch beschämend, dass in Deutschland auch Intellektuelle und Kulturschaffende gerechtfertigt hätten, wie deutsche Truppen gegen Land und Leute vorgegangen und auch Kulturstätten zerstört hätten.

Weitere Veranstaltungen sollten in der damals stark zerstörten Stadt Löwen und auf dem Soldatenfriedhof St. Symphorien nahe Mons stattfinden.

Der belgische König Philippe und seine Frau legen die Strecken zwischen den Veranstaltungspunkten im Auto zurück. Ein Kontakt mit der Bevölkerung ist nicht vorgesehen. Seit dem Wochenende wurden die Straßen, die von den Staatsrepräsentanten genutzt werden, gesichert. „Eine Veranstaltung mit solch hohen Sicherheitsanforderungen ist für uns eine Premiere", sagte Willy Demeyer, Bürgermeister der Stadt Lüttich. 650 Polizeibeamte, Scharfschützen und zwei Hubschrauber sind im Einsatz. Die Sicherheitsvorkehrungen sorgten teils für Verärgerung unter den Einwohnern, die die Zeremonie lediglich auf Leinwänden verfolgen können.