Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„Ibiza-Video“: Strache stellt Anzeigen in Deutschland
International 04.06.2019 Aus unserem online-Archiv

„Ibiza-Video“: Strache stellt Anzeigen in Deutschland

Hans Christian Strache war die Hauptfigur im "Ibiza-Video".

„Ibiza-Video“: Strache stellt Anzeigen in Deutschland

Hans Christian Strache war die Hauptfigur im "Ibiza-Video".
Foto: Hans Klaus Techt/APA/dpa
International 04.06.2019 Aus unserem online-Archiv

„Ibiza-Video“: Strache stellt Anzeigen in Deutschland

Heinz-Christian Strache musste wegen seiner Aussagen auf einem heimlich aufgenommenen Video von all seinen Ämtern zurücktreten, die österreichische Regierung brach zusammen. Jetzt will Strache die Urheber finden.

(dpa) - Der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat im Fall des heimlich gefilmten „Ibiza-Videos“ nun auch Anzeigen in Deutschland gestellt. Wie die Staatsanwaltschaft München I der Deutschen Presse-Agentur am Montag bestätigte, ist eine schriftliche Anzeige gegen alle Personen eingegangen, „die für die Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sog. Ibiza-Videos mitwirkend verantwortlich sind“.


Rücktritt von Österreichs Vizekanzler Strache nach Videoaffäre
Regierungskrise in Österreich: Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verkündete am Mittag seinen Rücktritt.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Verdacht. Dabei soll es sich um die Straftatbestände „Zugänglichmachen von Bildaufnahmen, die geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden“, und „Zugänglichmachen von höchstpersönlichen Bildaufnahmen“ handeln. Auch die Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigte den Eingang einer Anzeige gegen Personen, die an der Herstellung und Verbreitung des Videos beteiligt gewesen sein sollen. Zuerst hatte die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ über Straches Anzeigen berichtet.

Strafanträge gegen unbekannt

Straches österreichischer Anwalt Johann Pauer bestätigte der dpa, dass in München und Hamburg Strafanträge gegen unbekannt eingebracht worden seien. „Auch diese Strafanträge erfolgen in dem Bestreben, die Hintergründe, Beteiligten und möglichen Auftraggeber der Video-Herstellung und -verbreitung zu ermitteln“, hieß es. Die Strafanträge in Deutschland hat demnach ein Rechtsanwalt aus Köln gestellt.


Sebastian Kurz und seine Regierung sind abgewählt. Jetzt muss Präsident Alexander van der Bellen einen neuen Kanzler bestimmen, der das Amt bis zu den Neuwahlen im September übernimmt.
Österreich: Opposition stürzt Regierung Kurz
Der SPÖ-Antrag erhielt eine Mehrheit der Stimmen. Es ist das erste erfolgreiche Misstrauensvotum in der Geschichte Österreichs.

Strache musste nach der Veröffentlichung des „Ibiza-Videos“ durch „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“ von seinen politischen Ämtern zurücktreten; außerdem zerbrach die gesamte rechtskonservative Regierung in Österreich. Strache ist auf dem heimlich gefilmten Video im Gespräch über mögliche Formen politischer Einflussnahme mit einer vermeintlichen russischen Investorin zu sehen. Das Video wurde im Sommer 2017 auf Ibiza aufgenommen.

Bereits vor einigen Tagen hatte Strache in Wien Anzeige gegen drei Personen erstattet, die direkt an der Erstellung des Videos und der gesamten Falle auf der spanischen Insel beteiligt gewesen sein sollen. Den in einer Erklärung von Straches österreichischem Anwalt als „mögliche Mittäter“ bezeichneten Personen wurden in der Anzeige Täuschung, Urkundenfälschung, Missbrauch von Ton- und Abhörgeräten sowie Verdacht der Datenverarbeitung in Gewinn- und Schädigungsabsicht vorgeworfen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema