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Hurrikan „Michael“ steuert auf Florida zu
International 2 Min. 09.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Hurrikan „Michael“ steuert auf Florida zu

"Michael" soll am Mittwochabend (MEZ) die Küste erreichen.

Hurrikan „Michael“ steuert auf Florida zu

"Michael" soll am Mittwochabend (MEZ) die Küste erreichen.
Foto: AFP
International 2 Min. 09.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Hurrikan „Michael“ steuert auf Florida zu

Der nächste Hurrikan steuert auf die US-Küste zu: "Michael" droht, eine gewaltige Sturmflut auszulösen. Tausende Menschen werden in Sicherheit gebracht.

(dpa) - Wenige Wochen nach dem verheerenden Sturm „Florence“ an der Südostküste der USA warnen die Behörden im US-Bundesstaat Florida vor einem Hurrikan mit meterhohen Sturmfluten. „Dieser Sturm ist monströs“, sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Dienstag dem Sender ABC. Das nationale Hurrikanzentrum mit Sitz in Miami (Florida) stufte den Sturm „Michael“ zu einem Hurrikan der Stufe zwei von fünf herauf - mit Windgeschwindigkeiten von 155 Stundenkilometern.

Die vorhergesagte Bahn des Hurrikans.
Die vorhergesagte Bahn des Hurrikans.
Grafik: NOAA/NWS National Hurricane Center

US-Präsident Donald Trump sagte in Washington, der Sturm sei viel größer als noch vor einer Woche erwartet. Er versicherte aber: „Wir sind sehr gut vorbereitet.“ Die Katastrophenschutzbehörde Fema sei vorbereitet für den heranziehenden Hurrikan, sagte Trump am Dienstag im Oval Office. Er habe mit Scott gesprochen und mit allen zuständigen Stellen. Man sei gut gerüstet für den Hurrikan.

Das Hurrikanzentrum warnte, „Michael“ gewinne weiter an Kraft und werde voraussichtlich an diesem Mittwoch auf Florida treffen. Teile Floridas müssten mit möglicherweise mehr als dreieinhalb Metern hohen Sturmfluten rechnen. „Das kann man nicht überleben“, sagte Scott. „Das Wasser fließt einfach schnell hinein und saugt alles hinaus.“ Scott rief die Menschen in den betroffenen Gebieten dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. „Gehen Sie kein Risiko ein.“


Sea Hawk helicopters attached to Carrier Strike Group 12 and the aircraft carrier USS Abraham Lincoln deployed in the Atlantic Ocean are recalled on September 15, 2018, to Naval Station Norfolk, to provide support in the aftermath of Hurricane Florence. (Photo by Jeff Sherman / Navy Office of Information / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO /  US NAVY / Mass Communication Specialist 3rd Class Jeff Sherman" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
„Florence“ überflutet Teile der US-Südostküste: Sechs Tote
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Der Gouverneur teilte mit, in 35 Bezirken sei vorsorglich der Notstand ausgerufen worden. Dies ist zunächst ein verwaltungsinterner Schritt, der den Behörden eine schnelle Reaktion erlaubt. Das Hurrikanzentrum warnte, das Wasser würde vor dem Eintreffen des Sturms steigen. Anwohner müssten sofort mit Vorbereitungen beginnen.

Auch die Katastrophenschutzbehörde Fema forderte dazu auf, nicht zu warten und die Gegenden so bald wie möglich zu verlassen. Der Sheriff des Bezirks Wakulla, Jared Miller, warnte auf Facebook: „Dieser Sturm hat das Potenzial eines historischen Sturms.“ Erst Mitte vergangenen Monats hatte der Tropensturm „Florence“ die Südostküste der USA getroffen und vor allem in North Carolina und South Carolina zu schweren Überschwemmungen geführt. Mehrere Dutzend Menschen kamen durch „Florence“ und die Folgen des Sturms ums Leben.

In Teilen Mittelamerikas zeigte „Michael“ bereits zerstörerische Kraft. In San Salvador brachte er als Tropensturm starken Regen mit sich. Es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Aus Sicherheitsgründen bleiben die Schulen in dem mittelamerikanischen Land bis Mittwoch geschlossen, wie die Regierung El Salvadors am Montag auf Twitter mitteilte. Bei dem Sturm waren am Wochenende mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden, wie lokale Medien berichteten.

An der Westspitze Kubas zog der Hurrikan am Montagnachmittag (Ortszeit) vorbei. In der westlichsten Provinz Pinar del Río wurden Windgeschwindigkeiten von mindestens 120 Kilometern pro Stunde gemessen, Böen brachten Wind mit bis zu 171 Kilometern pro Stunde. Das berichtete die Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, „Granma“. Das nationale Meteorologische Institut sprach von Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde.

Teile der Küste im Süden von Pinar del Río waren überschwemmt. Mehr als 125 000 Haushalte in der Region waren ohne Strom. „Granma“ sprach von mehr als 50 Prozent. Busverbindungen wurden zunächst unterbrochen. Auch die Landwirtschaft habe gelitten, hieß es.


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