Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hurrikan "Matthew": Mehr als 800 Tote auf Haiti - Florida im Visier
International 18 07.10.2016

Hurrikan "Matthew": Mehr als 800 Tote auf Haiti - Florida im Visier

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Auch drei Tage nach dem schweren Wirbelsturm ist die Lage in dem armen Karibikstaat noch immer unübersichtlich. Die genaue Zahl der Opfer ist weiter unklar. Mittlerweile wütet der Sturm in Florida.

(dpa) - Nach dem schweren Hurrikan «Matthew» in Haiti, befürchten Behörden und Rettungskräfte dort Hunderte Todesopfer. Mittlerweile ist sogar von bis zu 800 Opfern die Rede.

Hier einige Fotos aus Haiti:


Allein im besonders stark betroffenen Department Sud seien 283 Menschen getötet worden, berichtete der Radiosender Metropole unter Berufung auf den örtlichen Zivilschutz. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde hatte am Donnerstagmittag (Ortszeit) 108 Todesopfer bestätigt und seither keine offizielle Mitteilung mehr herausgegeben. In verschiedenen Medienberichten war teils von deutlich höheren Opferzahlen die Rede.

Vor allem im Südwesten des armen Karibikstaates war die Situation dramatisch. In der Stadt Jérémie seien 80 Prozent der Häuser zerstört oder beschädigt, sagte Care-Mitarbeiterin Holly Frew am Freitag. «Wir haben mit Leuten gesprochen, die alles verloren haben.» Die Region war noch immer weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten. Frew rechnete damit, dass die Opferzahl noch weiter steigen dürfte.

600.000 Menschen ohne Strom

Wegen des Hurrikans ist im US-Bundesstaat Florida in 600 000 Haushalten der Strom ausgefallen. Das sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Rick Scott, am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Hier einige Eindrücke aus dem US-Bundesstaat:


Allein im Brevard County waren am Morgen (Ortszeit) mehr als 146 000 Haushalte betroffen, wie der Energieanbieter FPL mitteilte. Auch im Hinterland fiel in einigen Gegenden der Strom aus. An der Küste kam es zu Überschwemmungen. Die Behörden warnten vor extremen Windstärken um Cape Canaveral.

«Matthew» hatte sich auf seinem Weg in nordwestlicher Richtung an Floridas Ostküste am Freitag zunächst etwas abgeschwächt. Das US-Hurrikan-Zentrum in Miami stufte ihn von der zweithöchsten Kategorie 4 auf 3 herab. Die Experten rechnen damit, dass das Auge des Sturms in der Nacht zu Samstag entweder dicht an der Küste vorbeiziehen werde oder auch auf Land treffen könnte.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Hurrikan «Matthew»: Zahl der Toten steigt auf 108
Der schwere Hurrikan «Matthew» hat in Haiti mindestens 108 Menschen getötet. Der Sturm der Kategorie 4 hatte den Karibikstaat am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen.
TOPSHOT - Haitian people cross the river La Digue in Petit Goave where the bridge collapsed during the rains from Hurricane Matthew, southwest of Port-au-Prince, October 6, 2016. 
Hurricane Matthew has left at least 23 people dead in Haiti, a toll likely to climb as authorities re-establish contact with the hardest-hit areas where the damage is "catastrophic," officials said. The Caribbean's worst storm in nearly a decade, Matthew slammed into Haiti, the Americas' poorest nation, with heavy rains and devastating winds triggering severe flooding and mud slides.
 / AFP PHOTO / HECTOR RETAMAL