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Hurrikan „Katrina“ - fünf Jahre danach
International 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Hurrikan „Katrina“ - fünf Jahre danach

Barack und Michelle Obama besuchen bei strömendem Regen eines der Bauprojekte in New Orleans.

Hurrikan „Katrina“ - fünf Jahre danach

Barack und Michelle Obama besuchen bei strömendem Regen eines der Bauprojekte in New Orleans.
AP
International 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Hurrikan „Katrina“ - fünf Jahre danach

Vor fünf Jahren wütete der Hurrikan „Katrina“ in fünf US-Staaten und traf die Stadt New Orleans mit voller Wucht. Am Jahrestag machte Präsident Barack Obama den Bürgern in der noch immer trauernden Jazzmetropole neuen Mut.

(dpa) - Am fünften Jahrestag des verheerenden Hurrikans „Katrina“ haben die US-Bürger am Sonntag der Opfer der Katastrophe gedacht. Zahlreiche Politiker, Würdenträger und Prominente reisten in die von der Jahrhundertflut betroffene Region am Golf von Mexiko - darunter auch US-Präsident Barack Obama. In der am schwersten erschütterten Stadt New Orleans besuchten Einwohner und Touristen die vielen Gottesdienste und Trauerfeiern - oder machten Rundgänge durch die teils noch immer schwer beschädigten Straßen.

Obama versprach den Bürgern von New Orleans in einer Rede weitere Unterstützung beim Wiederaufbau der Stadt: „Meine Regierung wird Ihnen beistehen und an Ihrer Seite kämpfen bis der Job erledigt ist.“

Die Woche über hatte Amerika bereits auf die schrecklichen Ereignisse um den Hurrikan zurückgeblickt, der im August 2005 in den US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Florida, Georgia und Alabama gewütet hatte. In der Folge des Sturms waren mehr als 1800 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 1,3 Millionen Menschen entlang der Golfküste hatten ihr Hab und Gut verloren.

Laut Obama werden Milliarden in den Aufbau von Schulen, Straßen, Kanalisationen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen investiert. Derzeit seien mehr als 170 solcher Projekte in Arbeit. Zudem werde ein neues System aus Schutzwällen New Orleans ab 2011 vor dem nächsten Jahrhundertsturm schützen. „Wir sollten nicht in jeder Hurrikan-Saison wieder Russisches Roulette spielen“, sagte Obama. Es war der erste öffentliche Auftritt des Präsidenten nach seinem Sommerurlaub.

Neben dem Präsidenten hatten sich auch Stars wie Brad Pitt, Sandra Bullock oder Faith Hill in New Orleans angesagt.

"eschämendes Versagen der Regierung"

Der Wirbelsturm war damals mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Stundenkilometern über die Region gefegt. Zeitweise standen damals 80 Prozent der Stadt unter Wasser, mehr als 130 000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Fast die Hälfte der Todesopfer in New Orleans lebte im Stadtviertel Lower Ninth Ward, dessen Bewohner überwiegend arm und schwarz sind. Für viele Bürger sind die Folgen bis heute noch nicht überwunden. Lower Ninth Ward ist fünf Jahre nach dem Sturm erst wieder zu 25 Prozent bewohnt.

Obama bezeichnete die Folgen von „Katrina“ nicht nur als Naturkatastrophe, sondern als „ein beschämendes Versagen der Regierung, die unzählige Männer, Frauen und Kinder in Stich gelassen hat.“ Kritiker monieren, dass New Orleans damals schlecht vorbereitet war. Die Hilfen seien viel zu spät gekommen, die Behörden hätten planlos bis chaotisch gehandelt. Dem damaligen Präsidenten George W. Bush wurde immer wieder vorgehalten, er habe sich zunächst gar nicht wirklich um die Katastrophe gekümmert.