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Hurrikan „Florence“ wird schwächer - Dennoch Warnung vor Lebensgefahr
International 3 Min. 13.09.2018

Hurrikan „Florence“ wird schwächer - Dennoch Warnung vor Lebensgefahr

Ein Ladenbesitzer bereitet sich auf den Sturm vor - und auf mögliche Folgen.

Hurrikan „Florence“ wird schwächer - Dennoch Warnung vor Lebensgefahr

Ein Ladenbesitzer bereitet sich auf den Sturm vor - und auf mögliche Folgen.
Foto: AFP
International 3 Min. 13.09.2018

Hurrikan „Florence“ wird schwächer - Dennoch Warnung vor Lebensgefahr

Hurrikan „Florence“ verliert an Kraft, doch die US-Behörden warnen trotzdem vor seiner todbringenden Zerstörungskraft. Sturmfluten, heftige Winde und Hochwasser könnten gewaltige Schäden an der Ostküste der USA anrichten.

(dpa) - Der Hurrikan „Florence“ rückt trotz verminderter Windstärke mit großer Zerstörungskraft auf die Südostküste der USA zu. Mit Windgeschwindigkeiten von rund 175 Kilometern pro Stunde zieht der Sturm über den Atlantik, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Die Stärke des inzwischen auf Kategorie 2 von 5 herabgestuften Wirbelsturms werde sich nur noch geringfügig ändern, bis er auf Land treffe, hieß es weiter. Die Behörde warnt dennoch vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und heftigen Regenfällen. Meteorologen hatten zuvor nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der höchsten Stärke 5 entwickeln, also Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern erreichen könnte.

Die Menschen an der Südostküste der USA bereiten sich seit Tagen auf die Ankunft des Wirbelsturms vor. „Florence“ soll spätestens am Freitagmorgen auf die Küste der Bundesstaaten North Carolina oder South Carolina treffen. Mehrere Bundesstaaten, die nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA, die US-Streitkräfte und Versorgungsunternehmen arbeiten rund um die Uhr, um sich für das Schlimmste zu wappnen.

Die vorausgesagte Bahn des Sturms in den kommenden Stunden.
Die vorausgesagte Bahn des Sturms in den kommenden Stunden.
Grafik: NOAA

„Es könnte Rekordfluten geben“, sagte der amtierende Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ed Rappaport. „Es wird ein Sturm werden, an den man sich erinnern wird. Ich hoffe, dass alle am Leben bleiben.“ Die Behörde warnte, eine lebensbedrohliche Sturmflut sei „sehr wahrscheinlich“ entlang Teilen der Küste von North und South Carolina. Überschwemmungen auch über längere Zeiträume würden erwartet. US-Medien verglichen „Florence“ schon vor seiner Ankunft mit Wirbelstürmen wie „Katrina“, der 2005 Tod und Schrecken über die Südstaaten gebracht hatte.

Den Meteorologen gelang es zunächst nicht, den Weg des Hurrikans wegen dessen ungewöhnlicher Kurve exakt zu bestimmen. Je nach Rechenmodell könnten sich in der Schneise des Wirbelsturms neben Hunderttausenden Wohnhäusern bis zu sechs Kernkraftwerke und mehrere Sondermülldeponien befinden. Anlass zur Sorge gebe es wegen der Kraftwerke derzeit nicht, versicherte die Katastrophenschutzbehörde FEMA.

Die Behörden und an ihrer Spitze Präsident Donald Trump forderten die Menschen in der Region am Mittwoch noch einmal eindringlich dazu auf, den Anweisungen zur Räumung ihrer Häuser Folge zu leisten. „Spielt keine Spielchen mit ihm. Er ist groß“, sagte Trump in einer Video-Botschaft über den Wirbelsturm.


This NOAA/RAMMB satellite image taken at 11:45:31 UTC on September 10, 2018, shows Hurricane Florence off the US east coast in the Atantic Ocean. - Hurricane Florence is expected to become a dangerous "major hurricane" by late Monday as it heads toward the US East Coast, the National Hurricane Center said, as states of emergency were declared in preparation for the storm. The center of Florence was located about 685 miles (1,100 kilometers) southeast of Bermuda, the NHC in its 0300 GMT Monday advisory.Florence had maximum sustained winds of 90 miles per hour, making it a Category 1 storm on the five-level Saffir-Simpson hurricane scale. (Photo by HO / NOAA/RAMMB / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / NOAA/RAMMB" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Wirbelstürme rücken auf USA und Karibik vor - Evakuierung angeordnet
Im Atlantik ist Hurrikan-Saison, jetzt kommt der erste große Sturm auf die USA zu. Der Südosten bereitet sich auf „Florence“ vor. Auch die Karibik wird von „Isaac“ bedroht.

Auch viele Tiere mussten in Sicherheit gebracht werden, etwa Wasserschildkröten. Die Wildpferde-Herden auf den Outerbanks vor North Carolina - eine weltbekannte Touristenattraktion - bleiben wo sie sind. Nach Angaben der Behörden sind die Tiere durch ihre Instinkte gut gerüstet und begeben sich selbstständig außer Gefahr.

Ein FEMA-Vertreter verglich den Sturm mit der Schlaggewalt eines früheren Schwergewicht-Boxweltmeisters: „Das ist ein Mike-Tyson-Faustschlag für die Küste von Carolina.“ US-Medien sprachen von deutlich mehr als einer Million Menschen, die die Küstenregion verlassen sollten, und von insgesamt mehreren Millionen Betroffenen. Die Gebiete entlang der südlichen US-Atlantikküste glichen schon am Mittwoch Geisterstädten. Fenster und Türen waren verbarrikadiert, Läden und Supermärkte geschlossen, Hotels schickten ihre Gäste zurück.

Die FEMA appellierte an die Menschen, Nothelfer nicht dadurch zu gefährden, dass sie in den bedrohten Gebieten blieben und später gerettet werden müssten. Es gebe genug Notunterkünfte.

Obwohl absehbar ist, dass der Sturm schwere Schäden anrichten dürfte, verbarrikadierten sich aus Furcht vor einer monatelang unmöglichen Rückkehr Hunderte Menschen in ihren Häusern - selbst auf den der Küste vorgelagerten Düneninseln, die den Fluten besonders stark ausgesetzt sein werden. Als sicher gilt, dass Hunderttausende Menschen nach Ankunft des Sturms ohne Elektrizität sein werden. Stromversorger haben Hunderte Spezialkräfte in die Region entsandt, um nach Einsturz von Strommasten die Versorgung wiederherzustellen.

„Florence“ war in den vergangenen Tagen zu einem Hurrikan der Stärke 4 angewachsen - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde. Im Laufe des Mittwochs schwächte er sich leicht auf den oberen Bereich der Stufe 3 ab.

Der Wirbelsturm selbst bewegt sich dagegen nur langsam vorwärts - zuletzt mit etwa 28 Kilometern pro Stunde. In der Schneise des Hurrikans liegen vor allem North Carolina und South Carolina, weiter nördlich auch Virginia. Meteorologen sagten zuletzt aber voraus, der Hurrikan könne noch etwas südlich eindrehen.

Die FEMA erklärte, der Hurrikan werde über Land zwar schnell an Kraft verlieren, starken Regen aber auch in Gebiete bringen, die nicht an der Küste liegen. Allerdings halten es die Meteorologen auch für möglich, dass das Zentrum des Sturms an der Küste entlangziehen und somit tagelang schwere Regenfälle in die Region bringen wird, ohne sich nennenswert abzuschwächen.


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