Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hunderte Flüchtlinge stecken fest
International 22.11.2015 Aus unserem online-Archiv
An der griechisch-mazedonischen Grenze

Hunderte Flüchtlinge stecken fest

 Mehr als 700 Flüchtlinge stecken seit Tagen an der griechisch-mazedonischen Grenze fest.
An der griechisch-mazedonischen Grenze

Hunderte Flüchtlinge stecken fest

Mehr als 700 Flüchtlinge stecken seit Tagen an der griechisch-mazedonischen Grenze fest.
Foto: AFP
International 22.11.2015 Aus unserem online-Archiv
An der griechisch-mazedonischen Grenze

Hunderte Flüchtlinge stecken fest

Mazedonien lässt nur noch Asylsuchende aus Syrien, dem Irak und Afghanistan einreisen. Wer aus einem anderen Land kommt, gilt nun als „Wirtschaftsflüchtling“.

(dpa) - Mehr als 700 Flüchtlinge aus asiatischen und afrikanischen Ländern stecken seit Tagen an der griechisch-mazedonischen Grenze fest. Die Asylsuchenden aus Pakistan, dem Sudan, Kongo, Marokko und Bangladesch kommen nicht weiter, weil die mazedonischen Grenzschützer neuerdings nur noch Syrer, Iraker und Afghanen über den Grenzübergang Gevgelija lassen.

Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien hatten zu Wochenbeginn beschlossen, nur noch Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan durch ihre jeweiligen Territorien zu lassen. Die anderen wurden als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnet. Sie sollen an den Grenzen abgewiesen werden. Mazedonien ist das erste dieser Transitländer, durch die die Flüchtlinge in die Mitte Europas kommen.

(Wirtschafts)flüchtlinge

Auf der griechischen Seite der Grenze in Idomeni bildete sich infolge der neuen Praxis der mazedonischen Behörden ein Rückstau. Die Gestrandeten würden zum Großteil im Freien schlafen, berichteten Aktivisten auf der Facebook-Seite „Forgotten in Idomeni“.

Hunderttausende Flüchtlinge sind in diesem Jahr über die Balkanroute nach Europa gekommen. Die meisten von ihnen überqueren aus der Türkei kommend in Schlauchbooten die östliche Ägäis. Sie landen auf griechischen Inseln und fahren von dort zur mazedonischen Grenze.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, das UN-Kinderhilfswerk Unicef und die Internationale Organisation für Migration (IOM) kritisierten die neue Unterscheidung der Asylsuchenden in Kriegsflüchtlinge und „Wirtschaftsmigranten“. „Diese von den Staaten getroffenen Maßnahmen erzeugen Spannungen an den Grenzübergängen. Sie haben einen Domino-Effekt, der einige Flüchtlinge und Migranten, die an verschiedenen Grenzübergängen gestrandet sind, völlig in der Luft hängen lässt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der UN-Organisationen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Mazedonischer Grenzzaun
Hunderte Migranten haben am Sonntag erneut versucht, den mazedonischen Grenzzaun nahe des nordgriechischen Dorfes Idomeni zu stürmen. Die Polizei setzte Tränengas ein.
Migranten beim Versuch, den Grenzzaun zu überwinden.
Die Lage an der mazedonisch-griechischen Grenze spitzt sich zu. Die Polizei greift ein. Tausende Migranten müssen zurück ins Landesinnere Griechenlands. Ist das die endgültige Sperrung der Balkanroute?
Migrants stand next to a border fence at the Greek-Macedonian border, after additional passage restrictions imposed by Macedonian authorities left hundreds of them stranded near the village of Idomeni, Greece, February 23, 2016. The picture was taken from the Macedonian side of the border. REUTERS/Marko Djurica
Hunderte Migranten durchbrechen den Stacheldraht an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien. Tausende Flüchtlinge geraten im Mittelmeer in Seenot. Angesichts der Dramen wird der Ton im europäischen Flüchtlingsstreit schärfer.
A man holds two children after crossing Greece's border into Macedonia near Gevgelija, Macedonia, August 22, 2015. Thousands of migrants stormed across Macedonia's border on Saturday, overwhelming security forces who threw stun grenades and lashed out with batons in an increasingly futile bid to stem their flow through the Balkans to western Europe. Some had spent days in the open with little or no access to food or water after Macedonia on Thursday declared a state of emergency and sealed its borders to migrants, many of them refugees from war in Syria and other conflicts in the Middle East. REUTERS/Ognen Teofilovski