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Homosexuelle Paare suchen den Segen der Kirche
International 2 Min. 11.05.2021

Homosexuelle Paare suchen den Segen der Kirche

München: Pfarrvikar Wolfgang Rothe segnet ein gleichgeschlechtliches Paar.

Homosexuelle Paare suchen den Segen der Kirche

München: Pfarrvikar Wolfgang Rothe segnet ein gleichgeschlechtliches Paar.
Foto: DPA
International 2 Min. 11.05.2021

Homosexuelle Paare suchen den Segen der Kirche

In einigen katholischen Gemeinden Deutschlands wurden im Rahmen der Initiative "Liebe gewinnt" auch schwule und lesbische Paare gesegnet.

(KNA) - „Wir haben uns schuldig gemacht an gleichgeschlechtlich Liebenden“, sagt Pfarrer Bernd Mönkebüscher am Montagabend in Hamm (Nordrhein-Westfalen) über den Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen. „Wir haben sie über Jahrhunderte diskriminiert, abgewiesen, in Nischen und ins Abseits gedrängt, aus der Öffentlichkeit und von Ämtern ferngehalten, an vielen Stellen ihr Leben zerstört, seelisch und körperlich.“ 

Der Geistliche gehört zu denen, die daran etwas ändern wollen. Gemeinsam mit anderen hat er die Aktion „Liebe gewinnt“ ins Leben gerufen, die in diesen Tagen Segensgottesdienste für Liebende anbietet.

Aus einer spontanen Reaktion auf das Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare und einem „Graswurzel“-Impuls sei unerwartet eine große Bewegung hervorgegangen, lautet das erste Fazit der Initiatoren. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz flattern Regenbogenfahnen als Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung vor Gotteshäusern, liegt so etwas wie Aufbruchstimmung in der Luft.

Veto aus dem Vatikan

Wenn es nach dem Vatikan geht, darf ein katholischer Seelsorger wie Olding eine homosexuelle Partnerschaft nicht segnen - genauer gesagt: Er kann es nicht. Mitte März hatte die römische Glaubenskongregation erklärt, die katholische Kirche habe nicht die Vollmacht, gleichgeschlechtliche Verbindungen zu segnen. Denn zu diesen gehörten sexuelle Aktivitäten außerhalb der Ehe von Mann und Frau, schrieb sie zur Begründung. Gott segne sündige Menschen, nicht aber die Sünde.


Sexuelle Vorlieben werden durch die Gene geprägt
Ein "Schwulengen" gibt es nicht, aber die Vorliebe für gleichgeschlechtlichen Sex ist zu einem gewissen Grad erblich bedingt. Das bestätigt nun auch eine große Studie.

Disziplinarische Konsequenzen dürften Olding und seinen Kollegen vermutlich nicht drohen. Von den dafür zuständigen Bischöfen gab es bislang keine entsprechenden Ansagen. Wohl aber kritisierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, im Vorfeld die Segensgottesdienste. Gottesdienste hätten "ihre eigene theologische Würde und pastorale Bedeutung. Sie sind nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet".

Dauerbrenner

Möglich ist, dass die katholische Sexualmoral im Allgemeinen und der Umgang mit schwulen und lesbischen Paaren im Besonderen auch bei dem am Donnerstag startenden Ökumenischen Kirchentag eine Rolle spielt. Ganz sicher gesetzt ist das Thema bei dem von den Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ins Leben gerufenen Synodalen Weg zur Zukunft der Kirche.


19.03.2021, Österreich, Wien: Eine Regenbogenfahne schmückt die Pfarrkirche Breitenfeld. In Österreich und weiteren Ländern gibt es Kritik am Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Partnerschaften. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Weihbischof Leo Wagener kann die Schmerzen Betroffener über das Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare nachvollziehen.

Und während in Hamm die Kölsch-Rocker Peter und Stephan Brings ihr Lied "Liebe gewinnt" zum Besten gaben, das sie für die bundesweite Aktion in einer "Rainbow-Edition" neu aufgelegt hatten, steht der nächste innerkatholische Aufreger schon vor der Tür.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ruft zum zweiten Mal am 17. Mai zu einem bundesweiten Predigerinnentag auf. Die Aktion, bei der zwölf Frauen an zwölf verschiedenen Orten für eine geschlechtergerechte Kirche werben, findet am 17. Mai statt, laut Ökumenischen Heiligenlexikon der Gedenktag der Apostelin Junia.    

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