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Holocaust-Gedenktag: "Triumph der Menschlichkeit über den Hass"
International 3 1 2 Min. 27.01.2021

Holocaust-Gedenktag: "Triumph der Menschlichkeit über den Hass"

Einzelne Rosen liegen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf einigen Stelen des Holocaust-Mahnmals im Berliner Tiergarten.

Holocaust-Gedenktag: "Triumph der Menschlichkeit über den Hass"

Einzelne Rosen liegen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf einigen Stelen des Holocaust-Mahnmals im Berliner Tiergarten.
Foto: AFP
International 3 1 2 Min. 27.01.2021

Holocaust-Gedenktag: "Triumph der Menschlichkeit über den Hass"

Rund sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens verloren während des Regimes der Nationalsozialisten in Europa ihr Leben. Am Mittwoch jährt sich die Befreiung des KZ Auschwitz zum 76. Mal.

(dpa) - Am Holocaust-Gedenktag haben die Präsidenten Deutschlands und Israels, Frank-Walter Steinmeier und Reuven Rivlin, sowie EU-Ratspräsident Charles Michel den Überlebenden Respekt gezollt. Diese stünden „für den Triumph der Menschlichkeit über den Hass“, ihre innere Stärke sei „eine Inspiration für uns alle“, sagten sie in einer gemeinsamen Videobotschaft. Zugleich erklärten sie: „Wir erneuern unser Versprechen, dass ihr Vermächtnis fortbestehen und ihr Zeugnis für immer ein Bollwerk gegen all jene sein wird, welche die Vergangenheit leugnen.“


A prisoner dying of dysentery at the Nazi concentration camp of Buchenwald peers out from his bunk in April 1945 upon the liberation of the camp by Allied troops. - The construction of Buchenwald camp started 15 July 1937 and was liberated by US General Patton's army 11 April 1945. Between 239,000 and 250,000 people were imprisoned in this camp. About 56,000 died among which 11,000 Jews. On the 5th of April Patton's army liberated the Buchenwald commandos in Ohrdruf. A few thousand Russian and Hungarian Jews, and gypsies were then miserably evacuated from the main camp Buchenwald by the Germans to camps such as Dachau and Flössenburg. On the 11th of April the International Committee (created in August 1943 by the prisoners), who managed to obtain and hide arms during previous shelling, gave the order for an insurrection which pave the way for the US army.  (FILM) AFP PHOTO ERIC SCHWAB (Photo by ERIC SCHWAB / AFP)
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Wie die Nachrichten von den Gräuel der Vernichtungs- und Internierungslager um die Welt gingen, und wie Journalisten und Soldaten plötzlich „the inside of the vicious heart“ erblickten.

Steinmeier und Rivlin telefonierten am Mittwoch miteinander. „Auch wenn wir uns wegen Corona heute leider nicht persönlich treffen können, so stehen wir zusammen und erinnern gemeinsam an die Opfer der Shoa“, sagte Steinmeier nach Angaben einer Sprecherin des Bundespräsidialamts. Rivlin, auf dessen Wunsch das etwa 15-minütige Telefonat zustande gekommen sei, habe sich nochmals ausdrücklich für die Rede Steinmeiers in Yad Vashem vor einem Jahr bedankt. Steinmeier hatte als erstes deutsches Staatsoberhaupt bei der internationalen Holocaust-Konferenz in Jerusalem gesprochen.

Der Bundespräsident hatte sich damals zur Verantwortung der Deutschen für den Holocaust mit Millionen Toten bekannt und mit Blick auf den heutigen Antisemitismus gesagt, Zeit, Worte und Täter seien nicht dieselben wie damals. „Aber es ist dasselbe Böse.“ Deutschland werde den Antisemitismus bekämpfen und jüdisches Leben schützen.

In ihrem gemeinsamen Video wiesen Steinmeier, Rivlin und Michel auf das internationale Lonka Project hin, eine Wanderausstellung mit Porträts der letzten Holocaust-Überlebenden. Durch die Zusammenarbeit in solchen Initiativen „werden wir sicherstellen, dass die Lehren aus dem Holocaust und der heilige Schwur 'Nie wieder' an unsere Kinder, unsere Enkel und alle kommenden Generationen weitergegeben werden“, sagten sie.

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Rund 300 Männer und Frauen waren zwischen 1941 und 1943 in dem "Jüdischen Altersheim" in Fünfbrunnen untergebracht. Nur die wenigsten Insassen überlebten den Krieg.

„Es ist unsere Pflicht, alle materiellen Beweise, Erinnerungsstücke und Zeichen ihrer Existenz, ihres Lebens und ihres Martyriums zu erhalten, damit die Menschheit sie nie vergisst“, sagte Duda am Mittwoch in einer Rede zur Gedenkfeier der Gedenkstätte Auschwitz, die wegen der Corona-Pandemie online stattfand. „Die Wahrheit über den Holocaust und das Gedenken daran werden ewig währen“, sagte Duda.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen dieses Mal die in Auschwitz inhaftierten und ermordeten Kinder. Nach Schätzungen der Gedenkstätte wurden mindestens 232.000 Kinder und Jugendliche nach Auschwitz deportiert, die meisten von ihnen jüdischen Glaubens. Mehr als 200.000 überlebten das Lager nicht. Im Januar 1945 wurden dort mehr als 700 Kinder befreit.


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Einheiten der sowjetischen Roten Armee hatten das Konzentrationslager am 27. Januar 1945 erreicht. Sie befreiten rund 7.500 noch lebende Häftlinge. Seit 25 Jahren ist der 27. Januar daher in Deutschland der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, seit 2005 Internationaler Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen.  

Der Name Auschwitz hat sich als Synonym für den Holocaust und Inbegriff des Bösen weltweit ins Bewusstsein eingebrannt. Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um, zumeist Juden. In ganz Europa ermordeten sie während der Schoah etwa sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens.


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