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Hollerich für Änderung der Kirchenlehre zu Homosexualität
International 01.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Kirche und Arbeitsrecht

Hollerich für Änderung der Kirchenlehre zu Homosexualität

Kardinal Jean-Claude Hollerich spricht sich für eine Änderung der kirchlichen Lehre aus.
Kirche und Arbeitsrecht

Hollerich für Änderung der Kirchenlehre zu Homosexualität

Kardinal Jean-Claude Hollerich spricht sich für eine Änderung der kirchlichen Lehre aus.
Foto: Marc Wilwert
International 01.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Kirche und Arbeitsrecht

Hollerich für Änderung der Kirchenlehre zu Homosexualität

Kardinal Hollerich weiß, dass es unter seinen Priestern Schwule gibt. „Und die wissen, dass sie in der Kirche ein Zuhause haben.“

(KNA) - Kardinal Jean-Claude Hollerich spricht sich für eine Änderung der katholischen Lehre zur Homosexualität aus. Die Bewertung als Sünde halte er für falsch, sagte der Erzbischof von Luxemburg am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Ich glaube, dass das soziologisch-wissenschaftliche Fundament dieser Lehre nicht mehr stimmt.“ Es sei Zeit für eine Grundrevision. Und so wie sich Papst Franziskus in der Vergangenheit zu Homosexualität geäußert habe, könne das zu einer Veränderung in der Lehre führen.


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Wichtig sei, als Kirche menschlich zu bleiben, ergänzte Hollerich. „Ich weiß, dass ich unter meinen Priestern Homosexuelle habe. Die einen haben es mir gesagt, bei den anderen merkt man es. Ich habe bei den Laien homosexuelle Frauen und Männer. Und die wissen, dass sie in der Kirche ein Zuhause haben“, sagte der Kardinal.

Keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen

Arbeitsrechtliche Konsequenzen für katholische Kirchenmitarbeiter, deren queere sexuelle Identität öffentlich bekannt ist, nannte Hollerich ein deutsches Problem, das es sonst in der Kirche nicht gebe. „Bei uns wird niemand gekündigt, weil er homosexuell ist, bei uns wurde auch nie jemand deswegen gekündigt.“ Auch Geschiedene und Wiederverheiratete seien im Erzbistum Luxemburg in der Kirche tätig. „Ich kann die ja nicht rausschmeißen. Die würden ja arbeitslos werden. Wie kann denn so etwas christlich sein?“, betonte der Kardinal.


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