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Hoffnung und Hürden: Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart
International 13 Min. 18.05.2020

Hoffnung und Hürden: Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

Für viele Europäer ist derzeit unklar, wo sie Urlaub machen können.

Hoffnung und Hürden: Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

Für viele Europäer ist derzeit unklar, wo sie Urlaub machen können.
Foto: Sina Schuldt/dpa
International 13 Min. 18.05.2020

Hoffnung und Hürden: Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Hält der Trend bei den Corona-Zahlen an, sind in Europa einige Grenzen ab 15. Juni wieder offen. Tourismusbranche und Urlauber schöpfen Hoffnung.

(dpa) - Die für Mitte Juni anvisierten Grenzöffnungen in Europa beflügeln die Hoffnung, die Sommerferien auch im Ausland verbringen zu können. Einige Länder bereiten sich schon vor - andere müssen teils noch hohe Hürden überwinden. Ein Überblick:

Österreich

Ein Fiaker-Fahrer in Wien.
Ein Fiaker-Fahrer in Wien.
Foto: Matthias Röder/dpa

In der Alpenrepublik ist die Erleichterung groß. Viele Urlauber hatten ihren Sommeraufenthalt im Land der Berge und Seen schon vor der Corona-Krise gebucht. Vieles spricht dafür, dass sie nun ab Mitte Juni anreisen dürfen. Hotels und Beherbergungsbetriebe in Österreich können ab 29. wieder öffnen. Es gelten dann nur kleine Einschränkungen. Laut Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) gilt im Eingangsbereich sowie an der Rezeption eine Mundschutzpflicht. Gästegruppen sollen aber ähnlich wie Menschen aus einem gemeinsamen Haushalt behandelt werden und müssen demnach untereinander keinen Sicherheitsabstand einhalten. Buffets sind mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt, auch die hoteleigenen Wellness-Einrichtungen dürfen genutzt werden.

Die Gäste treffen auf ein Land mit sehr niedrigen Corona-Zahlen. Wichtige touristische Einrichtungen wie Museen, Bergbahnen und Freizeitparks sollen im Lauf der nächsten Wochen wieder öffnen.

Schweiz

Zermatt und sein Wahrzeichen, das Matterhorn.
Zermatt und sein Wahrzeichen, das Matterhorn.
Foto: dpa-tmn

Auch die Grenzen zur Schweiz sollen am 15. Juni wieder öffnen, Beschränkungen der Bewegungsfreiheit im Land gibt es nicht. Viele Hotels haben nie geschlossen. Geschäfte sind auch wieder auf, ebenso Restaurants, wo allerdings nicht mehr als vier Gäste am Tisch sitzen sollen und zwischen den Tischen Abstand gehalten werden muss. Veranstaltungen wie das große Festival der klassischen Musik in Luzern und das Jazz-Festival in Montreux wurden allerdings abgesagt.

Die Zahl der Neuansteckungen ist seit April sehr gering. Auf dem Höhepunkt der Epidemie hatte die Schweiz gemessen an der Bevölkerungszahl viele Corona-Infektionen. Allerdings war die Lage in den Landesteilen ganz unterschiedlich. Betroffen waren vor allem die Grenzkantone Tessin Richtung Italien im Süden sowie Genf und Waadt im Westen Richtung Frankreich.

Frankreich

Hossegor an Frankreichs Atlantikküste ist bei Surfern aus ganz Europa beliebt.
Hossegor an Frankreichs Atlantikküste ist bei Surfern aus ganz Europa beliebt.

Nach gut zwei Monaten kompletten Stillstands werden Frankreichs touristische Ziele langsam wieder zum Leben erweckt. Am Wochenende öffneten einige Strände an den Küsten des Landes, die Marienwallfahrtsstätte in Lourdes empfing Besucher und die im Wattenmeer stehende berühmte Insel Mont Saint-Michel in der Normandie war wieder zugänglich. Frankreichs zuständiger Staatssekretär für Tourismus, Jean-Baptiste Lemoyne, sprach sich dafür aus, dass bis Ende Juni so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich wieder öffnen können.

Die Regierung will dazu in der Woche des 25. Mai einen zeitlichen Ausblick aufzeichnen. Bei weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm ist noch unklar, wann er wieder für Touristen zugänglich wird. Große Museen wie der Louvre in Paris werden ihre Türen wohl nicht vor September öffnen. Kleinere Museen dürfen schon wieder Besucher empfangen. Cafés und Restaurants in Frankreich könnten ab dem 2. Juni in den Regionen wieder öffnen, in denen das Virus weniger verbreitet ist. Sommerurlaub, so hofft die Regierung, soll im Land ab Juli möglich sein - zumindest für die Franzosen.

Deutschland

Die Grenzen nach Deutschland sind prinzipiell offen - doch nicht alle Reisegründe sind "triftig" genug.
Die Grenzen nach Deutschland sind prinzipiell offen - doch nicht alle Reisegründe sind "triftig" genug.
Foto: Oliver Berg/dpa

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte vergangene Woche entschieden, ab Samstag wieder alle Übergänge an den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz zu öffnen. Die Polizei kontrolliert dort nur noch stichprobenartig. An der Grenze zu Luxemburg endeten die Kontrollen, die Mitte März eingeführt worden waren, bereits am Freitag um Mitternacht. Für ein Ende der Kontrollen an der Grenze zu Dänemark fehlt noch grünes Licht aus Kopenhagen. 

An dem Grundsatz, dass nur einreisen darf, wer zur Arbeit fährt oder einen anderen triftigen Grund geltend machen kann, hält die Bundesregierung zwar noch bis Mitte Juni fest. Die Polizei erkennt jetzt aber mehr Einreise-Gründe an als bisher - etwa auch den Besuch eines Lebensgefährten oder einer Tante, Studienzwecke und den Unterhalt einer Mietwohnung. Allerdings: Rein touristische Fahrten sind bisher noch nicht möglich. 

Italien

Blick auf den Trevi-Brunnen in Rom.
Blick auf den Trevi-Brunnen in Rom.
Foto: Evandro Inetti/ZUMA Wire/dpa

Angesichts von Grenzöffnungen in anderen EU-Ländern war auch Italien unter Zugzwang. Denn die Sommersaison steht vor der Tür - Urlauber sollen da auch nach Italien kommen. Daher sind nun ab dem 3. Juni Einreisen aus dem Ausland wieder erlaubt. Auch innerhalb Italiens darf man dann wieder reisen. Regionen wie Südtirol, die Hotels schon ab Ende Mai öffnen, buhlen um deutsche Touristen. Doch die Grenze zu Österreich ist noch dicht.


ARCHIV - 05.05.2020, Italien, Rom: Ein Mann auf einem Fahrzeug bereitet einen Strand auf die Wiederöffnung im Sommer vor. Die für Mitte Juni anvisierten Grenzöffnungen in Europa lassen die Hoffnung wachsen, die Sommerferien wider Erwarten auch im Ausland verbringen zu können. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat seinen eigenen Landsleuten zwar Hoffnung auf einen Sommerurlaub am Strand gemacht. Doch ob und wann Touristen aus dem Ausland wieder nach Italien dürfen, steht noch in den Sternen Foto: Roberto Monaldo.Lapress/LaPresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Tourismus erwünscht: Italien öffnet im Juni die Grenzen für Ausländer
Der Sommer steht vor der Tür. Italien ist auf Touristen angewiesen. Deshalb will die Regierung in der Corona-Pandemie bald auch Urlauber aus dem Ausland wieder ins Land lassen.

In jedem Fall sollen überall Abstandsregeln gelten, Sonnenschirme am Strand weit genug voneinander weg stehen.

Buchungen für den Zugang zu Strandbädern sollen verhindern, dass die Menschen zu dicht aneinander in der Sonne braten. Buffets in Hotels sind verboten. Desinfektionsmittel müssen überall bereit stehen.

Spanien

Gäste in einem Strandrestaurant in Valencia.
Gäste in einem Strandrestaurant in Valencia.
Foto: Rober Solsona/EUROPA PRESS/dpa

Einen Spanien-Urlaub sollten Sonnenhungrige anderer Länder für den Frühsommer noch nicht buchen. Die Regierung in Madrid bekräftigte am Montag, dass man frühestens ab Ende Juni mit einer weitgehenden Grenzöffnung für Touristen rechnen könne. Selbst den Spaniern werde es bis dahin verboten bleiben, in andere Regionen des Landes zu reisen, wurde betont. 

Mallorca und die anderen Urlaubsinseln können aber darauf hoffen, vielleicht doch ein wenig früher eine beschränkte Zahl von in- und ausländischen Besuchern empfangen zu dürfen. Es gebe eine Arbeitsgruppe, die über ein solches Pilotprojekt spreche, mit dem man erste Erfahrungen sammeln wolle, bestätigte Verkehrsminister José Luis Ábalos. Die Inseln setzten sich seit längerem für die Errichtung eines „sicheren Tourismuskorridors“. Jene Menschen, die trotz geschlossener Grenzen einreisen dürfen, weil sie in Spanien eine Erstwohnung haben oder eine Arbeitsstelle antreten, müssen seit Freitag und bis auf weiteres zwei Wochen in Quarantäne.

Portugal

Blick auf Porto.
Blick auf Porto.
Foto: dpa

Weniger düster sehen die Aussichten auf einen Sommerurlaub in Portugal aus. Das Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern ist extrem vom Tourismus abhängig, der etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. 2019 verbuchten die Feriengebiete von Algarve bis Madeira 27 Millionen Gäste. Um zu retten, was zu retten ist, will sich Portugal nun schrittweise für ausländischen Tourismus öffnen.


A closed beach remains empty in Arona, one of the most touristic municipalities in Tenerife on the Canary Islands, on April 13, 2020 amid a national lockdown to stop the spread of the COVID-19 coronavirus. - The death toll from the coronavirus pandemic has slowed in some of the worst-hit countries, with Spain readying to reopen parts of its economy as governments grapple with a once-in-a-century recession. (Photo by DESIREE MARTIN / AFP)
Sommerurlaub: Mundschutz statt Bikini
Beim Sommerurlaub geht es um die schönste Zeit des Jahres – doch die Aussichten in den Hauptreiseländern der Luxemburger sind düster. Party auf Mallorca oder Relaxen auf den Kanaren rückt in weite Ferne.

Der Hotelverband AHP teilte zuletzt mit, dass Mitte Juli die meisten Hotels wieder offen sein könnten. Die Tourismusbehörde will zudem mit einem neuen Hygiene-Siegel unter dem Motto „Clean & Safe“ Vertrauen aufbauen.

Tourismuseinrichtungen können sich kostenlos darum bewerben. Die Einhaltung der Bestimmungen soll regelmäßig überprüft werden. Dank einer frühen Reaktion und strikter Maßnahmen war das Sonnenland am Atlantik viel weniger von Covid-19 betroffen als etwa Spanien.

Griechenland

Bereit für Besucher: eine Mitarbeiterin der Athener Akropolis mit Mund- und Gesichtsschutz.
Bereit für Besucher: eine Mitarbeiterin der Athener Akropolis mit Mund- und Gesichtsschutz.
Foto: Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA

Nach knapp zwei Monaten sind am Montag die griechischen archäologischen Stätten wieder geöffnet worden. Dies gilt zunächst nur für Stätten im Freien, wie die Akropolis von Athen. Die Museen sollen dann nach Angaben des Kulturministeriums am 15. Juni geöffnet werden. Am vergangenen Wochenende wurden alle Badestrände geöffnet. Zudem sind ab Montag wieder Reisen in alle Landesteile sowie zur Insel Kreta erlaubt worden. Grünes Licht für Reisen auch zu den kleineren Inseln soll Ende Mai gegeben werden, teilte die Regierung weiter mit.

Noch müssen Einreisende aus dem Ausland in 14-tägige Quarantäne. Für Reisende aus Ländern mit niedriger Ausbreitung des Coronavirus soll das aber bald aufgehoben werden.


Der Zugang zum Baggerweiher in Remerschen bleibt bis auf weiteres zu.
Badespaß mit Einschränkungen
Seit dieser Woche ist das Schwimmen in offenen Gewässern wieder erlaubt. Der Zugang zu den Badeseen ist wegen der Corona-Pandemie jedoch längst nicht überall möglich.

Ab dem 1. Juli soll nach den Worten des griechischen Regierungschefs Kyriakos Mitsotakis der Tourismus in Griechenland in vollem Umfang, aber unter hygienischen Auflagen neu starten. Der Tourismus ist extrem wichtig für das Land, das seine große Wirtschaftskrise erst 2018 hinter sich gelassen hatte. Zuletzt kamen im Jahr 33 Millionen Touristen.

Niederlande

Der Museumplein in Amsterdam: Auch die Niederlande haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter gelockert.
Der Museumplein in Amsterdam: Auch die Niederlande haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter gelockert.
Foto: Koen Van Weel/ANP/dpa

Der Holland-Urlaub wird wieder möglich. Schon jetzt öffnen stufenweise Bungalowparks ihre Tore und es werden auch wieder Ferienwohnungen vermietet. Ab dem 1. Juli sollen dann alle Campingplätze und Ferienparks wieder voll geöffnet werden. Bisher galt das nur eingeschränkt. So mussten etwa auf Campingplätzen Duschen und WCs geschlossen bleiben. Die sanitären Einrichtungen werden ab 1. Juli auch an Stränden und in Naturparks wieder geöffnet. Museen dürfen ab 1. Juni wieder Besucher empfangen - vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an. Auch Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.

Belgien

Der Manneken Pis im Corona-Modus.
Der Manneken Pis im Corona-Modus.
Foto: AFP

Belgien tastet sich vorsichtig aus den Corona-Einschränkungen - kontrolliert aber nach wie vor seine Grenzen. Dies gilt auch für die Grenzübergänge zur deutschsprachigen Gemeinschaft im Osten des Landes. Alle nicht zwingend notwendigen Einreisen in das Land sind verboten, gleiches gilt für Reisen ins Ausland. Vor allem in Ostbelgien ist der Unmut darüber groß. Die Maßnahmen waren im März bis zum 8. Juni angekündigt worden. Gelockert werden sollen sie nur in Absprache mit dem jeweiligen Nachbarland und, wenn die Virus-Situation auf beiden Seiten der Grenze vergleichbar ist.

Bei Touristen sind sowohl die Nordseestrände im Norden des Königreichs als auch die belgische Hauptstadt Brüssel mit den EU-Institutionen und die Wallonie mit den Ardennen beliebt.

Dänemark

Kopenhagen.
Kopenhagen.
Foto: Bernard Schanck / LW-Archiv

Als eines der ersten Länder Europas hatte Dänemark im Kampf gegen Corona am 14. März seine Grenzen dichtgemacht. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Einreisegrund kommen seitdem nicht mehr ins Land. Das warf nicht nur die Reisepläne deutscher Frühjahrsurlauber über den Haufen, sondern auch die Finanzen der dänischen Ferienhausbetreiber, deren Gäste großteils aus Deutschland stammen.

Wer aber eine Sommerreise nach Kopenhagen oder an die dänische Küste plant, für den besteht seit Donnerstag Hoffnung: Regierungschefin Mette Frederiksen hatte sich da in einer TV-Debatte offen für die Möglichkeit gezeigt, Touristen bald ins Land zu lassen, die etwa mit einem Mietvertrag für ein Ferienhaus oder mit einer Hotelreservierung den Grund ihrer Einreise nachweisen könnten. Dies müsse aber erst in politischen Gesprächen diskutiert werden, schränkte Frederiksen ein.

Schweden

Auf der Insel Öland in Schweden.
Auf der Insel Öland in Schweden.
Foto: Bernard Schanck / LW-Archiv

Von der dänischen Entscheidung dürften auch die Reisen vieler Schweden-Urlauber abhängen. Denn wer beispielsweise mit dem Auto nach Schweden reisen möchte, der fährt in der Regel über Dänemark. Eine Alternative kann die Anreise per Fähre etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde sein, die weiterhin fahren. Luxair will ab dem 29. Mai nach Stockholm fliegen.

Darüber hinaus besteht in Schweden bis vorläufig zum 15. Juni ein Einreiseverbot - dies gilt jedoch nicht für Länder der EU und der Europäischen Freihandelszone.

Türkei

Touristen mit Schutzmaske in Istanbul.
Touristen mit Schutzmaske in Istanbul.
Foto: AFP

Die Türkei lockert schrittweise die Corona-Maßnahmen und bereitet sich auf eine Öffnung für den Tourismus vor. Inzwischen gelten nur noch Reisebeschränkungen für 15 statt wie zuvor für 31 Städte und Provinzen. Ende Mai will das Land den inländischen Reiseverkehr aufnehmen, im Juni hofft es auf internationale Urlauber. Für Hotels und Restaurants sollen strenge Corona-Auflagen gelten. Es müssen etwa Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, das Personal soll eine Pandemie-Ausbildung erhalten. Gepäck wird mit Desinfektionsmitteln behandelt.


ARCHIV - 15.05.2020, Italien, San Giovanni di Sinis: Eine Polizeistreife begegnet an einem Strand auf der Insel Sardinien einer Frau mit Kinderwagen. Kilometerlange Strände. Verlassene Buchten. Frische Meeresluft, keine Menschenseele. Wenn man sich irgendeinen Ort vorstellt, an dem man sicher vor dem Coronavirus ist, dann hier. Sardinien ist dünn besiedelt, und die Insel gehört zu den italienischen Regionen, die kaum von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen sind. Dennoch ist alles dicht, kein Tourist weit und breit. Foto: Claudia Castellano/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Regelwut am Strand: "Nicht mal Polizisten wissen, was erlaubt ist"
Seit Montag dürfen die Italiener wieder an den Strand. Doch dort gibt es ein Wirrwarr von Vorschriften. Besonders absurd wirken die Regeln auf einer Urlaubsinsel, die kaum von Corona betroffen ist: Sardinien.

Die Türkei hat zudem ein Zertifikationsprogramm für Hotels entwickelt. Nach der Öffnung für internationale Flüge sollen an den Grenzübergängen, etwa am Flughafen Antalya, Corona-Tests durchgeführt werden. Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines hatte ihren Flugstopp für internationale Flüge zuletzt bis zum 1. Juni verlängert.

Zypern

Auch Zypern will vorsichtig den Tourismus öffnen.
Auch Zypern will vorsichtig den Tourismus öffnen.
Foto: Marie-Rose Fretz / LW-Archiv

Nikosia führt zurzeit Verhandlungen mit Israel und Griechenland über eine baldige Wiederaufnahme der Flüge für Urlauber. Bei einer Einigung können Israelis und Griechen nach Zypern fliegen, ohne anschließend 14 Tage lang in Quarantäne bleiben zu müssen. Die größere Frage bleibt jedoch, welche Regelungen für die Länder gelten, aus denen die meisten Touristen stammen: Großbritannien und Deutschland. Denn der quarantänefreie Rückflug muss auch gesichert sein, heißt es aus Regierungskreisen. Mehr als 25 Prozent der Wirtschaft Zyperns ist mit dem Tourismus verbunden. Unter den Hoteliers und anderen touristischen Betrieben herrscht gedrückte Stimmung, berichten zyprische Medien. Fast 90 Prozent der touristischen Unternehmen in der Touristenhochburg Agia Napa im Südosten der Insel planen vorerst nicht aufzumachen, berichtete die zyprische Zeitung „Phileleftheros“.

Kroatien

Dubrovnik, Kroatiens Perle der Adria.
Dubrovnik, Kroatiens Perle der Adria.
Foto: Fern Morbach

Das stark vom Tourismus abhängige Land an der Adria mit seiner langen, buchtenreichen Küste und den vielen Inseln dringt energisch auf eine Öffnung der europäischen Grenzen. Seit dem 9. Mai gelten gelockerte Einreisebestimmungen.

Demnach dürfen Ausländer mit drei Begründungen die Grenze ohne Corona-Test und ohne Quarantäne-Auflagen passieren: Wenn sie eine Immobilie oder ein Boot in Kroatien besitzen, wenn sie zu einem Begräbnis reisen oder wenn sie über die Einladung eines Unternehmens verfügen und an ihrer Einreise ein wirtschaftliches Interesse besteht. Eine informelle Weisung des Innenministeriums hält fest, dass die letzte Bestimmung auch für Urlauber gilt, die eine Unterkunft in Kroatien gebucht haben. Die Behörden arbeiten zudem an neuen Regeln, die zu große Menschenansammlungen an den Stränden verhindern sollen.

Slowenien

Das slowenische Stanjel ist ein mittelalterliches Wehrdorf inmitten von Weinbergen.
Das slowenische Stanjel ist ein mittelalterliches Wehrdorf inmitten von Weinbergen.
Foto: Shutterstock

Das kleine EU-Land zwischen Alpen und Adria will EU-Bürgern möglichst bald die Einreise ohne Corona-Tests und Quarantäne-Auflagen ermöglichen. Vor allem für Urlauber aus Deutschland, die mit dem eigenen Wagen nach Kroatien fahren wollen, wäre das eine große Erleichterung, denn ihr Urlaubsziel ist praktisch nur über Slowenien erreichbar. Das Land verfügt selbst über einen 46 Kilometer langen Abschnitt an der Adria mit gut ausgebauter touristischer Infrastruktur. Hotels mit weniger als 30 Zimmern dürfen seit dem 18. Mai wieder öffnen. Für größere Bettenburgen gibt es diesbezüglich noch keine Entscheidung. Für den Strandbetrieb gelten noch Einschränkungen: Man darf zwar schwimmen und surfen, nicht aber am Strand in der Sonne liegen.

Tschechien

Die astronomische Aposteluhr am Altstädter Rathaus in Prag.
Die astronomische Aposteluhr am Altstädter Rathaus in Prag.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Es gibt noch keinen festen Fahrplan für die Wiederbelebung des Tourismusgeschäfts. Ministerpräsident Andrej Babis will die geschlossene Grenze zuerst für Reisende aus Österreich und der Slowakei öffnen - voraussichtlich schon Mitte Juni. Andere Ausländer müssen sich noch etwas gedulden. Die historische Prager Altstadt, normalerweise ein Magnet für Menschen aus aller Welt, ist derzeit fast menschenleer. In einigen Hostels und Hotels der Moldau-Metropole finden Obdachlose eine vorübergehende Bleibe. Wenn die Grenzen wieder öffnen, treffen Reisende auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist.

Bulgarien

Mit seinen Ständen möchte Bulgarien auch bei Urlaubern aus Mitteleuropa punkten.
Mit seinen Ständen möchte Bulgarien auch bei Urlaubern aus Mitteleuropa punkten.
Foto: dpa

Das Urlaubsland am Schwarzen Meer rüstet sich für eine Sommersaison unter Corona-Auflagen. An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in großen Abständen. Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sollen zum Standard gehören. Die Hotels hielten bereits coronabedingte Maßnahmen ein und könnten nun heimische Touristen aufnehmen, versicherte Tourismusministerin Nikolina Angelkowa im Staatsfernsehen. Sie setze sich für ein „koordiniertes Herangehen“ der EU in Sachen Tourismus ein. Ministerpräsident Boiko Borissow wolle am Dienstag mit seinem Amtskollegen aus Rumänien, Serbien und Griechenland Details einer Öffnung der Grenzen zwischen den südosteuropäischen Staaten erörtern. Doch Bulgariens Fremdenverkehr hängt zum großen Teil von Auslandsflügen ab, über die es noch keine Klarheit gibt. Für das ärmste EU-Land ist der Fremdenverkehr ein außerordentlich wichtiger Sektor: Die Branche erwirtschaftet gut 12 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und beschäftigt 11 Prozent aller Werktätigen.

Polen

Segelboot in der Masurischen Seenplatte.
Segelboot in der Masurischen Seenplatte.
Foto: dpa-tmn

Das Land hält bis zum 12. Juni an Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern fest. Ausländer dürfen nicht rein. Bisher gelten Ausnahmen für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Seit dem 4. Mai sind Hotels und Einkaufszentren wieder geöffnet. In einem weiteren Schritt zur Beendigung des Lockdowns dürfen Restaurants und Cafés seit Montag wieder öffnen. Es muss aber ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen eingehalten werden. Auch sind Köche und Keller verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Ägypten

Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Nil.
Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Nil.
Foto: Shutterstock

Es ist weiter unklar, wann an Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich wieder Normalität einkehrt. Hotels dürfen für einheimische Urlauber bei 25 Prozent Belegung inzwischen aber wieder öffnen und ab 1. Juni bei 50 Prozent Belegung. Die Betreiber müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck der Gäste bei Ankunft und Abreise desinfizieren. Gutachter prüfen diese Zustände und stellen ein Zertifikat aus, um das sich bisher rund 170 Hotels bewarben. Am Flughafen in Kairo sollen neue Wärmebildkameras außerdem prüfen, ob Reisende Fieber haben. Für Urlauber aus dem Ausland sind die Grenzen aber nach wie vor dicht.


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