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Höcke: „Flügel“ hat seinen Zweck erfüllt
International 21.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Höcke: „Flügel“ hat seinen Zweck erfüllt

Björn Höcke ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Thüringen und einer der Köpfe des „Flügel“.

Höcke: „Flügel“ hat seinen Zweck erfüllt

Björn Höcke ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Thüringen und einer der Köpfe des „Flügel“.
Foto: dpa
International 21.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Höcke: „Flügel“ hat seinen Zweck erfüllt

AfD-Politiker Björn Höcke plädiert für Einheit der Partei, übt aber gleichzeitig Kritik an ihrer Spitze.

(dpa) - Nach der Aufforderung der AfD-Spitze zur Selbstauflösung des „Flügels“ hat der Gründer der Vereinigung, Björn Höcke, eingelenkt und gleichzeitig die Parteiführung kritisiert. Die AfD habe sich in den knapp fünf Jahren seit der Gründung des „Flügels“ gut entwickelt, deshalb brauche man nun „einen Impuls, der über den Flügel hinausweist und die Einheit der Partei betont“, sagte der Thüringer AfD-Landeschef in einem am Samstagabend veröffentlichten Interview mit dem neu-rechten Verleger Götz Kubitschek. „Der Bundesvorstand ist das höchste Exekutivorgan der Partei. Als Konservativer pflege ich die Institutionen, auch wenn ich weiß, welche irrationalen Dynamiken in mehrstündigen Sitzungen solcher Gremien ablaufen.“

„Peinlich berührt“

Gleichzeitig kritisierte Höcke die Entscheidung des Bundesvorstandes vom Vortag. Er sagte: „Ich bin als AfD-Mitglied peinlich berührt. Denn diese Forderung kommt zum falschen Zeitpunkt und unterläuft einen Vorgang, den der „Flügel“ längst umsetzt: seine Historisierung. Alle, die ihn aufmerksam beobachten, haben das wahrgenommen.“


05.03.2020, Thüringen, Erfurt: Björn Höcke, AfD-Fraktionschef von Thüringen, sitzt im Plenarsaal des Thüringer Landtages. Einen Tag nach der Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten beginnt für die rot-rot-grüne Minderheitsregierung die Arbeit. Das Parlament, das bis Freitag tagt, hat ein umfangreiches Programm mit etwa 30 Tagesordnungspunkten. Rot-Rot-Grün verfügt im Landtag nur über 42 der 90 Sitze und braucht bei Entscheidungen vier Stimmen von der CDU- oder der FDP-Fraktion. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Verfassungsschutz beobachtet „Flügel“ der AfD
Jetzt ist es offiziell: Der nationale "Flügel" der AfD steht unter dem Verdacht, rechtsextreme Bestrebungen zu verfolgen.

Der Verfassungsschutz hat den „Flügel“ als rechtsextreme Bestrebung eingestuft. Die Vereinigung ist nicht als Verein organisiert, gilt aber als schlagkräftiges Netzwerk innerhalb der Partei. Aus der Parteispitze hieß es nach der Veröffentlichung von Höckes Interview, „den Worten müssen nun auch Taten folgen - dieses Netzwerk muss seine Tätigkeit beenden“.

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03.11.2018, Thüringen, Pfiffelbach: Delegierte werfen ihre Stimmkarte in eine Wahlurne auf dem Landesparteitag der AfD Thüringen. Thüringens umstrittener AfD-Vorsitzender Höcke ist auf einem Parteitag in seinem Amt bestätigt worden. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++