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Hintergrund: Das Konzentrationslager Auschwitz
International 8 1 26.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Hintergrund: Das Konzentrationslager Auschwitz

International 8 1 26.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Hintergrund: Das Konzentrationslager Auschwitz

Im Konzentrationslager Auschwitz starben geschätzt 1,1 Millionen Menschen. Heute erinnern die Baracken an das würdelose Leben der Gefangenen, die Gaskammern an die Grausamkeit der Nationalsozialisten.

(KNA) - Auschwitz ist zum Synonym für die Schoah geworden, den Massenmord am jüdischen Volk durch die Nationalsozialisten. In das größte deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager nahe der polnischen Kleinstadt Oswiecim deportierten die Nationalsozialisten mindestens 1,3 Millionen Menschen aus ganz Europa.

Mehr als eine Million Juden, etwa 140.000 Polen, Zehntausende Sinti und Roma sowie Tausende politische Häftlinge anderer Nationalität wurden zwischen 1940 und 1945 in das Lager Auschwitz-Birkenau gebracht. Die Zahl der in Gaskammern, bei Massenerschießungen und durch die katastrophalen Lagerbedingungen Ermordeten wird auf 1,1 Millionen Menschen geschätzt. Im Lager arbeiteten rund 8.000 SS- und Gestapo-Leute. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die letzten 7.000 Häftlinge.

Als sich die Rote Armee im Januar 1945 dem 60 Kilometer von Krakau entfernt gelegenen Lager näherte, hatte die SS bereits versucht, die Spuren der Vernichtung zu beseitigen. Doch das misslang: Die sowjetischen Soldaten fanden unter dem Schnee nicht nur die Spuren der Krematorien, sondern auch noch sechs Warenlager, in denen sich die Habseligkeiten der Häftlinge stapelten: fast 350.000 Anzüge von Männern und 840.000 Frauenkleider - sowie Berge von Frauenhaar und Zahngold.

Ein KZ wird zur Gedenkstätte

Bereits 1947 wurde in Auschwitz ein Museum zur Erinnerung an die Verbrechen gegründet, vor allem auf Initiative ehemaliger Häftlinge. Das Gelände des Museums mit internationalem Bildungszentrum umfasst heute 191 Hektar. In einem Dialog- und Gebetszentrum arbeiten auch christliche Geistliche.

Die Bahngleise blieben erhalten.
Die Bahngleise blieben erhalten.
AFP

Auf dem Gebiet des Museums befinden sich Reste der Häftlingsbaracken, Ruinen der Gaskammern und Krematorien sowie Dutzende Kilometer des ehemaligen Lagerzauns. Auch die Eisenbahnrampe, an der sofort nach der Ankunft Häftlinge für die Ermordung in den Gaskammern "selektiert" wurden, ist erhalten. Seit 1979 sind die Überreste des Doppellagers als Weltkulturerbe-Stätte eingetragen.

Für den Dienstag, den 70. Jahrestag der Befreiung durch sowjetische Soldaten, werden mehr als 100 Überlebende des Lagers sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs zu einer internationalen Gedenkfeier erwartet. 2014 besichtigten mehr als 1,53 Millionen Menschen das ehemalige deutsche Vernichtungslager im Süden Polens, mehr als je zuvor.


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