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Hinrichtungen im Eilverfahren
International 25.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Im US-Bundesstaat Arkansas

Hinrichtungen im Eilverfahren

Hinrichtungszelle in einem US-Gefängnis.
Im US-Bundesstaat Arkansas

Hinrichtungen im Eilverfahren

Hinrichtungszelle in einem US-Gefängnis.
REUTERS
International 25.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Im US-Bundesstaat Arkansas

Hinrichtungen im Eilverfahren

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Weil das Verfallsdatum eines Betäubungsmittels bald erreicht ist, hat es die Justiz in Arkansas eilig. Erstmals seit 16 Jahren werden zwei Todesurteile an einem Tag vollstreckt.

(dpa) - Zwei zum Tode verurteilte Häftlinge sind im US-Bundesstaat Arkansas am Montag (Ortszeit) mit der Giftspritze hingerichtet worden. Jack Jones, im Jahr 1996 wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilt, sei am Abend mit der Giftspritze exekutiert worden, teilte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Leslie Rutledge, mit. Rund drei Stunden später wurde auch Marcel Williams hingerichtet - ebenfalls ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger.

Die Exekutionen sind Teil einer geplanten Serie von ursprünglich insgesamt acht Hinrichtungen binnen weniger als zwei Wochen. Hintergrund ist, dass bei den Vorräten des Wirkstoffes Midazolam als Teil des Giftcocktails Ende April das Haltbarkeitsdatum abläuft. Die US-Behörden haben Nachschubprobleme, weil einige Hersteller ihre Mittel nicht für Exekutionen zur Verfügung stellen.

Erstmals seit 16 Jahren

Es war das erste Mal seit 16 Jahren, dass in einem US-Bundesstaat an einem Tag zwei Menschen exekutiert wurden. Menschenrechtler liefen Sturm gegen die Hinrichtungsserie und forderten die Abschaffung der 1976 in den USA wieder eingeführten Todesstrafe. Die Anwälte der Getöteten hatten in einer beispiellosen Justizschlacht bis zuletzt versucht, die Vollstreckung der Todesurteile zu verhindern oder zumindest aufzuschieben.

Am Donnerstag war bereits Ledell Lee (51) mit der Giftspritze getötet worden. Die Vollstreckung mindestens zweier weiterer Urteile wurde von Gerichten vorerst gestoppt.


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Im US-Bundesstaat Arkansas ist der vierte Straftäter hingerichtet worden - binnen gut einer Woche. Menschenrechtler sind entsetzt, Augenzeugen berichten von möglichen Qualen.
Der geistig behinderte Kenneth Williams (unten, 2.v.r.) wurde am späten Donerstagabend hingerichtet.
Weil das Verfallsdatum eines Giftmittels naht, will der US-Staat Arkansas in kurzer Zeit acht Häftlinge hinrichten. Die Gerichte blockieren in den meisten Fällen. Doch im Falle Ledell Lees waren die Rechtsmittel in letzter Minute erschöpft.
(COMBO) This combination of pictures obtained from the Arkansas Department of Correction and created on March 17, 2017 shows death row inmates (L-R, top) Don William Davis, Stacey Eugene Johnson, Jack Harold Jones and Ledell Lee; (L-R, bottom) Jason F. McGehee, Bruce Earl Ward, Kenneth D. Williams and Marcel W. Williams.

The US state of Arkansas carried out its first execution in nearly a decade, the state's attorney general said, proceeding despite criticism that its controversial plan to execute several prisoners by the end of the month was rushed. Ledell Lee was put to death late on April 20, 2017,  after the US Supreme Court rejected eleventh-hour requests to stay the execution.
 / AFP PHOTO / Arkansas Department of Correction / HO / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Arkansas Department of Correction" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Weil eine Zutat für die Giftspritze am Monatsende ihr Haltbarkeitsdatum überschreitet, wollte der US-Staat Arkansas bis zum 27. April acht Häftlinge in zehn Tagen hinrichten lassen. Daraus wird jetzt nichts.
Bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit stoppte das Gericht eine Hinrichtung in Arkansas.