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Himalaya-Erdbeben tötet mehr als 3200 Menschen
International 16 1 3 Min. 26.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Grauenhafte Folgen

Himalaya-Erdbeben tötet mehr als 3200 Menschen

International 16 1 3 Min. 26.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Grauenhafte Folgen

Himalaya-Erdbeben tötet mehr als 3200 Menschen

Sie stehen vor Trümmern und arbeiten bis zum Umfallen: Die Helfer in Nepal berichten von grauenhaften Folgen des starken Erdbebens. Und die Zahl der Toten steigt weiter. Luxemburger Hilfsorganisationen rufen derweil zu Spenden auf.

(dpa/BB/if) - Das gewaltige Erdbeben im Himalaya hat mehr als 3200 Menschen den Tod gebracht. Vor allem im armen Touristenland Nepal waren die Zerstörungen enorm. Dort stapelten sich Leichen vor den Krankenhäusern, ganze Bergdörfer waren zerstört, am Mount Everest töteten Lawinen mehrere Bergsteiger. 

Das Erdbeben der Stärke 7,8 war die stärkste Erschütterung des Bodens in Nepal seit mehr als 80 Jahren. Es begann am Samstag und brachte zahlreiche Nachbeben mit sich. Das ganze Ausmaß der Zerstörung war noch nicht abzusehen, weil viele abgelegene Dörfer zunächst nicht erreicht wurden. Eine internationale Hilfswelle lief an.

Infrastruktur sowie Weltkulturerbe- und Pilgerstätten zerstört

Der Erdstoß zerstörte große Teile der Infrastruktur Nepals, viele alte Häuser sowie Weltkulturerbe- und Pilgerstätten. Die Bewohner von Kathmandu flohen auf die Straßen und trauten sich wegen der Nachbeben nicht in ihre Häuser zurück. Alle Parks, Gehwege und öffentlichen Plätze hätten sich in Zeltstädte verwandelt, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes. Präsident Ram Baran Yadaf habe ebenfalls in einem Zelt geschlafen, sagte sein Sprecher in einem lokalen Radio. Selbst Krankenhäuser sind so überfüllt, dass sie im Freien behandeln.

„Hier sind 800 Leichen aufgestapelt, und wir arbeiten sie ab, checken eine nach der anderen“, sagte die Krankenschwester Pramila Pradhan vom Lehrkrankenhaus in Nepals Hauptstadt Kathmandu. „Es gibt Babys mit zerschmetterten Gesichtern. Väter tragen ihre Babys herein und bitten uns, sie zu behandeln. Wie behandeln wir jeden und wo beginnen wir - wir wissen es nicht.“

Menschen ohne Strom

Fast nirgendwo in Kathmandu gibt es Strom, manche Menschen helfen sich mit Solarlampen. „Wir laden unsere Handys an Autobatterien auf“, sagte Alina Shrestha von World Vision, die selbst betroffen ist. Etwa 30 Nachbarn hätten die Nacht in Zelten in ihrem Hof verbracht. Sie höre Helikopter, aber Soldaten oder Polizisten habe sie in ihrem Stadtviertel noch nicht gesehen. 

Wie es in vielen abgelegenen Städte und Dörfern in dem Himalaya-Land aussieht, ist noch kaum zu überblicken. Das Dorf Barmak, unter dem das Epizentrum des Bebens lag, sei fast vollständig zerstört, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. „Ich habe meine Angehörigen und alle meine Nachbarn verloren“, sagte eine Frau auf Jaybageshwari einem örtlichen Radiosender. „Kann jemand, der überlebt hat, uns helfen? Wir haben weder Essen noch Kleidung. Alles ist weg.“

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Große Probleme vor Ort

Die internationalen Caritasverbände arbeiten bereits vor Ort - und berichten von großen Problemen. „Der Zugang zu Erdbebenopfern ist vielerorts noch nicht möglich, weil die Straßen blockiert sind. Die Kommunikation ist aufgrund des Stromausfalls schwierig“, erklärte der Direktor der Caritas Nepal, Pius Perumana. 

Augenzeugen berichten, vielfach hätten die Menschen nur noch Kekse und Trockenfrüchte übrig. Hilfsorganisationen fürchten, dass bald auch das Wasser ausgeht. Auch die Ärzte sind an vielen Orten bereits überlastet. „Unter den Toten sind viele Kinder“, sagte Doktor Pratab Narayan aus dem Teaching-Krankenhaus. „Wir sind völlig überwältigt von der Zahl an Menschen.“

Luxemburgische Helfer vor Ort

Vier Helfer des luxemburgischen Zivilschutzes werden am Montag in Kathmandu erwartet. Sie stellen ein mobiles, satellitengestütztes Kommunikationssystem bereit, damit die Hilfsorganisationen Informationen austauschen können.

Aufruf zum Spenden

Die Hilfsorganisationen rufen die Menschen zum Spenden auf. In Luxemburg appellieren ebenfalls mehrere Organisationen wie Caritas, das Rote Kreuz, NepaliMed  oder SOS Villages Enfants Monde an Unterstützung. Spenden können per Überweisung auf das Konto  von Caritas Luxembourg:

CCPL IBAN LU34 1111 0000 2020 0000

mit dem Vermerk « Tremblement de terre Népal / Inde» erfolgen.

Einen weiteren Aufruf startete Handicap International:

CCP IBAN LU47 1111 0014 2062 0000 (Vermerk "Urgence Népal")

Auch das Luxemburger Rote Kreuz sammelt Spenden.  Sie können per Überweisung auf das Konto: 

CCP LU52 1111 0000 1111 0000 (Vermerk: «Séisme Népal»)

oder auf der Internetseite der Organisation getätigt werden. Die Hilfsorganisation sei bereit, ab sofort 100 000 Euro für die Hilfe an Erdbebenopfer aus seinem Reservefonds zur Verfügung zu stellen, heißt es in einer Pressemitteilung des Roten Kreuzes am Sonntagnachmittag.

Auch CARE Luxemburg bereitet Hilfe für die Menschen in Nepal vor. Mehr als 150 Mitarbeiter sind bereits vor Ort. „Wie bei vielen großen humanitären Katastrophen, versuchen wir nun möglichst schnell Hilfe zur Verfügung zu stellen. Besonders in den ersten Stunden und Tagen brauchen die Menschen nun dringend lebenswichtige Nothilfe“, erklärte Frédéric Haupert, Direktor von CARE Luxemburg. Spenden  können an das folgende Konto erfolgen:

BIC: CCPLLULL IBAN: LU28 1111 2588 1923 0000 (Betreff: Nepal)


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