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Heftige Luftangriffe auf Aleppo
International 6 23.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Offensive statt Waffenruhe

Heftige Luftangriffe auf Aleppo

Frustriert: US-Außenminister John Kerry nach einer Pressekonferenz in New York am 22. September.
Offensive statt Waffenruhe

Heftige Luftangriffe auf Aleppo

Frustriert: US-Außenminister John Kerry nach einer Pressekonferenz in New York am 22. September.
REUTERS
International 6 23.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Offensive statt Waffenruhe

Heftige Luftangriffe auf Aleppo

Während es in New York keinen Durchbruch für die Rückkehr zur Waffenruhe in Syrien gibt, will das Regime Fakten schaffen. Aleppo bebe unter der Wucht der Explosionen, berichtet ein Aktivist.

(dpa) - Mit heftigen Luftangriffen auf das belagerte Aleppo bereitet das syrische Regime seine Bodenoffensive auf die Rebellenteile der Stadt vor. Nach Bombardements am Donnerstag zählte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Freitag mehr als 30 Luftschläge auf den von Aufständischen beherrschten Ostteil der Stadt. Mehrere Menschen seien getötet oder verletzt worden.

„Das Regime und Russland führen schwere Luftangriffe als Auftakt für ihre Attacke am Boden aus“, sagte Rami Abdel Rahman, Leiter der Beobachtungsstelle.

Zuvor hatte die Regierung von Präsident Baschar al-Assad den Beginn einer Offensive in Aleppo angekündigt, um den Ostteil der Stadt zurückzuerobern. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Frustrierendes Tauziehen in New York

In New York blieben die internationalen Bemühungen für eine Rückkehr zur Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland am Donnerstagabend ohne Erfolg. Bei einem Treffen von mehr als 20 Außenministern am Rande der UN-Vollversammlung gelang es wieder nicht, sich auf eine neue Feuerpause zu verständigen, nachdem diese Anfang der Woche nach wenigen Tagen zusammengebrochen war.

Während US-Außenminister John Kerry sagte, er sei „frustrierter“ als am Tag zuvor, antwortete sein russsicher Kollege Sergej Lawrow auf die Frage, ob es eine Vereinbarung gebe, deutlich: „Nichts ist passiert.“

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier berichtete von einer „sehr offenen, sehr kontroversen“ Diskussion innerhalb der Gruppe. Normalerweise ist das eine Umschreibung dafür, dass gegenseitig massive Vorwürfe erhoben wurden.

Die Gespräche sollen am Freitag und im Laufe der kommenden Tagen aber fortgesetzt werden. Dabei geht es entscheidend auch um die Frage, ob Russland zum Verzicht auf Luftangriffe in bestimmten Gebieten Syriens, die nicht von Islamisten gehalten werden, bereit ist.

Ein Aktivist in Aleppo beschrieb die Situation als sehr schlecht. Die ganze Stadt bebe wegen der Bombeneinschläge. Rebellen verbreiteten in sozialen Netzwerken Durchhalteparolen wie „Beschießt uns, hungert uns aus (...), egal was ihr macht, wir bleiben hier“.


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 / AFP PHOTO / George OURFALIAN
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 / AFP PHOTO / KARAM AL-MASRI
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